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Zwischenspurt. In einer Sondervollsitzung will der Stadtrat eine Reihe von Punkten zum Bahnausbau Bamberg abarbeiten. Unter anderem ein Gutachten zur „Volluntertunnelung“.

Ein vernichtendes Ergebnis

Stadtrat Norbert Tscherner hatte den letzten Vorschlag eingebracht und durch eine Unterschriftensammlung im Rahmen eines Bürgerbegehrens verstärkt. Er will Bamberg „gleisfrei“ machen und die komplette Bahninfrastruktur unter die Erde legen. Nun liegt dem Stadtrat für eine Sondersitzung heute (Di, 28.11.) die Stellungnahme des mit einer Projektstudie beauftragten Büro Emch und Berger vor. Das Ergebnis ist vernichtend. Es heißt: „Im Rahmen der Projektstudie konnten detaillierte Aussagen zu den entscheidungsrelevanten Themen Baudurchführung, Tiefbahnhof, Verlegung Güterbahnhof, Bauzeit und Kosten ermittelt werden. (…) Die Realisierung der Maßnahme erfolgt dabei unter Außerbetriebnahme des Bahnhofs und bauzeitlicher Umfahrungstrasse entlang der BAB A73 mit provisorischer Station für den ICE-Halt sowie Schienenersatzverkehr, Herstellung in offener Bauweise unter längerer Bauzeit sowie mit deutlich höheren Kosten.“
Im Klartext heißt das für einzelne Posten: eine insgesamt 20-jährige Bauzeit, in der die zwölf Bahnhofsgleise in einer Tiefe von 16 Metern neu geschaffen werden müssten - aufgrund der geologischen Verhältnisse in offener Bauweise. Um die Fernverkehrsverbindung aufrecht zu erhalten, müsste für Jahre auf eine Ostumfahrung entlang der Autobahn A 73 eingerichtet werden. Nach den groben Berechnungen der Gutachter würde der Bau der Trassenvariante rd. 2,1 Milliarden € kosten - die Verlegung des Güterbahnhofs noch nicht mitgerechnet.

Ostumfahrung von der Prüfung ausgeschlossen

In der Sitzung heute sollen noch weitere Grundsatzentscheidungen getroffen werden. Zum Beispiel, dass der Stadtrat seine Empfehlung, welche Trassenführung er jetzt für den Bahnausbau durch Bamberg will, nochmal um ein Viertel Jahr verschiebt. Der Grund hierfür ist, dass das beauftragte verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart (VWI) seine Ausbauempfehlung für den Bahnausbau erst im Januar 2018 vorlegen wird. Für viele Stadträte eine wichtige Empfehlung an der sich manche/r dann endgültig orientieren will.
Aus den Sitzungsunterlagen lässt sich noch eine weitere Erkenntnis entnehmen. Das VWI bestätigt, dass ein viergleisiger Ausbau für den Knoten Bamberg unverzichtbar sei. Die Gesamtschau zeige, dass für das erwartete Verkehrsaufkommen mit der vorhandenen Infrastruktur keine akzeptable Betriebsqualität möglich sei. Mit dieser Feststellung dürfte auch die bisherige Forderung der Bamberger SPD, es bei der Zweigleisigkeit zu belassen, vom Tisch sein.
Zum Beschluss liegt dem Stadtrat auch ein 48 Punkte umfassender Kriterienkatalog vor, mit dem alle Varianten benotet werden sollen. Auch die Tscherner-Variante soll mit diesem Kriterientest nochmals geprüft werden. Nicht dabei ist nur eine Variante, obgleich sie in der Bürgerschaft immer noch diskutiert wird: die eingehauste, zweigleisige Ostumfahrung für durchfahrende Güterzüge. Ihre Prüfung war von der Bamberger GroKo ausgeschlossen worden.

Hinweis: In der Sitzung wurde die voraussichtliche Bauzeit auf 17 Jahre reduziert.


28.11.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+1 #9 Peter MKo 2017-11-30 09:40
an # 8 Jede Varainte hat ihre negativen Seiten, auch eine Ostumfahrung. Die von merci dargestellten sind aber nicht zutreffend. Eine eingehauste Osttrasse würde sogar den Lärm der Autobahn nach Westen abschirmen. Um das klarzustellen, aber auch tatsächlich negative Punkte, sollte eine unabhängige Bewertung vorgenommen werden.
+1 #8 merci 2017-11-30 08:49
Die Ostumfahrung ist die schlechteste Lösung. Es macht doch keinen Sinn neben der bestehen bleibenden Bahnstrecke eine weitere neue Trasse auszuweisen, die zusätzlichen Lärm und weitere Emissionen verursacht. Für die Anwohner der bisherigen Strecke verbessert sich nichts, da keine neuen Lärmschutzmaßnahmen kommen und der Bahnbetrieb mindestens für Regionalzüge weiterläuft. Dafür verschlechtert sich dann die Situation vieler Menschen, die an der Ostumfahrung wohnen. Die Ostumfahrung würde ja in unmittelbarer Nähe an einigen Wohngebieten vorbei führen. Wer entschädigt diese Menschen dann für den Wertverfall ihrer Häuser und die dramatisch schlechtere Lebenssituation? Zudem kommen die weiteren Nachteile von zusätzlichem Flächenverbrauch, Wegfall des ICE-Halts für Bamberg (siehe Coburg, Jena, ...) und Zerstörung von großen Naturflächen dazu. Wer glaubt, dass die Bahn einen zweiten Bahnhof für Bamberg an der Ostumfahrung sponsert oder in einen guten Lärmschutz außerhalb der Stadt investiert, ist auf dem Holzweg.
Bis heute verstehe ich nicht, warum die Bamberger Grünen für die Ostumfahrung sind, obwohl massiv Naturflächen in großem Umfang vernichtet und evtl. Trinkwasservorkommen gefährdet werden, aber bei einer maßvollen Munaumgestaltung zum Wohn-/Gewerbegebiet dagegen sind. Kann mir das jemand erklären?
+11 #7 Bergradfahrer 2017-11-29 07:22
Reden wir mal Tacheles:

Was sollen die ganzen Diskussionen? Das ist doch schon lange durch, der Stadtrat checkt es aber nicht, wurde halt ein paar Jahrzehnte zu spät wach und ergeht sich jetzt in vermeintlich publikumswirksamer Spiegelfechterei. Das Ding wird mitten durch gebaut.

Wozu wertvollen Wald opfern? Wozu sich selber auf Jahrzehnte unter immensen Kosten vom Verkehr abtrennen?
Ausbau im Bestand und Schalldämmung, so gut wie auf dem Stand der Technik möglich und fertig!
Ja, es ist laut am Gleis, es ist tendenziell dreckiger als anderswo und es ist unästhetisch. Das war es immer, es war dort nie eine Premiumlage und wird auch nie eine werden.
-1 #6 Olaf 2017-11-28 21:34
Am Ende wird sich wohl herausstellen, dass die einzig tragfähige Variante ohne schweren Schaden für die Stadt, die teiluntertunnelte Güterzug-Ostumfahrung ist, die Bahnsinn so seit ca. 5 Jahren vorschlägt und die schon fast im Bundesverkehrswegeplan aufgetaucht wäre... Warum hat man das nur verhindert?
Von den restlichen Varianten wäre wohl nur eine Teiltunnelung noch irgendwie tragbar ohne der Stadt schwer zu schaden...
-7 #5 Heiner 2017-11-28 18:02
Wer ist noch in der Sitzung ?
+4 #4 Heiner 2017-11-28 16:08
Wie wäre es wenn man die Ostumfahrung wieder einbringt, den Bahnhof komplett verlegt. Bamberg ist dann Gleisfrei. Es gäbe tolle Möglichkeiten der Bebauung auf dem ehemaligen Gleiskörper. Der Tunnel von Tscherner ist sicher keine schlechte Idee , jedoch diese Bauzeit und die Belastung in der Stadt kann keiner akzeptieren. Die Ostumfahrung wird dann sowieso gebaut , wenn auch nur vorübergehend. Wies denn nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und wie oben erwähnt den Zugverkehr raus aus unserer Stadt. Man sollte hier in die Zukunft sehen , ist der Bahnhof nicht mehr da bringt es auch eine Verkehrsberuhigung für die Ludwig und angrenzende Straßenzüge. Also Stadträte aufpassen was heute vorgelegt wird.
0 #3 Peter S. Müller 2017-11-28 11:26
Einen Vorteil hätte der Tscherner-Vorschlag gehabt: Man hätte gleichzeitig eine Ostumfahrung bekommen. :-)
Ich halte es für eine Frechheit, ausgerechnet die Güterzug-Ostumfahrung nicht mit in die Prüfung einzubeziehen. :-x
+20 #2 brunzerla 2017-11-28 09:28
Hmmmm, lasst uns mal überlegen: Der Um/-Ausbau heißt VDE 8.1. VDE steht Verkehrsprojekt Deutsche Einheit!
Die Einheit fand so ca. 1990 statt, das Projekt wurde, so weit ich noch weiß, ca. 1991 oder 1992 angekündigt. Das heißt also so vor 25!!! Jahren. Jetzt, also praktisch 5 nach 12 fangen unsere Volksvertreter an, darüber zu diskutieren und legen einen Schwachsinnsplan nach dem Anderen auf!
Darf man da noch einen guten Morgen wünschen, oder sollte man sich gleich vor lauter Lachen in die Hose machen?
Tut mir leid, aber das ist auch der Grund, warum Deutschland sich abschaffen wird!
+18 #1 schaumermal 2017-11-28 09:17
der tscherner-tunnel war wohl die 2.dümmste aller ideen. damit hat er auch den 2gleisigen tunnel kaputt gemacht.
das dümmste ist nach wie vor, nur halbherzige gutachten zu beauftragen.

für eine prüfung der stoschek-narzisten-halle sollen 175000 verjubelt werden, für eine jahrhundert-entscheidung gerade mal 50000?

was sind das nur für behmmerte entscheidungen. herr lass das hirn oben, es wird eh nicht genutzt

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