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Einen S-Bahn-Halt im Bamberger Süden (Gereuth) hat sich die Stadt schon vor fünf Jahren gewünscht. Jetzt soll es konkret werden. Aber wo soll der Haltepunkt genau sein?

S-Bahn-Halt: wo und überhaupt?

Der Verhandlungs- und Planungsstand wurde dem Stadtrat in einer Sonder-Vollsitzung am 28.11. vorgetragen. Im Sitzungsvortrag heißt es (u.a.): „Sofern der oberirdische Ausbau realisiert wird, hat Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann zugesagt, dass der Freistaat einen neuen S-Bahn-Haltepunkt im Süden von Bamberg bestellen und im SPNV-Angebot bedienen wird. Der Bund ist bereit, die hierfür notwendigen Maßnahmen an den Anlagen der DB Netz AG … zu finanzieren.“
Eigentlich das Wichtigste: Wie man weiß, stößt der SB-Halt andernorts auf nur wenig Begeisterung, letztlich kommt es auf die Bamberger an, ob sie diesen Halt wollen und dafür die gewünschte Zustimmung für den viergleisigen, oberirdischen Bahnausbau durch die Stadt akzeptieren. Kurz: ein Zuckerl für den Stadtrat.
Lange Zeit war der SB-Halt ganz im Süden an der Forchheimer Straße geplant. Vielleicht jetzt deshalb kein Thema mehr, weil Michael Stoschek von den Brose Bamberg den Standort der dort stehenden Arena als ungeeignet bezeichnet hat. Mittlerweile werden allerdings andere Kriterien genannt, die einen SB-Halt als sinnvoll erscheinen lassen. Fragt sich nur: wo genau?
Die Stadtverwaltung favorisiert jetzt eindeutig einen S-Bahn-Standort „Nürnberger Straße“. > Bild l. u.

Haltepunkt ist gut für die Mitarbeiter benachbarter Firmen zu erreichen

In der Stadtratsdebatte gestern ging es zunächst um einen Beschlussvorschlag der Verwaltung, in dem der SB-Halt grundsätzlich gewünscht wird. Alle Räte stimmten zu, dass „für den Fall, dass der Stadtrat sich für eine Variante zur ebenerdigen Durchfahrung durch das Stadtgebiet Bamberg ausspricht“, man die Realisierung eines SB-Haltepunktes Bamberg Süd befürwortet. Strittig war der genaue Standort. CSU, SPD und GAL sprachen sich dabei für den „Standort Nürnberger Straße“ mit drei Zuwegungen (nach Westen in das Wohngebiet Gereuth, nach Osten zur Nürnberger Straße und nach Süden in Richtung der Eisenbahnüberführung Forchheimer Straße)“ aus. BGm Christian Lange: »Dieser Haltepunkt ist ebenso gut für die Mitarbeiter benachbarter Firmen zu erreichen wie von der Arena aus.«

Kritische Feststellungen zu diesem SB-Halt trafen Dieter Weinsheimer (BA) und Andreas Triffo (BBB). Weinsheimer: Die Gereuther und die Stadt hätten kaum Vorteile von dem SB-Halt, aber bedenkenswerte Nachteile. »Knackpunkt sei, dass der SB-Halt wesentlich als Zustiegstelle für Pendler aus dem Landkreis dienen soll«. Das bringe viel Anfahr- und Abfahrverkehr, zudem müsste die Stadt die Infrastruktur dafür selbst bezahlen. Unter diesen Bedingungen favorisiere die BA-Fraktion den SB-Halt an der Forchheimer Straße, also am Rand der Stadt - was man gleichzeitig als Plädoyer für den Erhalt des derzeitigen Arena-Standortes verstehen könne. Auch Triffo wollte erst »verschiedene Fragen des Erreichens« geklärt wissen. Am Ende dürften nicht die Gereuther die Verlierer sein.
Die Festlegung auf den Standort „Nürnberger Straße“ wurde mit Mehrheit angenommen.
29.11.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+6 #7 Bergradfahrer 2017-12-01 07:46
Wieso Alternativstandorte? Alle drei müssen her!
Aber halt nach der U-Bahn und dem Nellertunnel unterm Obstmarkt, oder?
+4 #6 Bender 2017-11-30 08:59
Ein S-Bahnhof Bbg-Süd. Klingt gut, aber die Funktion ist wirklich fraglich. Vorrang hat m.E. die verträglichste Lösung für die Stadtdurchfahrung.
0 #5 babsi 2017-11-29 20:20
des is a tsugerl für schnuckiputzi bertram der wenns ne sban in der gereud gibd mehr harz4 miete rüberwachsen lasen mus.
+9 #4 Heiner 2017-11-29 19:17
Den S Bahnhalt in BA Süd braucht kein Mensch. Oder versucht mal hier weil er da ist die Immobilienpreise ( Ulanenpark) hochzutreiben ? So kann man das den Menschen natürlich schmackhaft machen, hier viel Geld auszugeben. Die Gereuthler brauchen ihn sicher nicht!
+20 #3 Ein Bamberger 2017-11-29 13:39
Selbst wenn der Halt dann von Pendlern nach NÜ/FÜ/ER aus Bamberg genommen werden sollte, wie kommen die Pendler dann dort hin? Wahrscheinlich mit dem Auto und die parken dann wo?
+9 #2 Franke 2017-11-29 11:25
Bloß gut, dass es wenigsten einige noch merken, dass der S-Bahnhalt Bbg-Süd nur dazu da ist, um den Stadtrat für die oberdirische Durchfahrung zu ködern.
# 1 hat da voll recht.
+10 #1 R. Pfaff 2017-11-29 10:48
Timeo Danaos et dona ferentes!
Ich kann das Argument des S-Bahn Haltes für Pendler aus dem Umland nicht nachvollziehen. Wer aus dem Landkreis kommt und die Variante PKW/ Bahn wählt, der kann in Strullendorf, Hirschaid oder an fast jedem anderen Haltepunkt einfacher und schneller zusteigen. Wer die Variante Bus / Bahn wählt, wird das naheliegendste - den Zustieg am Bahnhof Bamberg wählen. Was die Stärkung des Hallenstandortes Forchheimer Straße angeht. Sollte es zu einem Hallenneubau kommen, so wird dieser doch mit einiger Wahrscheinlichkeit an anderer Stelle vonstattengehen. Zu einer Halle ohne Besucher käme dann noch ein Haltepunkt ohne Fahrgäste. Dafür würde Bamberg, aber auf einen wie auch immer gearteten Tunnel verzichten. Anstatt den Lärm unter die Erde zu verbannen, würden Schallschutzmauern die Stadt noch mehr teilen, als bisher und Anwohner zu einem Leben hinter Schallschutzfenstern verdonnert. Meiner Ansicht nach ein "Zuckerl" mit einem bitteren Beigeschmack.

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