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Diskussion frei! Wieder mal geht es aus aktuellem Anlass um die explizite Nennung der Herkunft von Straftätern. Ein Sachgespräch zwischen FT und dem Bürger Markus R.

An der unterschiedlichen Haltung entzündet sich ein Dialog

»Sicherheit ist für Bamberger Bürger derzeit einfach ein brisantes Thema und von Belang«, begründet Markus R. sein erstes Schreiben an den Leitenden Redakteur des FT-Lokalen Michael M. Der schriftliche Dialog entzündete sich an einem Vorfall am 22.08., bei dem abends am Bahnhof Bamberg ein 21 jährige Marokkaner eine 29 jährige Frau sexuell belästigt und deren Begleiter körperlich verletzt hatte. Der Online-Auftritt des FT berichtete aktuell darüber und verzichtete darauf, die Herkunft des Täters zu nennen. In der Printzeitung hingegen war die Nationalität genannt ebenso wie im Polizeibericht und auch in den Polizeinachrichten auf Radio Bamberg.
An dieser unterschiedlichen Haltung entzündet sich ein schriftlicher Dialog. Markus R. schreibt deshalb an Michael M: »Wir haben hier eine spezielle Situation, die meiner Meinung nach ausreicht, um die Nennung grundsätzlich durchzuführen und dennoch den Leitlinien des Presserats gerecht zu werden.« Michael M. antwortet: »Dass sich unsere Online- und Print-Redaktion hier unterschiedlich entschieden haben, zeigt: Für beide Sichtweisen gibt es gute Argumente. Wir versuchen abzuwägen, ob die Nennung der Herkunft des Tatverdächtigen noch sachliche Aufklärung ist und die Tat verstehen hilft oder ob sie nur dem Schüren von Vorurteilen dient. Das wird kontrovers bei uns diskutiert. Die einen Kollegen sind dafür, generell die Nationalität zu nennen – auch wenn es sich um deutschstämmige Täter handelt, weil die Herkunft ähnlich relevant ist wie Alter oder Geschlecht. Die anderen verweisen auf das Presserecht und sehen in wilden Spekulationen in sozialen Netzwerken noch lange kein begründetes öffentliches Interesse. Letztlich wollen wir weiterhin von Fall zu Fall entscheiden, ob die Nationalität in Zusammenhang mit der Tat steht oder nicht

So leicht wollen und können wir es uns aber nicht machen

Markus R. hatte auch auf andere deutsche Medien verwiesen und die Empfehlungen des Deutschen Presserats hinzugezogen: Er zitiert den Presserat: »Für ein begründetes öffentliches Interesse an der Nennung der Zugehörigkeit von Tätern oder Tatverdächtigen zu einer Gruppe oder Minderheit kann unter anderem jedoch sprechen, wenn zumindest einer der folgenden Sachverhalte vorliegt:
- Die Biografie eines Täters oder Verdächtigen ist für die Berichterstattung über die Straftat von Bedeutung. Beispiel: Täter ist Flüchtling und hat auf seiner Migration bereits vergleichbare Straftaten begangen.
- Der Zusammenhang zwischen Form oder Häufigkeit einer Straftat und der Gruppenzugehörigkeit von Tätern oder Verdächtigen selbst ist Gegenstand der Berichterstattung. Beispiel: Die Redaktion thematisiert den Handel mit bestimmten Drogen an bestimmten Plätzen durch Täter einer bestimmten Gruppe

»Ja, wir können es derzeit keinem so richtig recht machen«, schreibt Michael M. zurück.
»Wir haben diese Problematik bereits vor einiger Zeit im FT thematisiert und darauf sehr viele Reaktionen erhalten. Bei einer Online-Umfrage sprachen sich 85 Prozent für die generelle Nennung von Nationalitäten aus. So leicht wollen und können wir es uns aber nicht machen und bleiben bei der Einzelfallentscheidung.«

»Ich bin da voll auf Ihrer Seite«, antwortet Markus R. »Nun gut, wie gesagt es gibt andere Meinungen wenngleich es schwer fällt dies hier im speziellen objektiv nachzuvollziehen.«

Die Diskussion endet versöhnlich – was offensichtlich möglich ist!
31.8.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

0 #33 rokok elektrik 2017-11-25 09:37
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+21 #32 Bender 2017-09-12 17:47
an 31: Ich habe heute in der Süddt. Zeitung einen Bericht über den Vorfall in Hirschaid gelesen und da stand kein Wort über die Nationalitäten.
+26 #31 Clavius1970 2017-09-12 14:22
Offensichtlich findet findet bei der Berichterstattung durch die Medien ein Umdenken statt. Die Vorfälle bei der Hirschaider Kerwa wurden neutral geschildert und Roß und Reiter genannt. Jetzt kann ich mir ein Bild davon machen und komme zu dem Ergebnis. Die rechten Schläger in den Knast oder Sicherungsverwahrung. Die ebenfalls in der Mehrzahl auswärtig untergebrachten Asylbewerber ab in den Flieger und raus aus unserem Land. Meine Gedanken sind, neben den Geschädigten, auch bei den in Hirschaid gestrandeten Flüchtlingsfamilien, die am meisten unter den Vorfällen zu leiden haben. Und bitte keine roten und grünen Klickorgien. Einfach mal Alle ein wenig runter kommen.
+18 #30 Horst 2017-09-12 08:36
#29 So ist es. Die Presse ist auf die Informationen angewiesen, die ihr bereitgestellt werden. Und das sind eben nicht alle. Besonders sind Themen betroffen, die irgendwie als brisant angesehen werden. Neben Flüchtlingssachen scheinen etwa auch Dinge, die im Jobcenter passieren, nicht veröffentlicht zu werden. So als Beispiel.

Ich bin für lückenlose Information. Aber sowohl Presse als auch Polizei sollten es unbedingt vermeiden, soziale Medien wie Facebook und Twitter für politisch aufgeladene Informationsteilung zu nutzen. Das sind Shitstorm-Medien mit vielen unmündigen Idioten am Start. Das eignet sich nur für seichte und unverfängliche Sachen. Für sowas bitte nur konventionalle Medien.
+21 #29 Ibiza 2017-09-11 23:14
Die Kritik sollte weniger an die Presse gerichtet werden. Mehr an die Behörden (Polizei), die so Manches gar nicht an die Öffentlichkeit herausgeben. Mosleminterne Vorkomnisse (“Ehrenproblematiken“ und andere Klischees) werden z.B. ganz verschwiegen. Hier wird so Einiges zurückgehalten.
+33 #28 mireille 2017-09-11 13:29
Steinigt mich, wenn ihr wollt.........diese Verhätschelung und Arschpuderei von Kriminellen egal welcher Nationalität muss aufhören. Ich bin für lückenlose Information, war es ein Deutscher, sagt es und war es einer der anderen Spezies, sagt es erst recht! Was soll das alles? Wer Augen hat zum Sehen und Lesen und Ohren hat zum Hören, der weiß sich seine Meinung zu bilden und daran ist doch nichts verkehrt. Jeder (zumindest in Bbg Ost ) weiß wie der Hase läuft. Gleiches Recht für Alle, wobei ich für die Gutmenschen nochmals extra betonen möchte, das ich Kriminalität, Gewalt etc ablehne, egal von welcher Spezies/ Nationalität verübt!!!
+23 #27 Katharina Doro 2017-09-10 07:29
Den letzten Satz dieses Artikels hätten sich manche Kommentatoren zu Herzen nehmen sollen: "Die Diskussion endet versöhnlich – was offensichtlich möglich ist!" Das muß man aber auch wollen.
-69 #26 Bergradfahrer 2017-09-06 08:50
Stolzer Superbus, da haben Sie recht! Jawoll, was soll man sonst machen als diejenigen ausschließen, die anderer Meinung sind und deren Argumenten man außer Gewalt nichts entgegen zu setzen hat? Das ist genau der Geist, der uns Deutsche groß gemacht hat...für ein paar Jahre. ;-)
+59 #25 Superbus 2017-09-06 08:43
Bilanz: Man sieht, wie aus einem informativen, sachlichen Artikel zu einem wichtigen Thema eine vergiftete, vom eigentlichen Thema abweichende Auseinandersetzung wird. Ich würde solche Kommentatoren wie z.B. diesen "Bergradfahrer" einfach nicht mehr zulassen. Das Presserecht gibt das her.
-67 #24 Bergradfahrer 2017-09-06 07:59
Es ist ja fast schmeichelhaft und sehr lustig, wie man auf Grund einiger weniger Sätze und Fragen dämonisiert werden kann, und welcher Einfluss einem unterstellt wird.
Aber, Herrschaften, ich erkläre Ihnen das jetzt mal:

Wie wäre es anstatt an eine Verschwörung zu denken, die, wie alle Verschwörungen sehr unwahrscheinlich ist, nicht zuletzt weil das Ziel der Verschwörung, also die Webzet, vollkommen irrelevant ist, einfach sich mal an die eigene Nase zu fassen. Der inflationäre Gebrauch von Ratings hat zu deren Abwertung geführt. Das fing an auf der Seite der hier vorherrschenden Hauptströmung, wenn es um meine Kommentare geht. Dazu kommt eine hohe Empfindlichkeit (narzisstische Kränkbarkeit?) auch auf geringe Abwertung Ihrer eigenen Kommentare. Dies führte zu einer massiven Reaktion, es traten immer stärker wachsende Schwankungen auf. Irgendwer, wahrscheinlich sogar mehrere, haben die scheunentorgroßen Lücken in diesem recht einfachen Messageboardsystem gefunden und nutzten diese. Es entsteht schlicht eine Art positiver Rückkopplung.
Es ist natürlich schwer einzusehen, aber Sie haben aller Wahrscheinlichkeit nach durch ihre Reaktionen ihr Punktesystem selbst wertlos gemacht.
Der Herr Redaktion ärgert sich, Sie regen sich auf, ich schüttele mit leicht belustigtem Staunen den Kopf.

Um nicht OT zu sein: Die Nennung der Nationalität in Polizeiberichten ist irrelevant.

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