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Unübersehbar: der Sanierungsbedarf an den Graf-Stauffenberg-Schulen. Mitglieder des Schulforums der GS-Realschule haben jetzt dem Stadtrat einen „Blauen Brief“ geschickt.

Sanitäre Anlagen seit über 40 Jahren nicht renoviert

»Haben Sie die Sanierung der Graf-Stauffenberg-Realschule vergessen?« heißt es im Betreff der des gut drei Seiten langen Schreibens, das stellvertretend für die Schulgemeinschaft die Mitglieder des Schulforums der GS -Realschule an den Bamberger Stadtrat geschrieben haben. Das Schreiben wurde in Form eines „Blauen Briefes“ zu Beginn der Vollversammlung am 29.3.2017 überreicht.
Man muss sich nicht mal groß anstrengen, »um den renovierungsbedürftigen Zustand unseres Schulhauses« optisch darzustellen (> s. Bilder), heben die Eltern hervor. Seit Jahren sei der Sanierungsbedarf an den GS-Schulen unübersehbar. Im Brief heißt es: »Unsere Kinder erzählen uns häufig von den baulichen Mängeln, die im Schulhaus offen zutage treten. Viele Kinder berichten, dass sie während des Unterrichts mit ihrer Jacke im Klassenzimmer sitzen, weil die Fenster und Isolierungen … die Kälte des Winters nicht ausreichend abhalten. Andere Räume hingegen sind so überheizt, dass Schüler davon Kopfschmerzen bekommen und sich nicht konzentrieren können.« Die sanitären Anlagen sind nach über 40 Jahren ohne Renovierung heruntergekommen. Aufgrund der Brandschutzmängel, dem Zustand der Heizanlage oder dem unzureichenden Raumangebot für Ganztagesbetreuungsmöglichkeiten »braucht das Schulhaus endlich eine Sanierung«.

Zurzeit streiten Bund und Land über die Vergabekompetenz

Die Eltern weisen auf die Aktivitäten der Bundesregierung hin - wie z.B. auf ein neues Förderprogramm für den Effizienzhaus-Plus-Standard im Bildungsbau. »Wir sehen darin eine echte Chance unsere Schul- und Sportgebäude energetisch umzugestalten.«
Die Stadtratsmitglieder müssten aber eigentlich diese besonderen Förderangebote des Bundes kennen, ist doch immer wieder von einzelnen Fraktionen darauf hingewiesen worden. Insbesondere GAL-Stadtrat Peter Gack hat im vergangenen Jahr 2016 vorgeschlagen, Mittel aus dem „Kommunal-Investitionsprogramm des Bundes“ zu beantragen. Aber die Stadtverwaltung wollte in diesem Programm lieber die Sanierung des alten Kreiswehrersatzamtes als Bürgerrathaus unterbringen - was ihr auch gelungen ist. Mittlerweile wurde das Förderprogramm erneut aufgelegt und bis 2020 verlängert. Allerdings streiten sich jetzt Bund und Länder darum, wer die Vergabekompetenz für die Mittel erhält. Man kann hoffen, dass dieser Streit bis zur Jahresmitte beigelegt ist. Dann hätte die Stadt Bamberg die erneute Chance, eine Bewerbung für die Sanierung der „Blauen Schule“ loszuschicken.
2.4.17 Bilder: WeBZet; Stadt Bbg. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“.

Kommentare   

+7 #5 freggerla 2017-04-03 09:59
Ich sags mal so: Wären die Schüler - Wähler, sähe es wohl anders aus!
So bringen sie keine Stimmen und haben daher auch keine Lobby, anders als die Datzerer zum Bleistift.
Wobei ich NICHT für das Wahlrecht ab 16 bin!
+10 #4 Mc Fly 2017-04-03 09:08
Traurig aber wahr: viele Eltern schicken Ihre Kinder lieber (aufwändig) auf die RS aufs Land; Schesslitz und Hirschaid um nur zwei zu nennen.
Bleibt inständig zu hoffen das die GroKo sich einig ist und die letzte Chance auf Fördermittel für die dringende Sanierung nutzt.

Ansonsten regelt die Zeit das Problem selbst, wenn die "blau-weiß Schimmel" Schule in sich zusammenfällt.
Optisch ist ja von der "Blauen" schon lang keine Rede mehr...
+15 #3 Clavius1970 2017-04-02 15:24
Die Blaue ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Versagen der politischen Eliten auf allen Gebieten. Diese selbstverliebten Posten - und Pfründeschacherer regieren doch völlig an den Bedürfnissen der breiten Masse vorbei. Mit dem Geld für die Bamberger Leuchtturmprojekte zum Wohl gewisser Klientelgruppen könnte man in den Schulen sogar noch goldene Wasserhähne einbauen. Basketballer, Theater, Symphoniker, überdimensionierte Verwaltung, Höchstgehälter für das Versagen von Referenten und Amtsleitern und und und..... Schaut euch doch mal die Schlaglochorgien auf Bambergs Straßen und Gehsteigen an. Die Prioritäten werden völlig falsch gesetzt. Aber Hauptsache der OB hat ... (geändert v. WeBZet: Die Behauptungen sind zum Teil bereits grenzwertig. Der Vorwurf gegen den OB ist nicht belegbar.)
+27 #2 Bürger dieser Stadt 2017-04-02 09:54
Nur ein Beispiel dafür, daß In dieser besch...eidenen Stadt die falschen Prioritäten gesetzt worden sind.

"Eventregion", "Genußregion", "Literaturstandort", "Autostadt", "Fahrradstadt", "Basketballstandort" ... ja, was sind wir eigentlich? Nichts weiter als eine Fassade.

Ich will aber keine Fassade, ich will Inhalte. Ich will keine merkwürdigen Events, keine steigenden Touristenzahlen, keine Oberflächenversiegelung. Ich will sanierte Schulgebäude, ausreichend Kinderbetreuungsplätze, verträgliche Besucherzahlen, maßvollen PKW-Verkehr, maßvolle Wohnkosten...eben Dinge, die für Lebensqualität stehen.

Eine Kommunalpolitik, die in dieser kleinenStadt manchmal schon fast an Größenwahn heranreicht, kann ich nicht gebrauchen.

Also: Bringt die Schulen zumindest soweit auf Vordermann, daß man damit leben kann. Aber die Energieeffizienz bitte nicht mit billigem Styropor gewährleisten, die uns in spätestens 20 Jahren unter'm Arsch wegschimmelt.
+20 #1 Ein Bamberger 2017-04-02 09:24
Zeige mir einer eine andere Bamberger Schule die nicht renoviert werden müsste. Aber Kinder sind halt mal kein Prestige Objekt wie Basketball oder Philharmoniker.

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