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Auch in Bamberg mussten die Parteien der Großen Koalition schwere Verluste hinnehmen. Die AfD schneidet für eine Universitätsstadt unverhältnismäßig gut ab.

Silberhorn und Schwarz wieder im Bundestag

Besonders bei den Zweitstimmen musste vor allem die CSU herbe Verluste hinnehmen. Mit etwas mehr als 31 Prozent verlor sie rund zehn Prozent zum Ergebnis des Jahres 2013. Dennoch errang der CSU-Kandidat Thomas Silberhorn mit rd. 34 Prozent persönlichen Stimmen das Direktmandat im Wahlkreis Bamberg-Forchheim.
Die SPD musste gegenüber 2013 noch einmal über fünf Prozent abgeben. Mit 16,53 Prozent kann sie sich nur noch knapp über dem Ergebnis der Bamberger Grünen mit 14,48 Prozent behaupten. Allerdings ist auch SPD-Kandidat Andreas Schwarz über die bayerische SPD-Liste wieder in den Bundestag gewählt. Wahrscheinlich wird auch die Forchheimerin Lisa Badum über die Bayernliste der Grünen in das Bundesparlament einziehen. In Bamberg konnte sie 13,04 Prozent erringen.

Die Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) zeigte Wirkung

Die Verluste von CSU und SPD hatten ihr Gegenstück bei den kleineren Parteien. Großer Gewinner der Wahl war auch in Bamberg die Alternative für Deutschland (AfD). Sie erhielt 11,44 Prozent.
Zu den Gewinnern der Wahl in Bamberg können neben der AfD noch die FDP und die Linke gezählt werden. Mit 5,41 Prozent Zuwachs bei den Zweitstimmen hatten die freien Demokraten 10,75 Prozent errungen.
Erfolgreich in Bamberg auch die Linke: Mit 9,01 Prozent legte sie bei den Zweitstimmen um 3,52 Punkte zu.
Die anderen Parteien blieben allesamt unter zwei Prozent.
Eine Besonderheit in Bamberg: Im Stadtteil Gereuth erhielt die AFD über 28 Prozent – mehr als die CSU! Insgesamt hat die Partei auch bei den Nachbarn der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) besonders gut abgeschnitten, was als Denkzettel für die Bamberger Lokalpolitik gewertet werden kann.
25.9.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+4 #12 Pyoung92 2017-10-04 14:42
Die Afd hat zwar in der Gereuth stark abgeschnitten, jedoch ging dort ein großer Teil der Wahlberechtigten erst gar nicht zur Wahl. Was zeigt uns das? Keine der großen Parteien hat in den letzten Jahren die Sorgen der Bürger Ernst genommen. Die Union schrie: Uns geht es gut! SPD: Wir machen alles so wie früher, dann haben wir keine Probleme. Dass die Leute mittlerweile andere Sorgen haben, wollte keiner kapieren. Es wundert mich nicht, dass der Wähler so abgestimmt hat. Er wollte damit ein Zeichen des Protestes senden und signalisieren, dass er ein Weiter-So nicht will. Er will seine Probleme gelöst haben. Natürlich geht es auch um die Bevölkerungsstruktur in den Stadtteilen, aber das ist aus meiner Sicht nicht der Hauptgrund. Wären keine Probleme vorhanden, hätte die AfD nicht so hohe Zustimmung bekommen.
+27 #11 mireille 2017-09-28 09:00
mein Freund der Bergradfahrer wieder........an diesem Kommentar bin ich gleich hängen geblieben, auch wenn er mich nicht überrascht! Sie machen es sich ja wieder sehr einfach. Sie haben als einziger "richtig" gewählt und die AfD Wähler kommen in die "Deppen Schublade" Wie einfach das Leben doch sein kann.....Ist es aber leider nicht. Ich denke, die wenigsten AfD Wähler, sehen diese als "regierungsfähige Partei" , ( obwohl deren Wahlprogramm durchaus einige gute Ansätze zeigt) sind aber trotzdem nicht zufrieden, mit der herrschenden Politik, die viel zu oft an den Bedürfnissen der Bürger vorbei regiert. Man sollte dies einfach zum Anlass nehmen, einmal gründlich nachzudenken und überlegen, was man ändern könnte. Diese Klatsche haben CDU und SPD verdient! Und diese Überheblichkeit, die mancher hier an den Tag legt ist vollkommen daneben. Das zeigt mir, das Menschlichkeit und Verständnis für andere, an Hochmut und Arroganz gescheitert sind!
-10 #10 semfd 2017-09-26 16:46
#8
Die AfD ist in Bamberg dort weniger repräsentiert, wo es mehr Akademiker gibt und Einkommen über 3000€. Bildung und das mit zusammen hängende Einkommen sind definitiv eine wichtige Variablen.
(dazu auch http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/afd-waehler-terrorbekaempfung-integration)
Aber stimmt, der AfD-Wähler ist, wie dem allgemeinen Tenor auch leicht zu entnehmen ist, generell pessimistisch. Die leben in keiner schönen Welt. Traurig eigentlich.
+21 #9 Baba Yaga 2017-09-26 15:17
Die CSU hat immer noch bei weitem zu viele Stimmen. Das verdient sie nicht und tut ihr auch nicht gut. Sie sollte sich in Prozentsichtweite zu den anderen Parteien bewegen.
+32 #8 Rubberduck 2017-09-26 09:57
Der Ausgang der Wahl, insbesondere die Stärke der AfD hat nichts mit geringer Bildung oder sonstigen niederen Themen zu tun, auch wenn unser Spitzenkommentator "Bergradfahrer" darauf hinaus will....
Gereuth, Stadion, evtl. noch Gartenstadt sitzen mitten im Geschehen, welches einem 2015 vor die Nase gesetzt wurde.
Klausiboy beschimpfte jeden Kritiker als Nazi
(Finde ich mittlerweile als Mainstream- Schimpfwort amüsant! ;-)
Andere Stadtteile sind ja in der Asylfrage super weggekommen.
Tja, jetzt muss dieses Ergebnis halt mal zum Nach,-und Umdenken genutzt werden!
Tadaa!
+52 #7 cityman 2017-09-25 11:52
Meiner Meinung nach ist der Ausgang diese Wahl das Resultat bester Demokratie, auch wenn viele Prodestwähler unterwegs waren. Gerade die haben ja gezeigt, dass sie mit dem aktuellen Regierungsgebaren und der Volksferne nicht einverstanden sind.
Meine private Meinung! !
+54 #6 Bürger dieser Stadt 2017-09-25 10:05
Es ist ein großer Fehler, wenn man nicht in der Lage ist, sich mit den Positionen einer Partei sachlich und in einer demokratischen Art und Weise auseinanderzusetzen. Im Hinblick auf die AfD war das nämlich überall, auch hier vor Ort, deutlich zu beobachten.

Wenn die rechtsradikale Keule geschwungen wird, wenn politische Positionen aus dem programmatischen Kontext gerissen und z.B. via Photoshop zu reißerischen und nicht mehr kontextualisierten Stichpunkten zusammengefügt werden, wenn eigentlich nur mit schwammigen und unsachlichen Mitteln der Versuch einer politischen Ausgrenzung unternommen wird, ist das nicht glaubhaft. So etwas kommt bei den Leuten überhaupt nicht gut an. Das hat mit politischem Diskurs nichts zu tun.

Bei der AfD mag es Leute geben, die sich bedenklich geäußert haben. Auch mag es bedenkliche Bewegungen unter dem Banner der AfD gegeben haben. Das offizielle Parteiprogramm jedoch hat keine rechtsradikalen Positionen. Ich erkenne keine. Nur harte Positionen. Mir sind sie zu hart, aber ich würde deshalb niemals irgendeine kaum glaubhafte Keule schwingen. Auf diese Weise verkauft man die Leute nur für blöd. Das sind sie aber nicht.

Das ist jetzt die Quittung. Nicht schlimm für die Demokratie, aber für die etablierten Parteien immerhin ein Denkzettel.
+37 #5 Werner 2017-09-25 09:56
@1+3: das ist aber auch verflixt mit dieser Demokratie. Nur echt blöd, daß jede Stimme gleich viel zählt, auch die der "abnormalen".
-4 #4 WeBZet 2017-09-25 09:55
Die WeBZet erinnert daran, dass laut "Richtlinien für Kommentare" jede/r Kommentator/in sich nur zweimal äußern darf.
-57 #3 Bergradfahrer 2017-09-25 09:50
#2
Mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit ist es so!
Wenn Sie einmal die Bevölkerungsstrukturdaten der Straßen betrachten, die zu den Wahllokalen gehören, werden Sie das eindeutig feststellen. Natürlich Datenzugriff (der nicht billig ist) und mathematisch-statistische Kompetenz (die auch nicht jeder hat) vorausgesetzt. ;-)

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