Auf einen guten Tag

 

Das allerbeste Mittel gegen die Sorgen ist augenblicklich, sich um die anderen bekümmern zu müssen.

Carl Hilty (1833-1909) Schweizer Staatsrechtler

 

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Auch die WeBZet möchte jetzt doch etwas Ferien machen und wird deshalb ihr Erscheinen in den nächsten Wochen ausdünnen.

Eine breite Allianz: Mieterbund, Städtetag und Länderregierungen sagen Vermiet-Plattformen den Kampf an. Auch in Bamberg kann ein neues Gesetz Relevanz haben.

In vielen Städten wird der akute Wohnungsmangel verschärft

Ein neues Gesetz soll verhindern, dass Vermieter ihre Wohnungen als hotelähnliche Unterkünfte im Internet anbieten oder Dauer-Patienten von Kliniken auf Mietwohnungen zurückgreifen, statt in einem Hotel unterzukommen. Beide Phänomene verschärfen in vielen Städten den akuten Wohnungsmangel.
Der Deutsche Mieterbund (DMB) fordert die betroffenen Städte in Deutschland auf, strenger gegen professionelle Anbieter auf der beispielsweise auf der Übernachtungsplattform Airbnb vorzugehen. Für den DMB sei es ein großes Ärgernis, dass klassische Mietwohnungen in den Innenstädten für touristische Belange zweckentfremdet werden.
Auch in Bamberg läuft eine entsprechende Sachdiskussion. Grund ist weniger die Fremdvermietung von Einzelwohnungen: heißt die klassische Ferienwohnung. Vielmehr geht es um die Absicht, ganze Häuser mit 10, 20 und mehr Wohnungen zu einem Beherbergungsbetrieb umzunutzen.
Geraume Zeit wurde von vielen Menschen die Internetvermittlung z.B. über Airbnb als günstige Alternative zu Hotelzimmern gern gesehen. Mittlerweile stammen aber viele Werbe-Inserate von professionellen Vermietern, die regelmäßig mehrere Zimmer und Wohnungen anbieten. Wie es auch in Bamberg beobachtet werden kann. Das Airbnb-Konzept gibt es besonders in Touristen- und Messestädten.

Bayern soll jetzt das schärfste Gesetz in ganz Deutschland haben

Diese Wohnungen werden dem Mietmarkt entzogen, kritisiert der DMB. Außerdem würden sich Hotels einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt sehen, weil für Privatwohnungen weniger Auflagen gelten würden als für gewerbliche Gästehäuser. Eine Rolle spielt auch, dass Wohnungen bzw. Häuser, die umgewandelt werden sollen, oft längere Zeit leer stehen oder so umgebaut werden, dass sie nicht mehr für übliche Wohnzwecke genutzt werden können. Dazu komme, dass die klassischen Mieter im Haus mit teilweise unfreundlichen  Mitteln zur Auflösung des Mietverhältnisses veranlasst werden.
Zwar versuchen bereits mehrere Städte, Wohnraum mit sog. Zweckentfremdungs-Satzungen zu schützen. Die Regeln sind aber sehr unterschiedlich, weil es keine bundesweit einheitliche Grundlage gibt.
Der Deutsche Städtetag appelliert an Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt, in denen es viele Airbnb-Wohnungen gibt, die jeweiligen Länderregelungen anzuwenden. Für Bamberg kann hier ein neues Gesetz relevant werden, das der Bayerische Landtag im Mai 2017 beschlossen hat. Mit Bußgeldern bis zu 500.000 € will man gegen das Konzept von Airbnb und ähnlichen Plattformen vorgehen. Bayern soll damit das schärfste Gesetz in ganz Deutschland haben.
9.8.17 Bilder: WeBZet; unbek.. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“. 

Kommentare   

+3 #7 Frau Holle 2017-08-17 08:12
#6:
Es ist genau umgekehrt. Früher waren es "Luxusprobleme". Heute ist das bitterer Ernst.
+8 #6 gablmann 2017-08-16 17:38
Uns Bamberger haben inzwischen Probleme übermannt, die man früher nie für möglich hielt.
Bei uns werden die Gehsteige abends hochgeklappt, da is ja die Katz gfreggt, spießig, viel zu katholisch, usw….. so hieß es.
Jetzt müssen wir uns mit "Luxusproblemen" rumschlagen. Weil irgendwelche Leute unsere schöne und einst liebenswerte Stadt auf den Markt geworfen haben.

Das Schlimmste daran ist, dass sie damit nicht aufhören. (Beisp. Neue Halle)
+25 #5 Frau Holle 2017-08-10 07:22
Bamberg ist im Verhältnis zu seiner Größe auffällig hoch belastet. Höher als andere. Das bezieht sich auf den Tourismus, den Zuzugsstau, den Verkehr und leider auch auf unsinnige Events. Hier stimmt etwas nicht.
+22 #4 Superbus 2017-08-09 21:18
Ein ganzes Haus "mit 10, 20 und mehr Wohnungen zu einem Beherbergungsbetrieb umnutzen". Das ist wirklich nicht mehr normal und in Bamberg offensichtlich ein Auswuchs des überbordenden Tourismus. Schlimm!
+6 #3 Heiner 2017-08-09 13:20
Die Stadt hat doch die Aufgabe Wohnungen für sozial schwache Menschen zu schaffen. Macht sie aber nicht , lieber werden hochwertige und teuer vermietbare Wohnungen wie auf der Erba gebaut. Jetzt wir wieder auf den privaten herumgehackt. Gut nicht alle Mieter sind Mietnomaden und ranzen so manche Wohnung herunter. Wenn sie das aber mal mitgemacht haben wie Eigentum zerstört wird, was mühevoll hergerichtet wurde, dann denken sie anders.
+27 #2 Bürger dieser Stadt 2017-08-09 09:28
Wer hat diese Entwicklung denn mit verschuldet? Richtig. Stadtpolitiker, die mit ihren überschaubaren Städten immer überregionaler hinauswollten. Die Kehrseite der Medaille mag anscheinend niemand verantworten.
+28 #1 schönlangsam 2017-08-09 08:48
weil private investoren ihre räume vorsätzlich leeren, ändern und dem wohnungsmarkt entziehen, regt sich der widerstand.

wer aber stellt die stadt an den pranger, die ihre räume jahrelang vermodern lässt und nichts gegen die wohnungsnot unternimmt? schlachthofkneipe und tabakscheune sind nur 2 beispiele für das grandiose und schäbige versagen der verwaltungsspitze. es gibt noch viel mehr brachfläche, die der kämmerer sehr spekulativ versteckt.

man könnte fast glauben, diese stadt bereichert sich an der armut und an der wohnungsnot ihrer bürger. warum also gegen ferienwohnungen vorgehen? gehört doch den stadtratsmitgliedern auch so manche goldgrube.

freggala sann se scho...^^

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