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Kein leichtes Thema. Der Stadtrat tut sich schwer, denn eine Entscheidung liegt nicht allein in seinem Ermessen. Keine ausreichenden Gründe für Tempo 30 vor der Trimbergschule.

Auch bei neuer Rechtslage kein Automatismus

Zurzeit häufen sich die Wünsche nach Tempo 30 für bestimmte Straßen. Diesmal stand sogar die Straße vor einer Schule im Brennpunkt. Nach der (ersten) Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung (v. 30.11.16) hätte das eigentlich kein Problem sein dürfen – aber es wurde am 9.5.17 vom Verkehrssenat des Stadtrates trotzdem abgelehnt. Die SPD-Stadtratsfraktion hatte beantragt, auf Höhe der Hugo-von-Trimberg Schule zwischen Forchheimer Straße und Kunigundendamm die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen.
Die Gründe waren ähnlich denen, die zur Ablehnung von Tempo 30 in der Löwenstraße geführt haben. Namens des städt. Straßenverkehrs-Aufsichtsamtes hat Cornelia Towstoles u.a. dargelegt, dass »als „sensible“ Bereiche von der Neuregelung insgesamt allgemeinbildende Schulen erfasst sind, weil auch dort erfahrungsgemäß vor allem in den unteren Altersklassen ein unachtsames Verkehrsverhalten vermehrt noch anzutreffen ist«. Dennoch sei damit »kein Automatismus verbunden, dass Tempo 30 vor solchen Einrichtungen stets anzuordnen ist. Es ist daher weiterhin eine Einzelfallprüfung erforderlich.«
Ein entscheidender Aspekt sei, dass durch die Anordnung von Tempo 30 »ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn zu den meist vorhandenen besonderen Sicherheitseinrichtungen zu erwarten ist«. Das sei bei der Trimbergschule nicht der Fall.
Im sicherheitsrelevanten Umfeld der Schule gebe es bereits zahlreiche Maßnahmen, die zum Schutz der Schüler eingerichtet wurden. > vgl. Skizze r.

Ohne zusätzlichen Sicherheitsgewinn kein Tempo 30

Die Diskussion im Senat war vergleichbar mit der zum Thema „Löwenstraße“ > WeBZet-Bericht von gestern. Auch wenn es um andere Kriterien ging. CSU-Sprecher Dr. Franz-Wilhelm Heller attestierte »ausreichende Sicherheitsanlagen« und dass »keine Gefahrenlage bekannt ist«. Dagegen hielt Felix Holland: »Ampeln und Schulweghelfer sind kein Grund Tempo 50 zu erlauben.« Gertrud Leumer (GAL) sprach von einer »Rennstrecke« und kündigte an, mit der SPD für eine 2. Lesung zu stimmen.
Anders die weiteren Redner. Michael Bosch (BA) hatte für beide Positionen Verständnis. »Aufgrund der Rechtslage werden wir aber dem Verwaltungsantrag zustimmen.« Lapidar bemerkte Josef Kropf (BBB): »Tempo 30 ist hier nicht nötig!«
Seitens der Polizei Bamberg bekräftigte PHK Ines Schellmann, »dass es keine Erkenntnisse gibt, die eine Temporeduzierung verlangen würden«
Laut Cornelia Towstoles wird die Stadtverwaltung nach Vorliegen der Verwaltungsvorschrift für die Änderung der Straßenverkehrsordnung unaufgefordert in eigener Zuständigkeit prüfen, ob – und ggf. wie – die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit auf der Forchheimer Straße im Umfeld der Trimbergschule auf 30 km/h beschränkt werden kann.
Der Senat stimmte schließlich einstimmig dem Verwaltungsvorschlag zu.
12.5.17 Bilder: Stadt Bamberg. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“. 

Kommentare   

0 #5 A. Sch. 2017-05-20 11:36
Die Sicherheitsmaßnahmen an diesem Straßenabschnitt sind wirklich ausreichend. Manchen Tempo 30-Fetischisten geht´s doch nicht um mehr Sicherheit, sondern schlecht gegen Autos.
+6 #4 convertible notebook 2017-05-14 06:12
Vielen Dank! Wollt ich nur mal sagen.
-1 #3 Bürger dieser Stadt 2017-05-12 19:35
Blechverkehr ist nicht böse, sondern einfach nur viel zu viel. Und in einer Innenstadt fehl am Platz.
+15 #2 Rubberduck 2017-05-12 19:20
Danke, Clavius 1970!
So! schauts nämlich auch aus.
Ned immer nur dieser " böse, böse Blechverkehr".
Augen auf im Straßenverkehr, nur kriegt des von denna Schraazn heutzutage keiner mehr mit!
+26 #1 Clavius1970 2017-05-12 15:20
Sensibles Thema vor einer Schule. Und wieder polemisieren unsere Besserwisser ohne sich die Situation mal genau anzuschauen. Wer tagsüber zu Schulzeiten hier von einer Rennstrecke redet, hat keine Ahnung. Zwischen der Fußgängerampel am Luitpoldhain, die sehr häufig von den Schülern genutzt wird, und dem Münchner Ring ist doch zu Schulzeiten kaum Tempo 50 möglich. Häufig sind hier auch Verkehrserzieher der Polizei vor Ort. Weiterhin erfordern die Radwege und der Zebrastreifen erhöhte Aufmerksamkeit und reduziertes Tempo von den Autofahrern. Die unteren Altersklassen sind außerdem disziplinierter als die älteren Schüler. Leider muss man auch immer wieder feststellen dass im Bereich der Nebeneingänge, Eltern auf der Forchheimer Straße und dem Grünsstreifen halten, um Ihren, mit dem Smartphone navigierenden, Sprößlingen einen möglichst kurzen Weg zur Schule zu ermöglichen. Ein Handyverbot auf dem Schulweg würde hier der Sicherheit mehr dienen als Tempo 30. Viele Schüler glotzen auf ihr Wischkästla, die Schmalzbohrer auf volle Dröhnung drin, latschen blind und taub über Straße oder Radweg und gefährden sich und andere. Da hilft nur Tempo 10 und extra lautes Hupen. Sonst kriegen die nichts mit.

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