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Aktuelle Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests. Der Test soll helfen, den Radverkehr zu verbessern. In Bamberg hat sich die Situation verschlechtert. Die Stadt widerspricht.

Ein "Armutszeugnis" für die „angebliche“ Fahrradstadt Bamberg

Bei dem regelmäßigen Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in 539 Städten soll sich die „Fahrradfreundlichkeit“ in Bamberg weiter verschlechtert haben. Das behaupten zumindest die Initiatoren des Radentscheids Bamberg: Ihrer Meinung nach zeigen die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests 2016  eindrucksvoll auf, wie es um die angebliche Fahrradstadt Bamberg tatsächlich bestellt ist. > Grafik mit Ergebnissen
Bamberg erhält die im Vergleich zur letzten Befragung von 2014 die noch schlechtere Gesamtnote von 3,9 und verliert damit auch im Städtevergleich Plätze. »Es ist schon ein Armutszeugnis und bezeichnend für das Niveau der hiesigen Radverkehrspolitik, wenn der Stadt, die aktuell mit 30% den größten Radverkehrsanteil in Bayern aufweist, ein derartiges Zeugnis ausgestellt wird«, so Christian Hader von der Initiative Radentscheid. »Insbesondere die Bewertung der Konflikte mit Kraftfahrzeugen im Mischverkehr zeugt davon, dass sich die Menschen in Bamberg eine verkehrsberuhigte oder getrennt vom motorisierten Verkehr geführte und geschützte Radinfrastruktur wünschen«, so Hader weiter. Nach Meinung der Initiative sind die Ergebnisse eine Bestärkung für das momentan laufende Bürgerbegehren, da dessen Ziele die Hauptkritikpunkte aufgreifen und konkrete Maßnahmen von der Stadt verlangen. Co-Initiator Andreas Irmisch ergänzt deshalb: »Der aktuelle ADFC-Fahrradklima-Test bestätigt die Einschätzung des Radentscheids zum Zustand des Radverkehrs in Bamberg. Der Radentscheid ist darauf ausgerichtet, genau diese Schwachstellen zu beseitigen, damit sowohl Konflikte als auch Unfallzahlen reduziert werden.«

»Bamberg teilweise Opfer des eigenen Erfolgs«

Auf Befragung durch die WeBZet antwortet der für den Fahrradverkehr zuständige Referent der Stadt Bamberg, Thomas Beese. Er räumt ein, dass sich trotz all der Errungenschaften für den Radverkehr, Bamberg sich beim aktuellen ADFC-Fahrradtest, gegenüber dem Ergebnis von 2014 leicht verschlechtert hat - statt 3,8 jetzt 3,9. »Auch wenn die Radwege nicht schmaler geworden sind und die Radmitnahme im ÖPNV sich nicht verändert hat, sind die Bewertungen gesunken.« Diesen Trend habe auch der ADFC Bundesverband bei seinem Medientermin bestätigt: Gerade Städte, die aktiv sind, werden eher kritischer bewertet, weil die Erwartungshaltungen schneller wachsen, als die Infrastruktur mithalten kann. »Bamberg wird also teilweise Opfer des eigenen Erfolgs«, so die Bewertung des Baureferenten.
Bei wichtigen Themen, wie „Alle fahren Fahrrad“ (Note 2,7), „Stadtzentrum gut zu erreichen“ (Note 2,3) oder „Zügig und direkt zum Ziel“ (Note 2,6) punktet Bamberg und ist vorne mit dabei. Diese guten Bewertungen in Kernpunkten würden aber verwässert, durch Themen wie „öffentliche Leihradsysteme“ (Note 4,4) oder „Mitnahme ÖPNV“ (Note 4,7). »Wer aber braucht Mietradsysteme und Busmitnahme, wenn alle Fahrrad fahren, das Zentrum gut zu erreichen ist und man mit dem Rad zügig zum Ziel gelangt? Hier werden Großstadtthemen zu stark gewichtet«, so Beese abschließend.

> Fahrradklimatest komplett 
26.5.17 Bilder: PSt. Bbg; Init. Radentscheid; WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“. 

Kommentare   

+6 #12 R.Pfaff 2017-05-31 08:21
Paul Watzlawick sagte einst: “Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.” An diesen Satz muss ich denken, wenn ich mir den Radentscheid ansehe. Sieht man das Fahrrad als das einzig wahre Mittel zur Lösung aller Verkehrsprobleme, sieht man logischerweise in jeder Straße einen Fahrradweg. Das ist mir zu einseitig und nicht umfassend genug gedacht und es geht an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbei. Das Fahrrad ist ein gutes Mittel zur Verbesserung der Verkehrssituation und somit zur Steigerung der Lebensqualität, aber bei Weitem nicht das einzige. E-Bikes und E-Mobile zum Mieten, Ladeinfrastruktur für E-Mobile und autonome Innenstadtshuttle sollten mindestens genauso Berücksichtigung finden, wie mehr Fußgängerbereiche und Zebra-Streifen.
Und zwischen all dem muss auch noch Platz für konventionelle PKW sein, denn Veränderung braucht Zeit. Nicht jeder kann von heute auf morgen umsteigen. Viele werden noch eine ganze Weile auf den PKW angewiesen sein. Veränderung ist notwendig, gar keine Frage, aber bitte mit etwas mehr Augenmaß.
+7 #11 Michel 2017-05-29 09:42
#10 " immer schön auf die anderen eindreschen. "

Beklagt er und tut in seinem ganzen Beitrag nix anderes :-)
-11 #10 schönlangsam 2017-05-28 23:42
#9
bitte keine neuen selbstbeweihräucherungen. der dummdreiste pfand und euer fetischismus dafür ist überhaupt erst schuld daran, dass deutschland so ziemlich zum wohl größten müllverursacher europas mutiert ist.
haltet euch lieber etwas zurück mit all den besserwissereien und bevormundungen. dann wird das auch wieder was mit den wahlen...

#7
seit wann steht toleranz auf ihrem stundenplan miss mireille? wohl nur, weil sie selbst autofreak sind... wehe es ginge gegen ihre interessen, dann wäre es wohl aus mit toleranz.

in diesem punkt agieren sie genauso wie die fahrradfreaks - nur ja keine eigene toleranz üben. immer schön auf die anderen eindreschen.

#4
nur leider nimmt die zahl der fahrrad-rowdies und kampfradler stetig zu. das kann nicht alleine an der zu rasant gewachsenen studentenschar liegen.
auf jeden fall wird mir als fußgänger sogar schon in fußgängerzone und auf gehwegen angst und bang.
ich weiß, dass auch die radfahrer die wahrheit oft nicht so gerne hören wollen.
+1 #9 Jonas G 2017-05-27 14:19
#8

Das Dosenpfanddesaster :-D
welches gegen große Widerstände von Industrie und Handel (der Trend ging damals zu Bierdosen statt Flaschen) von Grünen durchgesetzt wurde, hat dafür gesorgt, dass sich viele mittlere und kleine Brauereien überhaupt am Markt halten konnten, die ihre Produktion nicht so einfach auf Dosen umstellen konnten.
Es gab damals bei den Dosen eine massive Marktkonzentration auf einige wenige Hersteller.
Also war das Pfand ein echter Beitrag zur Bamberger Biervielfalt!

Leider hat sich der ökologische Nutzen nicht in so großem Ausmaß dargestellt, da es ziemlich schnell ein Umsteigen der großen Konzerne auf Einweg-PET-Flaschen gab (die übrigens nur einmal befüllt und dann wieder eingeschmolzen werden)... :-(
Für unsere gemeinsame Umwelt ziemlich schlecht, aber ich denke sie würden ein höheres Pfand für diese Flaschen als Bevormundung empfinden, also trinken wir erstmal weiter daraus...

https://www.haerle.de/aktuelles.55.html
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/dosenpfand-kleine-brauer-ziehen-in-den-dosenkrieg/236452.html
+2 #8 Clavius1970 2017-05-27 10:45
Die Protagonisten der "Initiative Radentscheid" sind doch von der gleichen Bevormundungs- und Besserwissertruppe, der wir bereits das Energiewende- und Dosenpfanddesaster zu verdanken haben. Reine Umsetzung von Ideologien und zahlen sollen die kleine Leute. So notwendig Hauptradwege (Bamberg hat eigentlich nur die beiden RMK-Uferwege) in Bamberg sind, bei dieser scheinheiligen Truppe werde ich nicht unterschreiben. Mit Zahlenfetischismus kommen wir hier nicht weiter und wer weit weg von der Innenstadt wohnt, der hat leicht reden.
0 #7 mireille 2017-05-27 10:00
Diese Anti Autofahrer Bewegung gruselt mich. Hier wird bewusst Hetze betrieben weil irgendwer vorgegeben hat, das Radfahren von jetzt an schick ist und Auto fahren schlecht? Sorry aber mir ist das zu militant. Müssen wir faulen, umweltschädigenden, ignoranten, bösen Autofahrer bald ne Binde um den Arm tragen und werden verfolgt? Meine Güte,
haben wir gegenseitige Toleranz aus der Stadt verbannt? Kriegt euch doch alle mal wieder ein, bitte.
+1 #6 DerBamberger 2017-05-27 08:31
@Peter.
mit dem Arbeitsplatzargument wird in vielen Dingen jegliche Diskussion abgetötet. Natürlich bewusst. Das zieht nicht mehr. Ein Auto besitzen und es sinnvoll einsetzen kostet keinen Arbeitsplatz, sondern schafft sogar welche. Und wenn sie sich über sinnvolle Autoeinsätze informieren wollen, geht das am besten im negativen Sinne beim nächsten Bullrun in Bamberg auf dem OBI-Parkplatz.
-1 #5 PeterS 2017-05-27 08:23
Dass die Radfahrer gute Wege haben wollen um sicher fahren zu können,ist die eine Seite. Andererseits stellen die Autofahrten mehr als die Hälfte aller Fahrbewegungen dar und das hat bei vielen auch echte Gründe. Schlimm ist es, wenn das Auto als Teufelswerk hingestellt wird. Besonders in Bamberg , wo tausende von Arbeitspltzen davon abhängen.
+10 #4 Frau Holle 2017-05-26 22:28
Die schwarzen Schafe bei den Radfahrern gibt es, aber weniger als bei den Autofahrern. Außerdem werden diese schwarzen Schafe immer von Autolobbyisten und Ewiggestrigen dafür benutzt, um von Thema abzulenken und die so wichtige öffentliche Debatte im Keim zu ersticken.

Ja, viele Haushalte haben auch in Städten oft mehr als ein motorisiertes Fahrzeug und blockieren öffentliche (Anwohner-)Stellplätze und vereinnahmen Verkehrsraum. Ja, die Leute sind unglaublich faul, teilweise ohne es zu merken. Ja, die Leute wollen die Wahrheit nicht hören. Ja, Verhaltensänderungen sind für den bequemen Durchschnitt schwer. Ja, wo der Wille da ist ist auch ein Weg. Ja, bei vielen fehlt aus Mentalitäts- und Bequemlichkeitsgründen der Wille. Ja, bei diesem Thema darf nicht locker gelassen werden.
+6 #3 DerBamberger 2017-05-26 22:13
und nicht zu vergessen, die Rückkehr der Hardcore-mit-dem-Auto-überall-hin-Fahrer-denn-wir- können-uns-das-schliesslich-leisten. Da stören Radfahrer nur. Obwohl. Soviel sei gesagt, gibt es unter den Radfahrern auch genug schwarze Schafe, die durch ihre eigenwillige Fahrweise Zorn auf sich ziehen. Eventuell fahren die ja genau so Auto.

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