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Ein Paukenschlag. Die Sandkerwa 2017 wurde abgesagt. Die ehrenamtlich tätigen Veranstalter im Sandgebiet wollen die hohen finanziellen Risiken nicht mehr eingehen.

Schon einmal am kippen

Kaum zu glauben: Die Sandkerwa, das größte Volksfest in der Region, soll nach 66 Jahren heuer ausfallen. Noch weiß niemand etwas Genaues, weil sich die beiden Veranstalter, der Bürgerverein Sand und die Sandkerwa GmbH, sehr bedeckt halten. Es lässt sich nur mutmaßen. Ein Grund sind sicher die neuen aufwändigen Sicherheitsvorschriften, die bereits 2015 die ehrenamtlichen Veranstalter an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit brachten. Nur durch den Einsatz von Alt-OB Herbert Lauer (BA) gelang es damals, das Sicherheitskonzept so zu modifizieren, dass der Festbetrieb doch noch durchgeführt werden konnte. Auf Anfrage sagte Lauer, dass er ein zweites Mal nicht als Krisenmanager zur Verfügung stehen werde. »Mein Nachfolger sollte jetzt alles dafür tun, die Kirchweih zu retten und mit den Veranstaltern zu reden«.

Riesige Anforderungen zur Darlegung der Finanzen

Hintergrundinformationen der WeBZet lassen diesmal andere Anforderungen als Auslöser für das Hinschmeißen der Veranstalter möglich erscheinen. Die Veranstaltungs-GmbH Sandkerwa (BSV) hatte vor Monatsfrist ein Schreiben der Stadt Bamberg erhalten, in dem Anforderungen bezüglich der Finanzsituation gestellt wurden, die von den ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen sicher nicht einfach weggesteckt wurden.
Da heißt es: „Damit sich die Stadt Bamberg möglichst schnell ein hinreichendes Bild von der finanziellen Situation der BSV machen kann, darf ich Sie bis spätestens Ende April 2017 um Übersendung folgender Unterlagen und Nachweise bitten:
- Vollständige Jahresabschlüsse für die abgelaufenen Geschäftsjahre 2014, 2015 und 2016, ergänzt jeweils um eine ausführliche Aufgliederung und Erläuterung der Einzelpositionen in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).
- Detaillierte Cash-flow-Rechnung für die o.g. Geschäftsjahre, ergänzt um eine ausführliche Liquiditätsplanung für das laufende Geschäftsjahr bis Ende des ersten Quartals 2018.
- Detaillierter Wirtschafts- oder Businessplan für das laufende Geschäftsjahr, inklusive aller mit der Durchführung der Sandkerwa 2017 erwarteten Aufwands- und Ertragspositionen.“
Die Stadt Bamberg begründet diese „Offenlegung der Bücher“ mit ihrer Zuschussgewährung zur Durchführung des Volksfestes.

Es ist kaum vorstellbar, dass die Sandkerwa 2017 ausfällt. Allein der Werbeaufwand der seitens des Tourismusservice schon ein Jahr vor der Veranstaltung betrieben wird, lässt das nicht wahrscheinlich erscheinen. Andererseits stand die Kirchweih bereits 2015 auf der Kippe. Damals war auch über eine Beteiligung der Stadt an der BSV bzw. über eine Übernahme durch das Stadtmarketing diskutiert worden.
4.5.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“.

Kommentare   

-19 #7 babsi 2017-05-04 13:51
jetz isses so weit. bambächs undergang is gekomen. bauern mit misdgabeln warten scho for den stadmauern um die pastille zu schdürmen. neuauflache fon frandsösischer rewoludsion und so. klausimausi is der einziche der uns noch redden kann.
+29 #6 Frau Holle 2017-05-04 12:44
Es ist belustigend, wie schnell die Stadt reagiert, wenn es um Brot und Spiele geht. Bei wichtigen und ernst zu nehmenden Themen lassen die sich gerne mehr Zeit. Ist das die Prioritätensetzung des Herrn OB? Ihm ist Volksbespaßung auf überschaubarem Niveau offenbar wichtiger als die Stadt und ihre Bewohner.
+17 #5 cityman 2017-05-04 12:38
Nachtrag : # 3 hat natürlich auch Recht und meine Unterstützung.
+19 #4 cityman 2017-05-04 12:37
# 1 und # 2
Als Innenstadtbewohner schlage ich in eure Kerbe! Die Sandkerwa hat sich in den letzten Jahren zu einem "Schicki-Micki-Event" entwickelt, der vielen Bambergern den Besuch vermiest. Viele gehen da gar nicht mehr hin oder nur am Donnerstag, wenn der Massenauftrieb noch nicht zu groß ist. Ich persönlich gehe viel lieber auf die vielen Distriktkerwas, die sind volkstümlich geblieben. Ich würde den Sandkerwa-Stopp schon deshalb begrüßen, weil dann weitere 5 Tage randalefrei ohne Kotz- und Pissflecken in den Gassen und ohne umgeworfene Mülltonnen, Fahrräder und Blumenstöcke usw. wären.
+32 #3 cunningham 2017-05-04 12:27
Unverschämt, was da die Behörden vom Veranstalter der Sandkerwa alles verlangen. Diese Veranstaltung, bei der die Sauftouristen Bus-weise herangekarrt werden, wird auf Kosten der Anwohner durchgeführt. Und einige Wenige machen sich die Taschen voll.
+23 #2 BA Freund 2017-05-04 11:25
Die Sandkerwa war mal ein echtes Highlight. Durch die "Übereventisierung" mittlerweile aber halt eine von vielen Bamberger Massenveranstaltungen. Manch Bamberger wird für eine Absage sicherlich sogar dankbar sein.
+22 #1 Bürger dieser Stadt 2017-05-04 10:52
Es ist sogar gut vorstellbar, daß diese Veranstaltung ausfällt. Sehr gut sogar. Allein schon die Tatsache, daß dieses Volksfest für Tourismuszwecke hergehalten hat, ist ein ziemlicher Bock zu Lasten der einheimischen Bevölkerung gewesen.

Sandkerwa weiter in dieser Form? Nein danke! Und es geht sogar noch besser: Wir haben diverse weitere Sachen, die ohne Problem abgesagt werden könnten. Nicht zum Schaden der Stadt. Sondern zum Nutzen. Von diesen destruktiven Maßenbespaßungen haben wir in den letzten gut zehn bis fünfzehn Jahren doch mehr als genug gehabt.

Diese Stadt verdient Besseres.

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