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Harte Worte. Die Verantwortlichen der Sandkerwa haben die Absage des Traditions-Festes begründet. Die Probleme seien seit Jahren bekannt. »Unsere Bilanzen sind einsehbar.«

Keine Zukunft für die Sandkerwa in der bisherigen Organisationsform

»Wir sehen uns gezwungen die Reißleine zu ziehen!« betonte die Vorsitzende des Bürgervereins Sand, Gisela Bosch, gleich zu Anfang einer Pressekonferenz heute Vormittag. Sie verlas eine Erklärung namens des Kernteams der Verantwortlichen der Sandkerwa > Bild l. Von den zahlreich anwesenden Pressevertretern wurden zudem Fragen gestellt, die von den Mitgliedern des Teams beantwortet wurden.
In der Erklärung heißt es: »Die aktuelle Sicherheitslage sowie die finanziellen Risiken einer solchen Großveranstaltung können durch einen ehrenamtlichen Verein nicht mehr gestemmt werden. Wir weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Geschäftsführer der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH (BSV) diese Position ehrenamtlich ausführen. Ebenso wie unsere tatkräftigen Helfer im Verein, die in der Vergangenheit dafür gesorgt haben, das wir in unserem Gebiet 65 Jahre eines der schönsten Feste in ganz Bayern veranstalten konnten.«
Des Weiteren heißt es: Neben den Aspekten der Sicherheit und der Haftungsübernahme durch unsere GmbH spielt natürlich auch die finanzielle Seite eine große Rolle. Nachdem wir in den letzten zwei Jahren viel in die Sicherheit der Kerwa investiert haben – wesentlich das neue Sicherheitskonzept und der erweiterte Sanitätsdienst - und dies mit den Einnahmen nicht kompensieren konnten, werden wir es nicht riskieren auch in diesem Jahr mit einem negativen Ergebnis die Sandkerwa abzuschließen. »Für die Sandkerwa in der bisherigen Organisationsform sehen wir keine Zukunft. Wir haben schon immer die Sandkerwa als Fest von "Bambergern für Bamberger gesehen

»Was hat das Fass zum Überlaufen gebracht?«

Die erste Frage aus dem Journalistenkreis beantwortete Jürgen Wirth, der gemeinsam mit Ulrike Heuken die Geschäfte der Sandkerwa GmbH führt: »Die Probleme sind seit Jahren bekannt. Wir haben immer wieder mit den Stadtverantwortlichen gesprochen. Dabei fühlten wir uns von OB Starke oft nur abgekanzelt und von oben herab behandelt.« Dabei habe es auch für heuer wieder zusätzliche Auflagen gegeben, z.B. LKW-Sperren einzurichten; Besucherzählungen durchführen; den Alkoholkonsum von Jugendlichen auf der Markusbrücke kontrollieren.
Auf die Frage, wie man eine Beteiligung der Stadt an einer gemeinsamen Trägergesellschaft sehe. »Bisher hat die Stadt immer abgelehnt«, sagte Ulrike Heuken (BSV) dazu. »Aber das Haftungsrisiko können wir als ehrenamtliche Geschäftsführer nicht länger tragen. Wir wollen nicht irgendwann vor dem Gericht stehen oder gar ins Gefängnis müssen«. Die BSV GmbH sei grundsätzlich gesprächsbereit. Simone Franzke betonte: »Wir wollen aber einen Partner, mit dem wir auf Augenhöhe zusammenarbeiten können«.

Bei den Finanzen sei das Defizit für den Bürgerverein in den letzten Jahren stark gestiegen. Vor wenigen Jahren habe man noch 6 bis 10.000 € Gewinn gemacht. »Letztes Jahr hatten wir rd. 8.000 € Defizit«, berichtete Jürgen Wirth. »Heuer hätten wir mit 20.000 € minus rechnen müssen.« Dabei sehe jeder Bürgerverein den Sinn seiner Feste darin, Geld einzunehmen, um im Distrikt in notwendige Maßnahmen zu investieren (z. B. Kindergärten).
Die BSV nehme jedes Jahr rd 150.000 € Standgebühren ein; habe aber im vergangenen Jahr 209.000 € Kosten gehabt. Jürgen Wirth: Ohne die vielfältigen ehrenamtlichen Leistungen müsse man mit rd. 500.000 € Kosten rechnen. Es sei ein Gerücht aus früheren Jahrzehnten, dass sich Standbetreiber bei der Sandkerwa eine „goldene Nase“ verdienen könnten – die Standgebühren seien jetzt schon überdurchschnittlich hoch.
Was die Transparenz der Finanzen anbetrifft, erläuterte Heuken, »konnte die Stadt schon bisher direkt mit unserem Steuerberater kommunizieren. Unsere Bilanzen sind im Internet einsehbar. Die neueren Forderungen der Stadt zu den Finanzen (vgl. WeBZet-Artikel v. 4.5.17) hätten uns wieder Kosten von rd. 2000 € verursacht.
Heuer noch eine „Notkerwa“ oder „Altstadtfest“ durchzuführen, erscheint den bisherigen Veranstaltern nicht möglich. Zudem müsse man auch fragen, »wie unsere Bewohner im Sand darauf reagieren, wenn plötzlich eine anderes Konzept durchgeführt werden soll«, begründete Heuken die Skepsis.
Man habe mit vielen Standbetreibern ein oft seit Jahren bestehendes Geschäftsverhältnis; andererseits haben diese mit Sandbewohnern eigene Verträge z.B. für Wasser, Strom etc.
Schließlich war es der Bürgervereinsvorsitzenden Gisela Bosch die Bemerkung wert, »dass der Bürgerverein Sand weiterhin die Weihe der Elisabethenkirche feiern wird.«
6.5.17 Bilder: Kopfwerk; WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“. 

Kommentare   

+23 #8 Frau Holle 2017-05-07 11:34
Es geht bei diesem Hühnergegacker nur um Fress&Sauf. Die ganze Zeit. Dafür wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt. Und das wohl nicht zum ersten Mal. Das alles läuft gegen den offensichtlichen Willen zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, die ihre Heimatstadt nicht für so etwas herhalten lassen wollen. Brot und Spiele. Ohne Rücksicht. Es ist so armselig.
+29 #7 Jo Sag 2017-05-07 11:31
Ein dickes Dankeschön den Sandkerwa-Verantwortlichen für ihre bisherige Arbeit.
+11 #6 Heinz 2017-05-07 11:14
@5 - dabei handelt sich es um das Traditionelle, das Originäre und das Gedenken an die Weihe der Elisabethenkirche, alles andere drum herum ist Fress&Sauf.
+1 #5 Bremer 2017-05-07 07:26
"Der Bürgerverein Sand will die Weihe der Elisabethenkirche weiterhin feiern."

Die Sandkirchweih findet also statt! Jetzt verstehe ich die ganze Aufregung erst recht nicht.
+23 #4 mireillemuskuri 2017-05-06 19:45
Ein dickes Dankeschön an Ulli Heuken und alle die das so lange durchgehalten haben. Bitte bleibt weiterhin stark und lasst euch nichts gefallen. Sandkirchweih mögen oder nicht, sie gehört einfach zu Bamberg und es würde einfach etwas fehlen. Wer diesen OB und Co. noch nicht durchschaut hat, dem ist nicht zu helfen. Es war uns doch eigentlich fast allen klar, wie die Geschichte sich nun weiter entwickeln würde, oder? Im Rathaus wird bereits an Plan B gearbeitet, .......das würde mich wundern, so eine flinke Reaktion sind wir nun mal gar nicht gewohnt ;-) ein Schelm, wer da was böses denkt.......nun ja, vielleicht sieht man sich dieses Jahr auf dem "Fest im Sand"?? formally known as Sandkirchweih.........Schließlich braucht Mr. Brose ja sein Publikum, wenn er im Wasser, mit seinem Fahrzeug rumtuckert. Ohne Kerwa würde das nämlich niemanden interessieren. Brovissimo :-)
+32 #3 Ein Bamberger 2017-05-06 16:07
Ich freue mich ja schon auf die TaskForce mit unserem OB an der Spitze. Die werden richtig erfolgreich sein.... wie bei der Konversion.....
+28 #2 Rubberduck 2017-05-06 15:13
Aha. So rum wird doch mal ein Schuh daraus.
Stadt Bamberg will sich im Erfolg der SK sonnen, wirbt auch Deutschlandweit damit.
Und hintenrum bekommt der BV das Messer IBS Kreuz gehauen von der Stadt.
Zitat: "abgekanzelt und von oben herab behandelt"...
Wie halt so oft mal wieder...
+12 #1 Bürger dieser Stadt 2017-05-06 15:11
Dieser Mensch ist (entf. von WeBZet) nicht geeignet. Das ist nach meiner Einschätzung der entscheidende Grund für die Absage.

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