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Zwischenergebnis. Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat den Eilantrag gegen das Kanalfest Canalissimo abgelehnt. In der Sache aber keine Entscheidung getroffen. Noch ist alles offen.

Ein Behelfssteg soll die Flucht- und Rettungswegsituation verbessern

Wenn es nach dem Willen der Stadt geht, wird Canalissimo 2017 stattfinden. Das teilt die städt. Pressestelle den Medien mit. Laut der Stadtstimme „versucht eine Anwohnerin derzeit in einem gerichtlichen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth der Stadt zu verbieten, eine Genehmigung für das Kulturfest am Alten Kanal zu erlassen“. Oberbürgermeister Andreas Starke wird zitiert: »Die Stadt Bamberg wird alles dafür unternehmen, dass Canalissimo auch 2017 durchgeführt werden kann. Es darf nicht sein, dass eine einzelne Anwohnerin eine Kulturveranstaltung … verhindert.« Diese Worte lassen darauf schließen, dass die Stadt wohl mit einer Entscheidung pro Canalissimo rechnet. So teilt die Pressestelle auch mit, dass „unabhängig von dem derzeitigen gerichtlichen Verfahren der Genehmigungsbescheid für die Veranstaltung vorbereitet wird“. Und weiter: „Zur Erhöhung der Veranstaltungssicherheit ist erstmalig der Aufbau eines Behelfsstegs vorgesehen, der den Nonnengraben etwa in der Mitte des Festgebietes überbrückt und damit eine deutliche Verbesserung der Flucht- und Rettungswegsituation darstellt“ > Das Titelbild zeigt den Aufbau des Steges durch das Bamberger THW.

Steht die Klägerin wirklich ganz allein?

Das Fest am Alten Kanal soll also von Donnerstag, 20. Juli, bis Sonntag, 23. Juli, ablaufen. Tatsächlich ist aber noch nicht sicher, dass Canalissimo wirklich stattfinden kann. Unabhängig davon, dass das Gericht bis dahin kein inhaltliches Urteil getroffen hat, könnte die Klägerin gegen die jetzt vorliegende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Beschwerde einlegen. Außerdem kann sie ihren Eilantrag noch einmal stellen, sobald die Stadt Bamberg die Genehmigung für das Kanalfest erteilt hat. Soweit die juristische Betrachtung.

Eine andere Sache ist der Ausspruch von OB Starke, »Es darf nicht sein, dass eine einzelne Anwohnerin eine Kulturveranstaltung … verhindert.« Offensichtlich ist es eine einzelne Person, die Klage eingereicht hat. Aber es gibt auch eine aus mehr als 30 Anwohnern bestehende "Anwohner-Interessengemeinschaft Am Kanal". Die Kritik dieser Gemeinschaft richtete sich - zumindest in den vergangenen zwei Jahren - wesentlich darauf, was den Lärmpegel, die Fluchtwege, den Sicherheitsdienst u.a. anbetrifft. Zudem sah man sich als Bürger und Anwohner von der Stadt nicht recht ernst genommen. Mutmaßlich kann man annehmen, dass die Klage der „einen Anwohnerin“ durchaus der Stimmungs- und Interessenlage etlicher Nachbarn entspricht. Da liegt auch die Annahme nahe, dass eine Person aus der Mitte der Anwohner stellvertretend Klage beim Verwaltungsgericht erhoben hat.

Man wird sehen, was jetzt wird. Der Behelfssteg kann für die richterliche Entscheidung hilfreich sein. Was die Betroffenheit der Bewohner des Quartiers zwischen Habergasse und Nonnenbrücke anbetrifft, wird er wohl wenig ausrichten.

16.7.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“. 

Kommentare   

0 #20 Bremer 2017-07-21 08:34
#19
Sie bringen es irgendwie auf den Punkt. Kein Mensch, missgönnt den Leuten ihr Vergnügen, sicher auch die Anwohner nicht. Wenn man Leute aber zu ihrem "Glück" zwingt und diese Linie ohne Rücksicht auf sie weiterverfolgt, als sei diese ganze Bespaßungsentwicklung eine Selbstverständlichkeit, braucht man sich nicht zu wundern, wenn mal eine Klage ins Haus flattert. So etwas hat auch viel mit Einstellung zu tun. Die Stadt muss bei diesem Thema umsichtiger vorgehen und ein Teil der Öffentlichkeit muss dringend ihre Einstellung überdenken. Feste können Spaß machen. Aber so wichtig wie von so manchem immer getan wird sind sie ganz sicher nicht.
0 #19 Wolfgang MW 2017-07-21 07:50
Gut, daß Fest findet jetzt statt. Für viele ist es eine tolle Sache.
Aber nur wenige machen sich Gedanken darüber, wie die Stadtoberen mit den betroffenen Bürgern umspringen. Da wird ein Sandkerwa-Ersatz produziert und die Nachbarn, die großenteils seit Jahrzehnten dort wohnen, werden zu ihrem "Glück" gezwungen. In Bamberg steht inzwischen Geschäft und Profit über alles.
0 #18 gablmann 2017-07-21 03:24
Ich war da heute mal dort. Das Ambiente (kennt ja jeder) ist klasse, das Fest eigentlich toll. Aber heute war ja erst Donnerstag, da schnuppern bekanntermaßen die Eingeborenen mal rein, es ist nicht übervoll und recht gemütlich. Ab morgen wird es wahrscheinlich gerammelt voll und etwas ungemütlicher. Wahrscheinlich.
A Seidla Bier für 4,--€ und a Borrito für 6,--€ ist mir allerdings echt zu blöd. Auf sowas kann ich gerne in Bamberg als Bamberger verzichten. Von wegen Abzocke auf der Sandkerwa. Das sind keine" Bamberger Festla" mehr, das sind Auswüchse der überlaufenen Stadt und dem Sicherheitsgedepp. Ich geh nicht mehr hin. Hat auch was mit Prinzip zu tun.
Back to the roots Leute!
0 #17 Bürger dieser Stadt 2017-07-20 10:03
#15: Spätestens auf den dritten Blick finde ich sie eigentlich gar nicht primitiv. Ein ordentliches Stück Wahrheit ist bei ihr immer drin. Es fällt schon auf, daß Gerichte bei solchen Sachen eigentlich nur für die Stadt entscheiden. Das ist schon komisch. Außerdem hat das Canalissimo einen gewissen Schickimicki-Faktor, stimmt doch auch. So ganz falsch liegt sie auch nicht.

#16: Sie müßen nicht so hart formulieren, das geht auch anders. Bei anderen Themen bringt er nämlich gute Beiträge, nur bei den Festen hat er einen Standpunkt, der für Leute, die darüber auch nachdenken, nicht so ganz nachvollziehbar ist.
+1 #16 schönlangsam 2017-07-20 00:27
#7
sie haben keinen schimmer, riskieren aber eine große lippe.

wie lange wohnen die meisten der kläger dort?
wie lange gibt es das fest?

sie werden schnell merken, wie verlogen ihre forderung ist. versuchen sie mal als dortiger anwohner ihr auto zur arbeit zu nutzen. krank dürfen sie in dieser zeit auch nicht werden. könnte tödlich ausgehen, bis der notarzt zu ihrer haustüre durchkommt.

nur weil für 4 tage ein paar leute profit machen, wird aus diesem schandfleck noch lange keine sehenswürdigkeit. interessiert die party- und saufgesellschaft eh nicht.

ach ja - sauf- und feierbiester gibt es nicht nur im prekariat. nein, auch bei den freibiergesichtern im stadtrat sitzen solche gestalten rum. also keine falschen schlüsse ziehen.
-10 #15 schönlangsam 2017-07-20 00:22
#11
babsi du selbst bist einfach nur primitiv.

dein unfähigs gebrabbel und der stümperhafte versuch, irgend einen fränkischen kauderwelsch zu produzieren, ist unteres kindergartenniveau.
+19 #14 cunningham 2017-07-18 10:16
zu #12, #13:
Sich gegen etwas per Klage zu wehren, ist ein demokratischer Grundsatz, und durch das Grundgesetz gewährleistet. Wenn ein politischer Mandatsträger meint, "dies dürfe nicht sein", wäre ein Rücktritt die logische Konsequenz.
+20 #13 Frau Holle 2017-07-18 08:33
#12:
Solche Sprüche hat er schonmal rausgehauen. Selbst wenn tatsächlich nur eine einzige Person hinter der Klage stünde und es nur das Interesse einer einzelnen Person wäre: Er darf so etwas nicht sagen. Das ist ein Rücktrittsgrund für sich. Punkt.

Außerdem darf das grundsätzlich natürlich sein. Bei uns hat der Einzelne nun mal das Recht zu klagen. Und das ist verdammt viel wert, mehr als irgendein Festla. Wo sind wir hier eigentlich, im Kasperletheater oder was?
+18 #12 FranzKe 2017-07-18 08:15
Heute steht auch im FT zu lesen, daß 33 Leute hinter der Klage stehen. Der Spruch des OB »Es darf nicht sein, dass eine einzelne Anwohnerin eine Kulturveranstaltung … verhindert« ist deshalb eine Frechheit. Damit wird eine einzelne Bürgerin diffamiert.
0 #11 babsi 2017-07-18 07:58
diese kaschber in baireuth sagen doch immer ja und amen. die solln gefäliggsd auch mal nö sagen weil kanalisimo nur was für snobs is. dann gibbds wenigsdens mehr platz für klausimausi um noch mehr von seinen geilen iwents zu machen weil nur des brimidiv genug is um bambächs imitsch zu verbessern.

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Ausgschloofm = wörtl. ausgeschlafen
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