STADTENTWICKLUNG

Das Glück der Kleingärtner

Die Corona-Pandemie zeigt stärker denn je, wie wichtig wohnortnahe Erholungsräume für die Stadtbevölkerung sind. Dazu zählen auch die Kleingärten. Jetzt soll ein Kleingarten-Konzept entwickelt.

Verlust von Kleingärten durch den Bahnausbau soll ausgeglichen werden

Glücklich kann sich schätzen, wer in Pandemie-Zeiten über einen kleinen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon verfügt. Das ist besonders im Zuge der “Einengungen” aufgrund der Corona-Pandemie deutlich geworden.
Die Relevanz dieser Flächen unter freiem Himmel wurde intensiver als sonst durch die Nutzung öffentlicher Grün- und Parkflächen wie Hain oder ERBA-Park, Rad- und Fußwegeverbindungen z.B. entlang des Main-Donau-Kanals, aber auch privatgärtnerische Flächen, wie Kleingärten, deutlich.
Nun gehen im Rahmen des Bahnausbaus an verschiedenen Stellen in Bamberg Klein- und Schrebergärten verloren. Diverse Flächen werden über Jahre als Baustellen-Einrichtungsflächen gebraucht, andere müssen durch die Bahngleis-Verlegungen dauerhaft aufgegeben werden. Die Stadt Bamberg bemüht sich, den Verlust von Klein- und Privatgartenflächen durch eine reale Neuanlage von Kleingartenparzellen zu kompensieren ist, um der Verknappung entgegenzuwirken.
Dazu erscheint die Erstellung eines ganzheitlichen Kleingartenkonzeptes sinnvoll.

Das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) definiert einen Kleingarten als
1. „ein Garten, der dem Nutzer (Kleingärtner) zur nicht erwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zu Erholung dient und
2. in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefasst sind.“
Nach dem Kleingartengesetz sollte ein Kleingarten nicht größer als 400 m² sein; Lauben sind mit höchstens 24 m² Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz zulässig.

Die Nutzungsflächen bei Einzelparzellen werden kleiner

Laut dem Vortrag der Stadtverwaltung in der Sitzung des Bausenats am 7.7.21 werden Kleingärten auch in Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle im Grün- und Freiraumgefüge der Stadt spielen. Um sie jedoch nachhaltig zu sichern, ist eine zeitgemäße Weiterentwicklung notwendig, sodass trotz Flächenknappheit ein gemeinwohl-orientierter Mehrwert für die Gesamtstadt möglich ist.
Dazu ist eine Verteilung mit verschiedenen Parzellentypen vorgesehen:

Einzelparzellen werden auf eine Größe von 200 m² beschränkt; eine Laube wird mit maximal 24 m² für ausreichend erachtet.
Mehrparteienparzellen, mit welchen einer großen Nachfrage rascher nachgekommen werden könnte. Es sieht vor, dass mehrere Parteien, wie beispielsweise befreundete Personen, sich auf einer Parzelle der Größe 300-400 m² zusammenfinden.
Größere Gemeinschaftsgärten können von lokalen Vereinen genutzt werden.

Für das Kleingartenkonzept der Stadt Bamberg sind derzeit drei Potenzialflächen im Außenbereich der Stadt vorgesehen. Das sind die Bereiche „In der Südflur“, „Am Sendelbach“ / “Oberes Kreut” und “Gleisdreieck” in Bamberg-Nord.
Durch die historische Gärtnerkultur in Bamberg befinden jedoch auch im Innenbereich Flächenpotentiale, welche momentan nicht aktiviert sind und zum Teil sinnvoll einer gärtnerischen Nutzung zugeführt werden sollten.
Insgesamt würden bei einer Realisierung aller drei Potenzialflächen mittelfristig etwa 150 – 200 Kleingärten zur Verfügung stehen. Kurzfristig könnten durch die bereits erschlossene Fläche im Gleisdreieck etwa 30 neue Kleingärten geschaffen werden. Langfristig können bis zu 250 neue Kleingärten entstehen.
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Kommentare   
+4 # Bergradfahrer 2021-07-12 08:10
Ja, in Zeiten, in denen so vieles verboten ist, sucht der Mensch das Glück im Kleinen. Das heimische Idyll, die Flucht ins Private, das gibt Sicherheit. Wer in Geschichte aufgepasst hat, erkennt darin vielleicht eine Wiederkehr des Biedermeiers. So sehr ich die Möbel dieser Zeit schätze, die Haltung der Exekutive im Vormärz eher weniger.
Vielleicht wurde der eine oder andere angesichts der "Maßnahmen" auch an die Karlsbader Beschlüsse (https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbader_Beschl%C3%BCsse) erinnert.
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+4 # Eisenbahner 2021-07-12 10:57
Mich erinnert das mit den Kleingärten irgendwie an die Datsche im Osten.
Man könnte fast annehmen, die Regierungschefin käme von da............... :-)
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