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STADTENTWICKLUNG - FLÜCHTLINGE

Was aus der AEO nach 2025 werden könnte

Die Landtags-AfD stellte einen Antrag zur AEO Bamberg. Eigentlich harmlos und ein Hinweis für die Zukunft der Einrichtung. Der Antrag wird abgelehnt und der Stadt ein Bein gestellt.

Bamberger Hoffnungen erhielten einen Rückschlag

“Tief und fest verankert”, meinen mittlerweile viele Menschen, wenn von der Ankereinrichtung Oberfranken in Bamberg-Ost die Rede ist. Die AEO, ehemals “Balkanlager”, dann ARE, ist umstritten wie eh und je. Vielleicht steckt das Problem darin, dass man von Anfang an nicht vernünftig über die Einrichtung reden konnte. Die Willkommenskultur hatte damals auch Bamberg erfasst und zumindest bei den (damals) maßgebenden Parteien und ihren Häuptlingen - einige davon gibt es noch - war eine sachliche Debatte über die Art der Einrichtung oder über eine andere Nutzung der ehem. US-Wohnsiedlung nicht möglich. Inzwischen hat sich Manches geändert, insbesondere die Parteienlandschaft und die Konfliktebene scheint mehr und mehr auf Landtagsebene zu wandern. Wobei sich mittlerweile die Parteien beim Thema Zuwanderung generell zu drücken scheinen.
Nun haben die Bamberger Hoffnungen auf eine zukunftsfähige Entwicklung ihrer Stadt am Mittwoch vergangener Woche im bayerischen Landtag einen erneuten Rückschlag hinnehmen müssen.

AfD-Antrag auf Umnutzung von drei Häusern wurde abgelehnt

Wohl die Sprüche der Bamberger “Alt”-Parteien aufgreifend, hat die Landtags-AfD den Antrag gestellt, einen aus drei Häusern bestehenden Block aus der AEO schon 2021 herauszulösen und eine Nutzung als Wohnraum zu ermöglichen. Der Bamberger AfD-MdL Jan Schiffers begründete diesen Vorstoß mit der angespannten Wohnraumsituation in Bamberg, gerade für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen sei bezahlbarer Wohnraum knapp. Vor diesem Hintergrund sei es der Bevölkerung nicht zu vermitteln, weshalb Gebäude auf dem Gelände der Anker-Einrichtung nicht oder nur zu einem geringen Teil ausgelastet seien, argumentiert Schiffers.
Geschäftsordnungsgemäß wurde der Umwandlungs-Antrag der AfD im Bauausschuss des Landtages behandelt. Im Prinzip so wie immer, nicht die Sachfrage stand im Vordergrund, sondern die konkurrierende Antragstellerin AfD. Tatsächlich stehen etliche der Wohnblöcke leer und verrotten vor sich hin. Die offiziellen Bamberger Vertreter pochen zwar darauf, dass die Restlaufzeit für das Flüchtlingslager bis Ende 2025 beendet ist, aber eine Initiative, um Zeichen für eine Entwicklung nach Vertragsende traut man sich nicht zu setzen. Auch jene nicht, die sich immer wieder ein Mundo Arabico in Bamberg-Ost wünschten. Oder gerade die? Jedenfalls waren sich im Bauausschuss die Parteien, von der CSU bis zu den Grünen, von der SPD bis zu der FDP und die Freien Wähler darin einig, den Vorschlag der AfD abzulehnen.
Pech für Bamberg und seine Bürger/innen. Bevor die AEO Bamberg aufgelöst wird, werden wohl andere Groß-Flüchtlingsanlagen aufgelöst. Schmunzelnd kann der bayer. Innenminister Herrmann dann wieder eine Delegation Bamberger Parteivertreter empfangen, die unbedingt und baldmöglichst die Auflösung der AEO Bamberg verlangen. Aber von Anfang an jede andere Nutzung des Geländes verhindert haben.
Vielleicht ist es dem Bamberger Oberstrategen schließlich doch noch möglich, die Wohnsiedlung abreißen und am Waldesrand edle Neubauten errichten zu lassen ...
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26.7.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) frei geschaltet.