STADTENTWICKLUNG    

Schlachthof soll “Erlwein-Quartier” werden

Anlässlich des 150. Geburtstages von Hans Erlwein, der als Stadtbaumeister den Bamberger Schlachthof schuf, präsentiert die grüne Fraktion eine Vision für das Schlachthofgelände.

Anregung der Fraktion Grünes Bamberg bedeutet das Aus für den Schlachthof

Mit ihrer “Vision” will die grüne Fraktion eine konkrete Vorstellung davon vorlegen, wie das Gelände des Bamberger Schlachthofs in Zukunft genutzt werden könnte. Für den Schlachthofbetrieb bedeutet es allerdings das Aus. In einer im Internet veröffentlichten Pressemitteilung zeigt sich die Fraktion zunächst offen für die aktuelle Diskussion über den Schlachthof. Sie stellt fest, dass “diese Diskussion bisher nur Polaritäten kennt: Die einen wollen die Schließung, die anderen den Erhalt – koste es, was es wolle. Nach Meinung der Stadtratsfraktion Grünes Bamberg fehlt in dieser bisherigen Diskussion jedoch insbesondere ein Aspekt: Welches Potenzial bietet das Areal für eine anderweitige Nutzung? Die Grünen beantworten diese Frage mit der Aktion „Erlwein-Quartier“. www.erlwein-quartier.de
Ulrike Sänger, Fraktionsvorsitzende und selbst Aufsichtsrätin der Bamberger Schlachthof GmbH äußert sich zu den Gründen einer möglichen Schließung: „Der Bamberger Schlachthof ist schon jetzt abhängig von zwei industriellen Großunternehmen und in einer wirtschaftlichen Schieflage. Die Diskussion um Schließung oder Erhalt mag polarisieren, aber sie ist notwendig.“
Wichtig sei den Bamberger Grünen dabei, dass aus Mythen keine Glaubensgrundsätze werden. Aus diesem Grund haben sie sich mit den verschiedenen, im Raum stehenden Fragestellungen in Form von FAQs (häufig gestellte Fragen) auseinandergesetzt. „Egal ob es um das Thema Arbeitsplätze geht, um die angebliche Regionalität oder um die zweifelhafte Wechselwirkung zwischen lokaler Fleischversorgung und dem Schlachthof – wir wollen das Thema ehrlich und kritisch aus jedem Blickwinkel betrachten“, sagt dazu Andreas Eichenseher.

Auf dem Erlwein-Quartier “kann etwas richtig Gutes entstehen”

In dieser Gesamtbetrachtung kommen die Grünen zum Schluss, dass das Areal große Chancen biete. „Das Erlwein-Quartier könnte für mehrere hundert Menschen Wohnraum bieten, kulturelle Nutzungen sind denkbar, nicht störendes Gewerbe oder Dienstleistungen schaffen neue Arbeitsplätze und auch Handwerksbetriebe könnten eine neue Heimat finden“, erläutert Fraktionsvorsitzender Christian Hader die grüne Vision.
Die Namensgebung ist dabei kein Zufall: Der ehemalige Bamberger Stadtbaurat Hans Erlwein (1872-1914), dessen Geburtstag sich vor wenigen Tagen zum 150. Mal gejährt hat, findet als Erbauer der stadtbildprägenden und denkmalgeschützten Gebäude Luitpoldschule, VHS (ehem. E-Werk), Stadtarchiv (ehem. Krankenhaus) und eben Schlachthof mit dem nach ihm benannten Quartier das erste Mal eine namentliche Würdigung in Bamberg.
Wichtig ist den Grünen, dass es sich beim “Erlwein-Quartier” nicht um ein fertiges Konzept handelt, sondern um ein Mitmachprojekt. „Die besten Ideen zur Stadtentwicklung kommen nicht selten aus der Zivilgesellschaft. Darauf setzen wir und laden alle Menschen ein, sich auf www.erlwein-quartier.de ein Bild zu machen und sich zu beteiligen. Hier kann etwas richtig Gutes entstehen“, so Sänger, Eichenseher und Hader abschließend.

Geschrieben: PM Grünes Bbg-mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto); Fotos Sylvia Schaible (o), Christian Hader (u) Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE

Hinweis: Die Mail-Adresse der webzet-blog ist im Impressum (M.u.) zu finden. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (Mitte u.) freigeschaltet. 

 

Kommentare   
+4 # Gunther Pohl 2022-06-18 19:23
Hans Erlwein ist am 13. Juni 1872 geboren.


Webzet: Danke! Richtig. Die Daten sind verwechselt worden.
Antworten | Dem Administrator melden
+29 # Eulenspiegel 2022-06-18 19:36
Wie es halt wieder voll auffällt, dass nur nach einem gutem Gelände gegeiert wird....
Hauptsache Gewerbe, Gewerbe, "Kultur"...
Dafür wird bestehendes kaputtgemacht.
Jawoll, was seid ihr für Spezialisten...
:-x
Antworten | Dem Administrator melden
+18 # Werner 2022-06-19 12:24
Momentla amol, wird hier von den Grünlichen etwa das Fell schon verteilt, bevor der Bär erlegt ist?

Meines Wissens wird im Schlachthof noch ganz normal ge-/verarbeitet, wenngleich auch sicherlich keine Tofu-Burger!
Antworten | Dem Administrator melden
+15 # Teetasse 2022-06-19 12:43
Jetzt ist echt gut! Selbst als Grüner passt mir das nicht. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da wer dahinter steckt, der ordentlich Profit daraus schlagen wird. Ich will keine Stadt, die ihre Handwerker aussperrt.
Antworten | Dem Administrator melden
+10 # Werner 2022-06-19 20:22
Grüne? Handwerk? Ach Gottele, Handwerkliche Arbeit ist doch für Grüne nix. Solln die andern machen, aber ja nicht bei mir, weil Grün den tiefen Teller erfunden hat.
Antworten | Dem Administrator melden
+6 # Baba Yaga 2022-06-20 08:25
Sogar immer mehr "Grünen" (oder wie auch immer man sie nennen will) fällt auf, dass handwerkliche Tätigkeiten zufriedener machen als irgendwelche 0815-Bürojobs im aufgeblähten Dienstleistungssektor. Geringeres Depressionsrisiko inklusive.
Antworten | Dem Administrator melden
+18 # Bergradfahrer 2022-06-19 13:07
Ach Goddela, bin ich böse oder nur kulturpessimistisch, wenn ich beim Lesen von „Buzz-word-Maulschellengesichts-Visions-Quartier“ oder Ähnlichem spüre wie alle Kraft aus mir weicht und ich glaube, dass wir nur durch eine Seuche gerettet werden können, die mittels Lastenradlenkergriffen übertragen wird?
Antworten | Dem Administrator melden
+12 # supi 2022-06-19 16:27
Sehr interessant vor allem sehr erhellend, es lässt auch sehr tief blicken. dort arbeiten menschen, ernähren sich und ihre familien und es gibt schon wieder einige, die sich gedanken um deren vergrämung machen. hat wohl mit mangelnder eigener arbeitsleistung und dem glauben zu tun, es fällt alles vom himmel.
Antworten | Dem Administrator melden
+23 # Clavius1970 2022-06-19 20:10
Was sind schon 150 Arbeitsplätze für jemanden der nur Privatversicherte in seiner Praxis betreut, und sich aus der Solidargemeinschaft der sozialen Sicherungssysteme, verabschiedet hat.
Gilt übrigens für die Mehrzahl der Stadträte, egal welcher politischen Gesinnung.
Wer haftet eigentlich für die dubiosen Entscheidungen des famosen Ex-Geschäftsführers.
Wurde er durch das Aufsichtsgremium entlastet und welche Personen sitzen im Aufsichtsrat.
Dem Vorsitzenden hat es ja die Sprache verschlagen, als Ihn die Mitarbeiter des Schlachthofes über die Fehlentscheidungen dieses Hipster-Blenders informierten.
Also Butter bei die Fische. Ist der Geschäftsführer entlastet und wer trägt dafür die Verantwortung.
Die Grünen sollten nicht so große Töne spucken. Immerhin sind sie im Aufsichtsrat ja auch vertreten.
Grüne im Aufsichtsrat eines Schlachthofes.
Geld stinkt wirklich nicht. :-)
Antworten | Dem Administrator melden
+13 # Ostler 2022-06-20 09:19
Ich gebe es ja zu - habe die Bamberger grüne gewählt.
Passiert mir nicht mehr!
Antworten | Dem Administrator melden
+24 # Matthias Alt 2022-06-20 11:03
Jetzt wird die Schließung , eventuelle Schließung auf dem Rücken der Metzger ausgetragen. Jeder weiß, dass zb Tönnies einen Bruchteil bezahlt von dem was die Metzger für die Schlachtung geben müssen. Ein Papier liegt mir vor, welches eindeutig zeigt, wer was bezahlt. Mag man dem Flurfunk glauben, so bezahlt Tönnies jetzt noch weniger als bisher, dafür werden die Metzger weiter geschröpft. Klar kann der Schlachthof nicht von den kleinen Metzgern leben, der Schlachthof ist ein Großschlachthof und braucht Kunden, die hier schlachten wollen. Das Tolle ist, es gibt sie die Kunden, nur will man es nicht sagen. So kann man dem Rat der Stadt erzählen, dass es sich nicht rechnet. Clavius hat recht, wer hat den Geschäftsführer entlastet? Gibt es hierfür ein Protokoll das einsehbar ist, war es eine namentliche Abstimmung ? Morgen ist unsere Innungsversammlung, mal sehen was es Neues zu berichten gibt. Übrigens, was ist mit dem Boni-Zahlungen, die auch hier geflossen sein sollen? Was ist mit den knapp 400 000 € für das Schlachtband? Werden die auch in das "negativ Ergebnis" mit einberechnet? Um Kunden zu generieren, die hier schlachten wollen, muss sich die Verwaltung kümmern, nicht die Metzgerschaft. Ich kann auch nicht von meinen Mitarbeitern fordern, dass sie Kunden beibringen, das ist Aufgabe vom " Wasserkopf" !!!!
Antworten | Dem Administrator melden
+8 # Teetasse 2022-06-20 12:31
Fleisch muss was kosten, wir können Schnitzel nicht essen wie Brot und Kartoffeln. Deswegen gehen ich und ein leider nicht allzu großer Teil der Bamberger zu Alt, Kalb, Hornung, Fischer Liebold und Co. Und dort zahlen wir die höheren Preise - zwar gerne, aber letztendlich sind wir die Deppen die regionales Handwerk unterstützen wollen und durch die teuren Schlachtpreise der Handwerksmetzger die billigen Tönnies-Würste in den Discountern finanzieren. Na danke schön...
Antworten | Dem Administrator melden
+4 # supi 2022-06-22 17:33
Manchmal bin ich recht gerne ein depp
Antworten | Dem Administrator melden
Kommentar schreiben