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Mit einer Doppelstrategie will die Stadt ein hoch sanierungsbedürftiges Haus in der Oberen Sandstraße retten. Sie will das Objekt kaufen oder ein Sanierungsgebot anordnen.

Von 1,3 Mio € Kaufpreis war bisher die Rede

Im Zuge der Sandkerwa geriet das Anwesen in den Focus der Öffentlichkeit. Damit im Trubel des Volksfestes niemanden das Mauerwerk auf den Kopf fällt, wurde das einsturzgefährdete Haus gesichert. Das Technische Hilfswerk hat dabei die Hauptarbeit geleistet. Mit Holzbalken wurden an das denkmalgeschützte Haus in der Sandstraße angebracht; ein Zaun hat ungebetene Besucher ferngehalten.
Jetzt nach Wochen beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Problem. Eine Doppelstrategie soll die Lösung bringen: Namens der Stadt will die Stiftung Weltkulturerbe das Gebäude kaufen. Gleichzeitig droht die Stadt bzw. der Stadtrat mit einem Sanierungsgebot. Es geht um Mio € von Steuergeldern; nicht nur wegen der hohen Kauf- und Sanierungskosten (von 1,3 Mio € Kaufpreis war bisher die Rede), sondern auch weil der Eigentümer des Hauses, die German Property Group, Klage gegen die Nutzungsuntersagung für das Gebäude eingereicht hat. Bekanntlich wurde ein Kellerclub im Haus geschlossen und eine Kneipe Stilbruch muss auf ihren Innenhof verzichten.

Für Jahre ein unerfreulicher Schandfleck

Es besteht also die Gefahr, dass es zu einem langwierigen und kostspieligen Rechtstreit kommt. Auch deshalb, weil bei Vollzug des vom Stadtrat am 25.9.19 beschlossenen Sanierungsgebots die Stadt Bamberg damit rechnen muss, dem Bauherren sämtliche unrentierlichen Kosten erstatten zu müssen. Auch ein mehrjähriger Stillstand ist dann nicht auszuschließen, was bedeuten würde, dass das aus den Anfängen des 14. Jahrhunderts stammende Gebäude sich als ein unerfreulicher Schandfleck zeigt.
Jetzt sollen aber erst Verhandlungen über den Ankauf der Immobilie durch die Stadt bzw. Stiftung Weltkulturerbe aufgenommen werden. Sollte das ergebnislos bleiben, dann könnte in einem zweiten Schritt ein Sanierungsgebot verhängt werden.
Im Interesse der interessierten Bürgerschaft ist es derweil auch, dass dem Eindruck eines erfolgreichen Spekulantentums auf Kosten der Stadt nicht geben darf.
2.10.19 Bilder: WeBZet; interesSand. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+10 # Heiner 2019-10-02 13:21
So kann man seine Immobilie auch hochpreisig verkaufen, man muss nur warten können . Sicher ist es ein Schandfleck. Was aber will die Stadt noch von Leuten kaufen und sich als Retter zeigen. Beispiel: Brose Arena, das Haus am Steinweg hier sollte doch die Welterbestiftung einziehen, jetzt ist es normal vermietet. Auf der einen Seite jammert der Felix , dann wird wieder mit Millionen hantiert.
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+5 # Bamberger 2019-10-02 14:07
Man sollte sich als Stadt Gedanken machen, ob man sich nicht in irgendeiner Form ein Vorkaufsrecht für denkmalgeschützte Gebäude im Weltkulturerbegebiet sichert. Damit könnte man zukünftige Verkäufe an diese Immobiliengesellschaft unterbinden.
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+5 # supi 2019-10-02 18:08
also die kommunen haben schon ein vorkaufsrecht, sogar ein gesetzliches vorkaufsrecht, das problem besteht nur darin, dass hiervon kein gebrauch gemacht wird, weil man sich darauf verlässt, es wird schon klappen oder weil man glaubt, es nachher richten zu können.
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