Auf einen guten Tag

 
Besser das Leben ist sinnlos, als dass es einen Sinn hat, dem ich nicht zustimmen kann.
Sta
nislaw Jerzy Lec

 

Das Raulinohaus ist saniert. Die von der Stadt Bamberg verwaltete Edgar-Wolf’sche Stiftung bot die Grundlage für die Finanzierung. Erfüllt die Stiftung damit ihren Zweck?

Vorschläge aus der Bürgerschaft wurden verworfen

Es ist ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, in dem in Bamberg die Tabakindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig war. Von 1820 bis 1957 bestand in Bamberg die renommierte Tabakfabrik Joh. Pet. Raulino & Comp. An diese Ära erinnert unter anderem die 1803/1804 errichtete „Tabakscheune“ und das anliegende ehemalige Raulino-Gartenhaus im Nebingerhof 25 von 1850. Heute steht das zweigeschossige historistische Wohngebäude mitten in Bamberg und erstrahlt nach einer umfassenden Sanierung wieder wie zu seiner Errichtung vor 170 Jahren im historischen Glanz. Eigentümerin ist die von der Stadt Bamberg verwaltete Edgar-Wolf’sche Stiftung.
Das Presseamt der Stadt Bamberg berichtet umfänglich über die diversen Sanierungsarbeiten. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass bereits 1985 die Stadt das Grundstück mit dem Gebäude erworben hatte. 2012 beschloss der städt. Finanzsenat den Verkauf an die von der Stadt Bamberg verwaltete Edgar-Wolf’sche Stiftung. In dieser Zeit gab es aus der Bürgerschaft verschiedene Vorschläge zur Nutzung des Ensembles Tabakscheune&Raulinohaus. Unter anderem war daran gedacht, dort eine Kindertagesstätte einzurichten. Insbesondere aus finanziellen Gründen erschien es der Stadt aber sinnvoller, die Gebäude an die von der Stadt Bamberg verwaltete Edgar-Wolf’sche Stiftung zu verkaufen. Hintergründe können gewesen sein, dass diese Stiftung finanziell relativ leistungsfähig ist und die Stadt auf diesem Weg über die Nutzung der Liegenschaft bestimmen kann.
Baubeginn der Generalsanierung war im März 2016, Bauende im Dezember 2019. Die Gesamtkosten für die Sanierung waren 1,25 Mio €.
Zum 01. April 2020 wird das Raulinohaus nach vielen Jahren Leerstand privat vermietet.

Die Wolfsche Stiftung hat hohe Einnahmen und erhält hohe Zuschüsse

Zu dieser privaten Vermietung hat die Fraktion der Bamberger Allianz eine Anfrage gestellt. Stadträtin Dr. Ursula Redler bezieht sich auf das aktuelle Mietangebot für das Raulinohaus auf der Internetseite der Stadt Bamberg. Für sie ergeben sich daraus einige Fragen, »um deren zeitnahe Beantwortung« sie bittet: »Wie kommt der aktuelle Mietpreis zustande?« und »Wieso gibt es einen Mietpreis auf Gebotsbasis?«
Aus Sicht von Redler hat die Wolfsche Stiftung hohe Einnahmen und erhält hohe Zuschüsse: Sie bittet deshalb den Oberbürgermeister darum, diese »zumindest für die Jahre 2017-2019 aufzuschlüsseln und zu erläutern, warum dem Stiftungszweck entsprechend „nur“ 10.000 Euro an die Stadt Bamberg als Förderung für wohltätige Zwecke und zur Stadtbildverbesserung ausgezahlt werden«.
»Angesichts der derzeit in Bamberg bestehenden Wohnungsnot drängen sich diese Fragen geradezu auf«, stellt Ursula Redler fest.
14.2.20 Bilder: WeBZet; PrA Bamberg. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare.

Kommentare   
+5 # Bamberger 2020-02-14 10:31
Woran genau stört man sich?

Dass die Stadt "nur" 10000 EUR aus der Stiftung erhalten hat?
Dass die Miete für das Objekt "zu hoch" oder "zu niedrig" ist?

Hier die Satzung der Stiftung:
https://docplayer.org/135312308-Satzung-der-edgar-wolf-schen-stiftung-bamberg.html

Um zu sagen, dass die Stiftung relativ leistungsfähig ist, müsste man wissen, wie sie das Stiftungsvermögen anlegt. Laut Satzung darf das Vermögen nicht durch Ausschüttungen geschmälert werden. Wenn also nur sichere festverzinsliche Wertpapiere im Stiftungsstock liegen, ist vielleicht eine Ausschüttung von nur 10000 EUR schlicht dem aktuellen Zinsumfeld geschuldet.

Dass man auf der einen Seite fordert, dass ein teueres Gebäude zu niedrigem Mietzins vermietet werden soll und andererseits moniert, dass die Ausschüttungen der Stiftung so gering sind, ist dann doch etwas paradox. Sind es doch zwei Seiten der gleichen Medaille.
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+5 # Simon St. 2020-02-15 10:06
Verstehe ich das richtig, da wird "masterschäftich" kritisiert, daß zu einem Projekt Fragen an die Stadt gestellt werden. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wegen der Tabackscheune und dem nebenstehenden Raulinohaus die Stadt mit den Bürgermeinungen umgesprungen wurde. Die Fragen soll deshalb die Stadtverwaltung beantworten und nicht jemand, der sich da wichtig machen will. Über das Ergebnis kann man dann ja unterschiedlicher Meinung sein.
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+6 # Bamberger 2020-02-16 16:11
Nein, ich kritisiere nicht dass Fragen gestellt werde. Mir erschließt sich nur der Sinn nicht. Zumal man sich die D
Fragen gleich selbst beantwortet:

»Wie kommt der aktuelle Mietpreis zustande?« und »Wieso gibt es einen Mietpreis auf Gebotsbasis?«
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+2 # hollermöffel 2020-02-20 20:00
danke für den Link zur Satzung:
Zweck: 1. arme Bürger der Stadt Bamberg in Not- und Krankheitsfällen mit zwei Dritteln der Stiftungsmittel,
2. die Heimatpflege im Gebiet der Stadt Bamberg mit einem Drittel der Stiftungsmittel. Sie verfolgt damit ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnitts Steuerbegünstigte Zwecke der Abgabenordnung. (2) Die Stiftungszwecke werden insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:
1. der Stiftungszweck gemäß Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 durch wohltätige Unterstützung einzelner Bürger ohne Ansehen des religiösen Bekenntnisses; soweit die hierfür zur Verfügung stehenden Stiftungsmittel nicht benötigt werden, können Investitionsmaßnahmen von Alten- und Pflegeheimen, Begegnungsstätten und ähnlichen Einrichtungen gefördert werden;
2. der Stiftungszweck gemäß Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 durch Erhaltung von Kunst- und Naturschönheiten und Maßnahmen zur bleibenden Verschönerung der Stadt Bamberg. (3) Verpflichtungen, die durch gesetzliche Vorschriften öffentlich-rechtlichen Körperschaften auferlegt sind, darf die Stiftung nicht übernehmen. Verschönerungen, die der Stadt Bamberg als eigene Aufgabe obliegen, dürfen nicht gefördert werden.

Da wäre es wohl mehr im Sinne der Stifter gewesen, 2 Vierzimmerwohnungen für Hartz 4 Familien einzubauen, oder eine Senioren WG ;-)
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+1 # supi 2020-02-22 17:21
nu ob die objektsanierung vom stiftungszweck gedeckt ist, darüber maag man ruhig unterschiedlicher meinung sein, aber was wohl keinesfalls vom stiftungszweck gedeckt ist, war wohl der objektankauf.
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