Überschrift der Meldung des städt. Presseamtes: „OB Starke lädt zur `Oberen Sandstraße 20` ein.“ Er will ein für die Kulturszene besonders wichtiges Sanierungsvorhaben vorstellen.

Öffentlicher Druck hat Umdenken ausgelöst

Es ist eine der zahlreichen Mitteilungen des Presseamtes, in der zu einer Veranstaltung der Stadt bzw. von OB Andreas Starke eingeladen wird. Wollte das einer der anderen neun OB-Kandidaten machen, müsste er/sie sich gewaltig anstrengen. Privilegiert eingeladen sind der
Bürgerverein Sand, der „Denkmalschutz“, Clubbetreiber, Interessand und die Schutzgemeinschaft „Alt Bamberg“. Gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung sollen Konzepte zur Zukunft des Einzeldenkmals in der Oberen Sandstraße 20 beraten werden.
Durch intensive Verhandlungen hatte sich die Stadt Ende 2019 das Recht zum Erwerb des Einzeldenkmals gesichert. Mittlerweile ist der Kaufvertrag mit der Eigentümerin, Dolphin Capital 166. Projekt GmbH & Co. KG beurkundet. »Es war wohl der öffentliche Druck, der ein Umdenken beim früheren Eigentümer auslöste«, wird Starke von seinem Presseamt zitiert.
Und weiter: Der Oberbürgermeister will mit der Veranstaltung »den Startschuss geben für ein Sanierungsvorhaben, das für die Kulturszene von besonderer Wichtigkeit ist«. Wie das genau aussehen soll, bleibt aber noch im Verborgenen.

Mit Unterschriften-Sammlung den ehem. Roten Ochsen retten

Folgt man einem FT-Artikel v. 25.2. dann steht momentan der Zustand des Gebäudes in der Unteren Königstraße 13 und 15 (ehem. Roter Ochse) oben auf der Agenda. Auch hier ist der Investor Dolphin Capital (jetzt German Property Group). Ob und welche Zusammenhänge mit dem Einzeldenkmal in der Oberen Sandstraße 20 bestehen, kann hier nicht gesagt werden. Fakt ist, dass der Zustand des ehem. Roten Ochsen immer desaströser wird.
Die Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg hat 2216 Unterstützerunterschriften dafür gesammelt, das Gebäude nicht weiter verfallen zu lassen, stattdessen endlich zu sanieren. Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft, Martin Lorber, ist zur Übergabe des Unterschriftenpakets eigens nach Hannover gefahren, um den Verantwortlichen der German Property Group die Bamberger Position zu erläutern. Weiter als zur Rezeption der Investmentgesellschaft war er allerdings nicht gekommen.
Dabei steht der Investor in Bamberg massiv in der Kritik, seine denkmalgeschützten Immobilien dem Verfall preiszugeben und diese als Spekulationsobjekte zu missbrauchen. Freilich weist das die Firma immer wieder von sich. Zurzeit, so heißt es, soll die Stadt jedenfalls auch das denkmalgeschützte Gebäude in der Unteren Königstraße erwerben zu wollen. Über nähere Ergebnisse kann aber nicht berichtet werden.
28.2.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare.