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     KATH. KIRCHE

„Ein ‚Weiter so‘ ist keine Option“

Beim Neujahrsempfang des Erzbistums Bamberg ruft die Theologin Ursula Nothelle-Wildfeuer die Kirche zu Reformen auf allen Ebenen auf. Weihbischof Gössl: „Wir können nur gemeinsam in die Zukunft gehen“.

Durch wachsendes prinzipielles Misstrauen in die Institutionen beschleunigt

Beim Neujahrsempfang des Erzbistums Bamberg in der Hofer Freiheitshalle hat die Freiburger Theologin Ursula Nothelle-Wildfeuer die katholische Kirche zu Reformen auf allen Ebenen aufgerufen. Misstrauen, Missbrauchsskandale und Morallehre lassen die "Volkskirche" verschwinden.
Die Kirche dürfe sich in ihrer derzeitigen Vertrauenskrise nicht mit kleinen Reformen zufriedengeben. Das steht in einer Pressemitteilung des Erzbistum izu lesen. Von notwendigen Veränderungsprozessen bleibe keine kirchliche Ebene verschont, sagte Nothelle-Wildfeuer. Die dramatisch sinkenden Zahlen der Messbesucher, Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie die zurückgehende Nachfrage nach kirchlichem Beistand an Lebenswendepunkten ziehe einen massiven Umgestaltungsdruck nach sich. Taufen, kirchliche Trauungen und Beerdigungen dienten oft allenfalls noch als kultureller und brauchtumsbezogener Rahmen für entsprechende Feste.
Um zukunftsfähig zu sein, müsse die Kirche missionarisch, authentisch und geschwisterlich sein. Die dramatisch sinkenden Zahlen der Messbesucher, Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie die zurückgehende Nachfrage nach kirchlichem Beistand ziehe einen massiven Umgestaltungsdruck nach sich. Diese Entwicklung werde gegenwärtig noch durch ein wachsendes prinzipielles Misstrauen Institutionen gegenüber beschleunigt, worunter auch die Kirche leide.
Hinzu komme, dass durch die Missbrauchsskandale "viele Menschen, die sich bislang noch der Kirche zugehörig gefühlt haben, sich im absoluten Unverständnis, in maßloser Enttäuschung, mehr noch, im Zorn von ihr abwenden". Für die “Volkskirche” bestätige sich nun in dramatischer Weise, was sich schon lange anbahnte: sie verschwindet. Angesichts dramatischer Schrumpfungsprozesse gelte es daher, alles auf den Prüfstand zu stellen.

Leben in Gemeinschaft ist kein Spaziergang

Weihbischof und Diözesanadministrator Herwig Gössl (>Bild r.) sagte, dass bei aller Notwendigkeit, Missstände zu kritisieren und künftig zu verhindern, Kirche mehr sei, als die Summe des menschlichen Fehlverhaltens. Leben in Gemeinschaft sei kein Spaziergang, nicht in der Familie, nicht in der Gesellschaft, nicht im Staat und auch nicht in der Kirche, so Gössl. „Wir erleben oft, wie viel Energie nötig ist, um die tatsächlich vorhandenen Unterschiede auszuhalten, um trotz Enttäuschungen beieinander zu bleiben und es wieder neu miteinander zu versuchen.“
Kirche sei geschwisterliche Kirche, was auch deutlich mache, dass es unter Geschwistern nicht immer nur harmonisch zugehen müsse. „Da kann man schon auch richtig streiten, entscheidend ist, dass man trotzdem beieinander bleibt und füreinander einsteht“, sagte der Weihbischof. „Ohne den Willen zur Gemeinschaft gibt es überhaupt keine Zukunft für uns Menschen. Wir können nur gemeinsam in die Zukunft gehen, oder wir werden überhaupt nicht dort ankommen.“

Geschrieben: PM Erzb-mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto); 

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der wechselbalg
hyperventilierende laien sind aber auch keine option
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