Die Sache ist gut, aber der Zeitpunkt lässt aufhorchen! Ab März soll das P&R-Parken und die Nutzung der zugehörigen Buslinien kostenlos sein. Weniger Kfz-Verkehr in der Innenstadt ist das Ziel.

Entspricht dem Wesen der Politik in der Stadt

Verschiedene Stadtratsfraktionen haben es immer wieder versucht, den P&R-Verkehr und die damit verbundenen Buslinien in die Innenstadt günstiger zu machen. Vergeblich. Die Vorschläge wurden immer wieder abgeschmettert, immer wieder wurden Kostengründe genannt. Jetzt ging es ganz schnell. Nach einem Beschluss des Aufsichtsrats der Stadtwerke wird ab dem 1. März das Parken auf den P&R-Anlagen am Heinrichsdamm und an der Kronacher Straße inklusive der Fahrten mit den P&R-Linien kostenlos sein.
Es ist das Schicksal der Fraktionen, die nicht der Rathaus-GroKo angehören, dass ihre Vorschläge oft abgelehnt werden, damit sie dann z.B. der Oberbürgermeister selbst wieder aufgreifen kann kann. Zwei solche Maßnahmen hintereinander wurden jetzt von ihm in Anspruch genommen: das kostenlose Busfahren an den Adventssamstagen und das kostenfreie P+R-Parken inklusive Fahren mit dem Pendelbus in die Stadt. Zwei prinzipiell richtige Maßnahmen für die eigentlich nur Anerkennung bliebe, wenn …, wenn sie nicht ausgerechnet in die heiße Zeit eines Kommunalwahlkampfes fielen. Aber diese Vorgehensweise entspricht dem Wesen der starken Politik in der Stadt, was mittlerweile immer mehr Bürger/innen bewusst wird.

Manche/r Bamberger/in wird sich benachteiligt fühlen

Dabei wäre es gut, wenn zumindest der Beschluss, die beiden genannten Park&Ride-Anlagen und die dazugehörigen Buslinien kostenlos zu machen, noch etwas kritisch reflektiert worden wäre. Das Parken und Fahren kostet bisher drei € am Tag. Die wegfallenden Einnahmen dürften nicht das Problem sein. Aber die Begeisterung bei vielen Profiteuren der Maßnahme wirft eine Frage auf, die sich früher oder später in den Vordergrund schieben wird. Man kann unterstellen, dass die meisten P+R-Parker Berufspendler sind, die ihr Fahrzeug den ganzen Tag abstellen wollen. Es wird sich dabei vorrangig um Autofahrer aus dem Landkreis und weiter weg handeln. Dagegen ist nichts zu sagen. Aber im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Bamberger/innen, die täglich mit dem Stadtbus zur Arbeit kommen bzw. fahren sollen, weiterhin den normalen Tarif bezahlen sollen. Kein Geschenk. Manche/r wird sich hier benachteiligt fühlen bzw. fragen, warum z.B. nicht auch er/sie einen Sondertarif für die Fahrt zum Arbeitsplatz erhält.
Alles war ungewöhnlich schnell gegangen – aber mitten im Wahlkampf sollten keine unmittelbar kassenwirksamen Geschenke verteilt werden.
Danach kann nämlich manches anders aussehen.
27.1.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.