Auf einen guten Tag

 

Man klagt so sehr bei jedem Schmerz und freut sich so selten, wenn man keinen fühlt.
Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schriftsteller

 

Weniger Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr wegen der Corona-Krise. Die städt. Verkehrsbetriebe geraten unter wirtschaftlichen Druck. Politische Versprechungen werden auf der Strecke bleiben.

Die Stadtwerke Bamberg geben jährlich rd. 6 Mio € an die Stadt ab

Die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise haben die Fahrgastzahlen wegbrechen lassen. Bei Einzelfahrscheinen und Monatskarten seien die Verkäufe um 70 bis 90 Prozent rückläufig, berichtet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.
Für viele Unternehmen seien die wirtschaftlichen Folgen schon jetzt verheerend, sie stünden massiv unter wirtschaftlichen Druck. Es müsse dringend geklärt werden, wie die Verluste ausgeglichen werden sollen, so war/ist es in vielen Medien zu lesen bzw. zu hören.
Der Nahverkehr finanziert sich etwa zur Hälfte aus dem Fahrkartenverkauf, ein großer Teil wird aus den Gewinnen im Querverbund mit Energie und Wasserverkauf finanziert. Ein geringer Teil der Kosten wird durch staatliche ÖPNV-Zuweisungen abgegolten.
Andererseits müssen zum Beispiel die Stadtwerke Bamberg (StWB) im Rahmen der Konzessionsabgabe rd. vier Mio € pro Jahr an die Stadt Bamberg überweisen. Zusätzlich verlangt die Stadt seit einigen Jahren noch eine “Gewinnabgabe” von rd. zwei Mio €. Das Geld wird zum allgemeinen Haushaltsausgleich gebraucht. Gewinn fahren die Stadtwerke hauptsächlich durch den Strom-, Gas- und Wasserverkauf ein.

Welche Versprechungen werden wohl wieder rückgängig gemacht?

Nun ist der Ausbau des ÖPNV auch ein wesentliches Thema im zurückliegenden Kommunalwahlkampf gewesen. Die Stadtführung hat dazu einige Forderungen der Stadtratsfraktionen erfüllt. Zunächst allerdings nur für eine Testphase, was einerseits viele Kunden nicht bemerkt haben, andererseits der Stadt Spielraum gibt, die diversen Geschenke wieder zu streichen. Man denke nur an den Einsatz einer Busringlinie zur „Erschließung der Innenstadt“ in einem ca. 20 Minuten-Takt oder an das Wahlkampfgeschenk zum 1. März 2020, das das Parken auf den P&R-Anlagen am Heinrichsdamm und an der Kronacher Straße inklusive der Fahrten mit den P&R-Linien kostenlos gemacht hat. Versprochen wurde auch, Elektrobusse vermehrt einzusetzen.
Man braucht keine Wetten darüber abzuschließen, welche Versprechungen wieder rückgängig gemacht werden. Ihren Zweck haben sie ja zunächst erfüllt.
6.4.20 Bilder: WeBZet¸ Baureferat.Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > rechte Spalte unten.

Kommentare   
-8 # supi 2020-04-07 18:37
ÖPNV und stadtwerke sind zwei paar ganz unterschiedliche stiefel. in gera haben die stadtwerke auch nen nassen, also ne pleite gebaut und die stadt ist nicht vom erdboden verschwunden.
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+5 # Heiner 2020-04-11 14:05
@supi
Hier in Bamberg "zieht" die Stadt den Werken das Geld weg. Die Werke würden gut dastehen wenn sie nicht immer der Geldgeber wären.
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0 # Bürger99 2020-04-13 10:06
Ein Grund mehr Wahlversprechungen nicht einzuhalten... jetzt müssen mehr Touristen her! Vielleicht sollte man das Weltkulturerbe mal aussetzen und das Geld in Bürgerbelange investieren? (Schule, Klinikum, Bus)?
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+1 # Laurus 2020-04-17 23:49
Tatsächlich wären die Touristen sicher hilfreich um die Stadtwerke zu stützen. Es waren immer viele Gäste in den Bussen unterwegs, die oft gewinnbringende Kurzzeittickets gekauft hatten.
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Redensarten und Redeweisen

B 36
Bauän|fümbfä: Bauernfünfer. Schlitzohr.
Deä Bauänfümbfä hod mi aamol übäs Ooä kaud, a dswaidsmol bassiäd mä däs nimmä. Der Bauernfünfer hat mich einmal übers Uhr gehauen, ein zweites Mal passiert mir das nicht mehr.

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Bauänramml: Bauernrammel.
Du Bauänramml, du raigschnaidä! Du hergelaufener Bauernrammel/-lümmel.

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Bauärai: Bauerei. Hausbau oder Landwirtschaft.
Edsd langd mäs mid dä Bauärai. Jetzt reicht mir´s mit der Landwirtschaft/Feldarbeit/Hausbauerei.
Mid dä Bauärai is nimmä waid heä. Mit der Landwirtschaft ist es nicht mehr weit her/kein Staat mehr zu machen.

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Bauch, Böchd, Boich: Bauch, Bäuche.
Mai Bauch hod aa mai Gäld gäkosd. Mein Bauch hat auch mal Geld gekostet.
A Böchd grössä wi dä annä. Ein Bauch größer als der andere.
Boich aidsieng, iech will durch! Bäuche einziehen, ich will durch!

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Bauchä: missglückter Kopfsprung ins Wasser mit Bauchlandung.

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Bauch|loodn: Bauchladen. Hosentür.
Schau noo, deä hod sain Bauchloodn offm! Schau hin, der hat seine Hosentür offen.

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bävoä, bävoäsd: bevor, vorher.
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Bävoäsd mi hausd, sooch i deäs liebä. Bevor du mich schlägst, sag ich dir´s lieber.

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