Weniger Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr wegen der Corona-Krise. Die städt. Verkehrsbetriebe geraten unter wirtschaftlichen Druck. Politische Versprechungen werden auf der Strecke bleiben.

Die Stadtwerke Bamberg geben jährlich rd. 6 Mio € an die Stadt ab

Die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise haben die Fahrgastzahlen wegbrechen lassen. Bei Einzelfahrscheinen und Monatskarten seien die Verkäufe um 70 bis 90 Prozent rückläufig, berichtet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.
Für viele Unternehmen seien die wirtschaftlichen Folgen schon jetzt verheerend, sie stünden massiv unter wirtschaftlichen Druck. Es müsse dringend geklärt werden, wie die Verluste ausgeglichen werden sollen, so war/ist es in vielen Medien zu lesen bzw. zu hören.
Der Nahverkehr finanziert sich etwa zur Hälfte aus dem Fahrkartenverkauf, ein großer Teil wird aus den Gewinnen im Querverbund mit Energie und Wasserverkauf finanziert. Ein geringer Teil der Kosten wird durch staatliche ÖPNV-Zuweisungen abgegolten.
Andererseits müssen zum Beispiel die Stadtwerke Bamberg (StWB) im Rahmen der Konzessionsabgabe rd. vier Mio € pro Jahr an die Stadt Bamberg überweisen. Zusätzlich verlangt die Stadt seit einigen Jahren noch eine “Gewinnabgabe” von rd. zwei Mio €. Das Geld wird zum allgemeinen Haushaltsausgleich gebraucht. Gewinn fahren die Stadtwerke hauptsächlich durch den Strom-, Gas- und Wasserverkauf ein.

Welche Versprechungen werden wohl wieder rückgängig gemacht?

Nun ist der Ausbau des ÖPNV auch ein wesentliches Thema im zurückliegenden Kommunalwahlkampf gewesen. Die Stadtführung hat dazu einige Forderungen der Stadtratsfraktionen erfüllt. Zunächst allerdings nur für eine Testphase, was einerseits viele Kunden nicht bemerkt haben, andererseits der Stadt Spielraum gibt, die diversen Geschenke wieder zu streichen. Man denke nur an den Einsatz einer Busringlinie zur „Erschließung der Innenstadt“ in einem ca. 20 Minuten-Takt oder an das Wahlkampfgeschenk zum 1. März 2020, das das Parken auf den P&R-Anlagen am Heinrichsdamm und an der Kronacher Straße inklusive der Fahrten mit den P&R-Linien kostenlos gemacht hat. Versprochen wurde auch, Elektrobusse vermehrt einzusetzen.
Man braucht keine Wetten darüber abzuschließen, welche Versprechungen wieder rückgängig gemacht werden. Ihren Zweck haben sie ja zunächst erfüllt.
6.4.20 Bilder: WeBZet¸ Baureferat.Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > rechte Spalte unten.