ENERGIEWENDE    

 Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach

Ob Solar, Wind oder Photovoltaik auf dem Dach: Immer mehr Deutsche wollen ihre eigene Energie erzeugen. Aber der Weg dorthin ist schwierig und kompliziert. Was man wissen sollte.

Verbraucherzentrale empfiehlt Photovoltaik

Die Energiepreise steigen, die Energiekrise verschärft sich. Spätestens seit dem Ukraine-Krieg spüren das alle Haushalte. Die Folge: Immer mehr wollen sich ihre eigene Energie ins Haus holen. Die Verbraucherzentrale Bayern erlebt seit Monaten einen enormen Ansturm bei der Beratung um Solar, Wind oder Photovoltaik. Der Wunsch nach Autarkie und Deckelung der Kosten ist groß.
Die Verbraucherzentrale Bayern rät: Wer als Hauseigentümer unabhängig von Energiepreisen werden will, sollte sich eine Photovoltaik-Anlage kaufen. Der Vorteil: Photovoltaik erzeugt Wärme und Strom. Auch wenn es aktuell keine finanzielle Förderung beim Kauf einer Anlage mehr in Bayern gibt, lohnt sich eine PV-Anlage unterm Strich auf jeden Fall.
Solarthermie als reiner Warmwassererzeuger wäre auch noch eine Möglichkeit, aber weniger effektiv. Für den privaten Haushalt eher ungeeignet ist ein eigenes Windrad im Garten, weil es technisch sehr komplex ist. Rotorblätter, Getriebe und Generator gelten als verschleißanfällig.

Vorgehen in mehreren Schritten

Zunächst muss folgendes geklärt werden: Der Strombedarf des Haushaltes, die Dachgröße und Ausrichtung des Daches. Dabei helfen Energieberater und entsprechend ausgebildete Elektriker. Dann muss beim zuständigen Netzbetreiber (in Bamberg bei den Stadtwerken) angefragt werden, ob die geplante PV-Anlage überhaupt möglich ist.
Laut Verbraucherzentrale muss bei einer Anlage bis zu 10 Kilowatt (kW) der Netzbetreiber innerhalb von vier Wochen antworten, ansonsten gilt die PV-Anlage automatisch als genehmigt. Für größere Anlagen gilt das jedoch nicht. Private Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern bestehen meist aus etwa 17-50 Photovoltaikmodulen und haben somit eine max. Leistung zwischen sieben und 15 Kilowatt (kW). Eine 10 kW-Anlage hat auf die meisten Dächern Platz.

Probleme gibt es bei der Anschaffung einer PV-Anlage allerdings zuhauf. Es kann ein Jahr dauern, bis die Anlage läuft. Die wichtigsten Hindernisse sind der eklatante Fachkräftemangel und derzeit besonders auch Engpässe bei der Materialbeschaffung.
Außerdem kann es bis zu einem halben Jahr dauern, bis die bürokratischen Formalitäten abgewickelt sind. Das betrifft nicht nur den Netzbetreiber und die durchführende Firma, sondern auch die notwendige Anmeldung der PV-Anlage beim Finanzamt.
Schließlich: Eine PV-Anlage ist keine lukrative Geldanlage mehr. Wer sich das leisten will, sollte es aus Überzeugung machen. Eine eigene Anlage auf dem Dach erzeugt sauberen und insgesamt auch günstigen Strom. Durch die Nutzung der unerschöpflichen Sonnenenergie ist sie ein wirkungsvoller Beitrag zur Energiewende.

HNWEIS: Heute (22.6.) findet eine Online-Veranstaltung zum Thema „Photovoltaik auf Wohngebäuden – Fokus Mieterstrom“ (s. Kasten r. VARIA)

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Kommentare   
+8 # Bamberger 2022-06-22 13:58
"Schließlich: Eine PV-Anlage ist keine lukrative Geldanlage mehr. Wer sich das leisten will, sollte es aus Überzeugung machen."

Ist das so?! Also besser investiert als vor 3 Jahren in meine PV Anlage habe ich glaube ich noch nie. Eine Anlage lohnt sich vor allem durch Eigenverbrauch, nicht durch Einspeisung. Bei Strompreisen von über 40 Cent die kWh muss man eigentlich nicht lange rechnen.
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0 # Eisenbahner 2022-06-22 17:32
Ich war ja schon immer ein Fan des Klimawandels! Eigenen Strom durch mehr Sonne erzeugen und im Winter weniger heizen!
Herz was willst Du mehr!
Nein, das ist keine Ironie, ich finde das wirklich gut so!
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