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Die einen wollen, dass der neue Busfahrplan überarbeitet wird, die anderen wollen, dass er so bleibt. Ein Vorstoß von CSU- und BA-Fraktion hat Interessenlagen sichtbar gemacht.

»Allgemein herrscht Unverständnis und großer Unmut«

Angesichts weiterer Protestbriefe und einer entsprechenden Unterschriftenliste gegen die aktuelle Busanbindung im südwestlichen Berggebiet haben die Stadtratsfraktionen von CSU und Bamberger Allianz (BA) einen gemeinsamen Antrag an Oberbürgermeister Andreas Starke gestellt. Und damit in ein Wespennest gestochen.
Die Fraktionen nehmen in ihrem Schreiben die Klagen und Vorschläge von Bürgern auf. Insbesondere die Benutzer der Linie 908 und die Bewohner im Bereich Lerchenbühl/ Staffelbergweg sind mit der neuen Linienführung der Linie 908 beziehungsweise dem Wegfall der Linie 926 unzufrieden.
»Allgemein herrscht Unverständnis und großer Unmut«, heißt es in dem Schreiben, das auch die CSU-Stadträte Gerhard Seitz und Anna Niedermeier sowie die BA-Stadträte Michael Bosch und Dieter Weinsheimer unterschrieben haben. »Aus der Bürgerschaft wird eine Rückkehr zum alten Fahrplan gefordert.« Namens ihrer Fraktionen haben die CSU- und BA-Stadträte einen Antrag zur Behandlung des Themas im nächsten Verkehrssenat des Stadtrates gestellt.

»Viele Menschen sind mit der neuen Linienführung sehr zufrieden«

Zur Verbesserung der aktuellen Situation schlagen die Stadträte unter anderem vor, »die Umsteigemöglichkeiten von den Linien 908 und 912 in die Linie 901 stadteinwärts und von der Linie 901 in die Linie 908 Richtung Südwest so sicherzustellen, dass keine Umsteigezeiten von mehr als fünf Minuten entstehen.«
Diese Zielbeschreibung – aber insbesondere die Forderung aus der verärgerten Bürgerschaft, den alten Fahrplan wieder einzuführen - führte dazu, dass sich Unmut von anderen Bürgern bzw. auch vom Bürgerverein Am Bruderwald regte, die den neuen Fahrplan unbedingt erhalten möchten.
Sonja H. schreibt zum Beispiel: »Daher will ich Ihnen mitteilen, dass es auch durchaus viele Menschen gibt, die mit der neuen Linienführung der 908 sehr zufrieden sind.« Der Vorsitzende des Bürgervereins Am Bruderwald (Klinikum), Helmut Gebhardt, argumentiert: »Jede Einschränkung/ Verschlechterung des öffentlichen Nahverkehrs führt hier zu einer weiteren Zunahme des Individualverkehrs. Dies ist … in Anbetracht der ohnehin inakzeptablen Verkehrssituation den Bewohnern unseres Wohngebiets weder zumutbar noch vermittelbar.«
Nebenbei hat sich auch der Vorsitzende des Bürgervereins Bug, Manfred Drescher, gemeldet, der eine direkte Buslinie vom ZOB nach Bug und zurück fordert – und man in Bug »nicht mehr schauen muss, wie man zum Klinikum kommt, um dann zu sehen, ob man 5 oder 50 Minuten auf den Bus, der von dort nach Bug geht warten muss
Zweierlei erscheint klar: Der neue Fahrplan kann nicht so bleiben und eine Rückkehr zum alten ist auch nicht mehr möglich.
17.9.17 Bilder: WeBZet; Campinginsel.de. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+12 #12 Martin Lorber 2017-09-21 19:45
Ein Knackpunkt der jetzigen Lösung bei der 918 scheint unter anderem zu sein, dass man von Bug aus nicht mehr ohne Umsteigen direkt zum einzigen Supermarkt an der Würzburger Straße oder zum ZOB fahren kann. Die Buger fühlen sich (nachvollziehbarerweise) abgehängt und steigen aufs Auto um. Bei der 908 ist es nicht zuletzt die umständliche und zeitraubende Linienführung, die unattraktiv wirkt. Dazu kommt die seltene Taktung, die wohl vor allem daher rührt, dass eher wenige mit den Linien 908/918 fahren. Hier beißt sich der Hund in den Schwanz.

All diese Probleme wären durch die Zusammenlegung von 908 Südwest und 918 Bug zu einer attraktiven Linie (ich nenne sie mal "908 neu", weil die kleineren Zahlen meist besser wirken) lösbar. Jedenfalls, wenn man die Stecke gleichzeitig von den bisherigen, verwirrenden Schleifen befreit und in beide zu Richtungen befährt, wie die meisten anderen Stecken im Stadtgebiet auch.

Ein Vorschlag für die Linienführung: Bug (u.a. Grundschule, künftiges Jugendhaus Wolfsschlucht und alle die anderen Buger Haltestellen) ... In der Warth - Klinikum (wichtiges Ziel/Großer Arbeitgeber/Philippuskirche) - Am Bruderwald - Paradiesweg - Hohes Kreuz (Supermärkte) - Waizendorfer Straße (Park & Ride Platz) - König Konrad Straße - Hezilostraße (Weg zu St. Urban) - Panzerleite zu Füßen des Hotels Altenburgblick (neue Haltestelle unweit der jetzigen "Auf dem Lerchenbühl") - Panzerleite - Dorotheenstraße - Maternstraße ... etc. bis zum ZOB. Und auf demselben Weg wieder zurück.

Dieses Modell würde zwar die altgewohnte Südwest-Schleife etwas ändern, doch das sollte problemlos möglich sein, denn die einzige entfallende Haltestelle St. Urban liegt ausgesprochen nahe an der Hezilostraße und dafür würden in der Gegenrichtung zwei neue entstehen. Es wäre dadurch für die Bewohner des Babenberger Viertels klarer ob sie in Richtung Supermärkte/Klinikum einsteigen oder Richtung ZOB. Das vermeidet, dass man versehentlich den Bus in die falsche Richtung erwischt.
Die Nutzer der nach diesem Modell ebenfalls entfallenden noch recht jungen Haltestelle Artur-Landgraf-Straße hätten gleich drei Alternativen zur Auswahl, je nach Wohnlage die Haltestelle Panzerleite, die neue unter dem Hotel Altenburgblick oder die Würzburger Straße (901, so wie früher).
+11 #11 Blauendorn 2017-09-21 18:46
Könnte man vielleicht die 908 mit der 918 nach Bug verbinden und halbstündlich fahren lassen? Dann wäre beiden geholfen, Südwestlern wie Bugern.
+4 #10 Clavius1970 2017-09-19 06:14
Die mangelnde Nutzung des ÖPNV in Bamberg wird auch durch verschiedene Faktoren beeinflusst. In den schmalen Gassen tun sich Busse nun Mal schwer. Um eine vernünftige Auslastung der Linien zu erreichen ist eine Ausdehnung auf den Landkreis unerlässlich. Im Raum Bamberg bedeutet das einen vollkommenen Reset. So wie es jetzt läuft wird das nie was.
-3 #9 Bernd Niemann 2017-09-18 17:41
@ #7

In Ihrem Post #3 schrieben Sie, daß normale Menschen
immer das Auto wählen, das habe ich doch mit zitiert.

Demnach sind alle anderen _nicht_ normal.
Das Sie, als Radfahrer, ebenfalls in diese Klasse
der Anormalen gehören war ja nicht ersichtlich.

Das tut mir jetzt aber auch leid.
+3 #8 Frau Holle 2017-09-18 14:59
#7:
Busse sind weltweit nicht die beliebtesten Verkehrsmittel. Sofern Busse bzw. Züge als realistische Option zur Verfügung stehen und trotzdem nur der PKW genutzt wird, sind Bequemlichkeit, Faulheit und merkwürdige Statusvorstellungen naheligende Gründe dafür.
+3 #7 Bernhard 2017-09-18 14:09
@4: Hm? Wo habe ich das geschrieben? Und was hat das mit dem Thema zu tun?
Ich fahre mit dem Rad.

Ich denke, jeder kann hier den Eindruck bestätigen, dass Busse nicht unbedingt das beliebteste Verkehrsmittel unter den Bambergern sind...
+11 #6 Werner G. 2017-09-17 22:09
Wer nur einmal mit dem Rad hinter oder neben einem Bus gestanden bzw. gefahren ist, der hat den Hals voll von diesen stinkern! Innovation wäre bei dieser kleinen Verkehrskarte der E-Bus? Daran denken die StWB aber nicht die Bohne.

Mit Verlaub an die Grünen hier: der Strom kommt zum Glück aus der Steckdose
+8 #5 Bürger dieser Stadt 2017-09-17 17:44
Für normal gesunde Menschen, die “mitten im Leben stehen“ und sich innerhalb des Stadtgebietes sowohl dem ÖPNV als auch dem Fahrrad verweigern, habe ich kein Verständnis.
+3 #4 Bernd Niemann 2017-09-17 17:02
@ #3

Sie schreiben:
> Normale Menschen, die mitten im Leben stehen,
> wählen immer das Auto

Sie fahren also nicht mit dem Bus, fühlen sich aber
berufen, darüber zu urteilen? Oh weia.

Gruß Bernd, anormal, da ÖPNV-Nutzer,
kein Student,kein Schüler, nicht alt und gebrechlich
+9 #3 Bernhard 2017-09-17 15:46
In jeder anderen Stadt die ich kenne, wird der öffentliche Nahverkehr kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Nur in Bamberg wird er eher immer schlechter und abgebaut. Weiterhin fahren nur diejenigen Bus, die nicht mehr anders können (alte gebrechliche Menschen) oder denen ein Busticket zwangsverkauft wird (Studenten und Schüler).
Normale Menschen, die mitten im Leben stehen, wählen immer das Auto - ein Testament darüber, wie schlecht der Bamberger ÖPNV ist.

Doch statt einer umfassenden Reform beschäftigt man sich jahrelang mit der Frage, ob in Randgebieten der Bus alle 30 Minuten oder doch nur alle 60 Minuten fährt...

Oh weia.

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