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Eine ernste Aufgabe! Die aktuelle Debatte um die Besucherschaft der „Tafeln“ hat ein Licht darauf geworfen. Kann die Stadt dazu beitragen, Altersarmut zu mindern und teilweise auszugleichen?

Altersarmut nimmt weiter zu

Manche/r mag es vielleicht nicht glauben: Altersarmut ist (schon) heutzutage ein verbreitetes, gesellschaftlich relevantes Phänomen. Wenn es nicht so wahrgenommen wird, dann mag das auch daran liegen, dass Altersarmut sich wesentlich im Verborgenen abspielt. So besagt eine bundesweite Statistik, dass 68% der Anspruchsberechtigten auf Grundsicherung im Alter diesen Anspruch nicht wahrnehmen.
Der Familiensenat des Stadtrates hat deshalb den Beschluss gefasst, für Bamberg in den kommenden 2 bis 3 Jahren ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzepts (SPGK) erstellen zu lassen.
Aus Sicht der Bamberger Linken Liste muss der Aspekt der Altersarmut mehr in den Vordergrund gerückt werden. Stadtrat Heinrich Schwimmbeck hat deshalb beantragt: „Man möge sicherstellen, dass Aspekte der Altersarmut im seniorenpolitischen Gesamtkonzept, das aufgestellt wird, einen gebührenden Platz einnehmen.“

Ein durchschnittliches Einkommen im Lebensverlauf wird nicht mehr genügen

Schwimmbeck begründet den Antrag unter anderem damit, dass „Altersarmut nach einer EU-Definition aktuell in Deutschland 14,5% der älteren Männer und 18,5% der älteren Frauen betrifft“. Altersarmut sei insgesamt stark im Zunehmen begriffen. Schwimmbeck zitiert, das „nach Prognosen die derzeit gültige Rentenformel schon Ende der 2020er oder Anfang der 2030er Jahre dazu führen wird, dass ein durchschnittliches Einkommen im Lebensverlauf nicht mehr genügen wird, eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus zu bekommen“.
Die Linke Liste möchte, dass das Thema der Altersarmut in die künftigen Überlegungen für das Bamberger Seniorenpolitische Gesamtkonzept (SPGK) nicht nur miteinbezogen wird, sondern auch Wege aufgezeigt werden, wie Altersarmut in der Kommune gemindert und (teilweise) ausgeglichen werden kann.
8.3.18 Bilder: VdK Dtschl.u.a.. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+2 #6 Baba Yaga 2018-03-13 21:20
Das ist doch Unsinn, die Leistungsträger über jeden Firlefanz zu informieren oder ihn gar anrechnen zu lassen. Allein der Verwaltungsaufwand wäre irrsinnig. Nicht jede auf dem Papier existierende Anrechnungsvorschrift kann und muss durchgängig angewendet werden. Irgendwann ist auch mal gut, man muss realistisch und menschlich bleiben.
0 #5 cityman 2018-03-12 23:15
# 4
Den Begriff 'Selbstbehalt' gibt es nicht bei Sozialleistungen. Es gibt Schongrenzen beim Vermögen und Anrechnungsfreiheit beim Einkommen. ABER: im Regelsatz sind Beträge für Verpflegung enthalten und wenn Verpflegung als Bedarf nicht voll besteht, weil dies anderweitig durch kostenlose Naturalien gedeckt wird, kann das schon Auswirkungen haben.
NUR SO IN DEN RAUM GESTELLT!
Und: schenken ist ja ok, aber Leistungsträger sollten informiert sein.
+3 #4 schaumermal 2018-03-12 08:35
#1
sie reden teilweise blödsinn.
geschenke können ohnehin nicht angerechnet werden, solange sie den selbstbehalt nicht übersteigen.

aber die stadt kann sehr wohl die armut etwas minimieren. sie müsste nur die KdU anpassen. das wurde jahrelang vorsätzlich unter den teppich gekehrt, obwohl man die mieten nach oben getrieben hat.

außerdem hätte die stadtbau sich um ihren eigentlichen job für sozialen wohnraum kümmern können, anstatt eine teuere arena zu finanzieren.
+12 #3 Sunday 2018-03-09 23:30
Wieder ein Beispiel dafür, wie die Solidargemeinschaft zerlegt wird. Neulich dazu passend einen Artikel gelesen über das schleichende Auseinanderdriften der Schularten - noble Schulen für Kinder Besondersbesserverdienender, die "normalen" Schulen für die Mehrzahl. Es wird nicht darüber gesprochen, aber die Durchlässigkeit der Gesellschaft ist wieder zurückgegangen, wenn nicht gar immer ein Mythos gewesen Dazu nun die nur abschätzbaren Folgen der gehypten Digitalisierung am nahen Horizont. Alles Sprengstoff.
+11 #2 Der Bamberger 2018-03-09 21:08
Ja. Prima erklärt. Aber hat mit der Situation, dass es immer mehr Menschen ohne ausreichende Versorgung/Bezüge in unserem Land gibt.
Da ist die Politik gefragt. Ernsthaft.
+4 #1 cityman 2018-03-09 19:53
Ich will hier nicht die Arbeit der Tafeln kritisieren. Das hier Lebensmittel, die sonst in der braunen Tonne landen, noch eine sinnvolle Verwendung finden, ist sehr gut. Von der Bamberger Tafel weiß ich auch, dass sie weitgehender den sozial schwachen Menschen hilft, prima.
Die Stadt Bamberg als Kommune kann die Alters- und Voraltersarmut schlecht mindern oder ausgleichen. Die Regelsätze für den Lebensbedarf im Bereich Hartz IV, Grundsicherung und Sozialhilfe (auch die gibt es noch) werden auf Regierungsebene (Bund) ermittelt und festgesetzt und decken den gesamten Lebensbedarf. Punkt.
Mischt sich bei der Versorgung dieses Personenkreises ein Dritter ein und gewährt kostenlose Verpflegung, besteht die Gefahr, dass bei den Einzelpersonen eigentlich eine Anrechnung auf die Sozialleistung mit der Folge der Kürzung passieren müsste. Der Sozialleistungsempfänger müsste den Erhalt kostenloser Nahrung usw. seinem Leistungsträger melden.
So gesehen und vorsichtig ausgedrückt, untergraben die Tafeln mit der Essensvergabe eigentlich die Sozialleistungsgesetze.

DAS NUR SO MAL IN DEN RAUM GESTELLT!!!

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