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Finale Bahnausbau Bamberg. Vom Stadtrat wird erwartet, dass er jetzt endlich sagt, welchen Bahnausbau er will. Die Fraktionen müssen sich zusammenraufen.

Der Bund sieht 1000 Mio € als Obergrenze

Die Bahnvertreter machen sich wie erwartet für eine viergleisige, ebenerdige Durchfahrt der Stadt stark. Ihr Hauptargument: Nur so wäre ein S-Bahnhalt im Bamberger Süden (Gereuth) realisierbar. Die große Untertunnelung, von BBB-Stadtrat Norbert Tscherner in ein Bürgerbegehren gebracht, gilt als völlig aussichtlos. Neben diversen Sachargumenten werden dagegen insbesondere die Kosten angeführt: Für das Eingraben der kompletten Bahnhofsanlage und den vollständigen Neubau eines Güterbahnhofs werden Gesamtkosten in Höhe von 2 – 3 Milliarden € genannt. Der Bund soll sich bisher nur für eine Kostenübernahme von 1 Milliarde € bereit erklärt haben. Und wer bezahlt den Rest?
In einer nicht-öffentlichen Sitzung wurde der Stadtrat vor wenigen Wochen über mögliche Verbesserungen bei den bisher in der Prüfung befindlichen Varianten informiert. Dabei ging es unter anderem um einen „Masterplan Schienengüterverkehr“, einen „neuen Spurplan“ in der Nordflur, um dann notwendige Überwerfungsbauwerke sowie einen S-Bahn-Haltepunkt Bamberg Süd. Letzterer scheint sich als Knackpunkt heraus zu kristallisieren. Denn ein solcher S-Halt wäre faktisch nur bei einer viergleisigen, ebenerdigen Durchfahrung der Stadt möglich. Was zunächst pauschal gegen eine wie auch immer geartete Untertunnelung spricht.

Kommt jetzt die viergleisige, ebenerdige Durchfahrt?

Die Bahnvertreter machen mittlerweile Druck, und erwarten vom Bamberger Stadtrat, dass sich dieser bis Ende des Jahres oder spätestens zu Beginn des nächsten Jahres entscheidet. Das kann auch möglich sein. In der Vollsitzung des Stadtrates am morgigen Mittwoch werden eine Reihe von wichtigen, aber noch nicht entscheidenden Sachfragen abgeräumt. Die eigentliche Entscheidung über die bevorzugte Trassenführung könnte dann in der nächsten Sitzung am Dienstag, 28.11.17 fallen. Wann auch immer der „Startschuss“ fällt, die notwendigen Planungen und konkreten Baumaßnahmen werden dann voraussichtlich 12 Jahre dauern.
Die Stadtratsfraktionen müssen sich also in den nächsten vier Wochen sortieren. Der Tscherner-Vorschlag gilt als erledigt. Die CSU hat sich bereits vor Monaten auf die gewünschte viergleisige, ebenerdige Durchfahrt festgelegt. Der Wunsch der SPD, es möglichst bei dem zweigleisigen Bestand zu lassen, gilt als systemfremd. Leicht offen könnte die von der GAL favorisierte Güterzug-Ostumfahrung „light“ sein. (Wer weiß, vielleicht ist ein Grüner der nächste Verkehrsminister!) Die Fraktion Bamberger Allianz (BA) hat bisher auf einen zweigleisigen Tunnel gesetzt, der angeblich schon 1,3 Milliarden € kosten soll.
Man wird sehen, wie eine notwendige Mehrheit zustande kommt.
24.10.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

0 #14 babsi 2017-10-27 12:48
wenns eine sban in der gereud gibd muss schnuckiputzi bertram aber mehr harz4 miete rüberwachsen lasen.
+11 #13 Frau Holle 2017-10-27 10:04
Bernhard, die Leute sind nicht blöd.

Alle wissen, dass das alles mit wirtschaftlicher Prosperität zu tun hat. Und diese geht in Bamberg momentan verdammt schnell. Zu schnell für viele, die hier leben und diese Kaufkraft eben nicht haben und auch nicht mehr haben werden. Die Stadt wird freilich attraktiver für viele, die irgendwie von außen reinkommen, seien es Touristen, Pendler, Ruheständler oder Investoren. Eben kaufkräftige Gruppen. Aber dass die Menschen, die schon lange hier sind, wirklich etwas davon haben, bezweifle ich. Ich gehe vom Gegenteil aus. Die Stadt wird immer voller, der Verkehr intensiver, die Stadtkasse leerer...

Vergleichen Sie mal die hiesigen Wohnraumpreise z.B. mit München. Ganz ehrlich, allzu weit liegt das nicht mehr auseinander. Vergleichen Sie danach mal die Dichte der Arbeitsplätze. Hier liegt das freilich etwas anders. So viele junge Menschen, und auch viele andere, haben hier null Chancen, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Wovon sollen die den immer teurer werdenden Wohnraum bezahlen?

Das ist alles nicht ausgewogen. Es ist nicht allzu abwegig, hier schon von Verdrängung oder sogar Enteignung zu sprechen. Hier läuft etwas falsch.
+5 #12 Bernhard 2017-10-26 22:32
Was man hier teilweise lesen muss... es ist frustrierend, gerade wenn man selbst immer Argumente liefert...

Also ein S-Bahn-Anschluss Bamberg-Süd ist einerseits "sinnlos" und wird andererseits (vom bösen Freistaat?) dazu benutzt eine "Wohnraumverteuerung" auszulösen. Wie beides gleichzeitig geht, erschließt sich mir nicht.

Den billigsten Wohnraum in Bamberg hätte man wohl, würde man den öffentlichen Nahverkehr komplett einstellen und alles verrotten lassen. Das wäre dann wohl nach "Bürger dieser Stadt" Vorliebe?

Mal ernsthaft:
Ein S-Bahn-Halt würde Bambergs gesamten Südteil aufwerten, darunter die Wunderburg und die Gereuth (die wohl dringend mehr Qualität nötig hat). Für Bewohner im Süden wäre sie eine gute Ergänzung zum Bussystem um einfacher zum (Haupt-)Bahnhof zu gelangen.

Sie würde die Verkehrssituation um den (Haupt-)Bahnhof entschärfen, da mehr Reisende und Pendler direkt in Bamberg-Süd ein- oder aussteigen könnten.

Sie würde die Pendlerstörme um den Sitz der Fa Bosch, nur zwei Minuten vom geplanten S-Bahnhof entfernt, entzerren, dadurch auch generell den Berliner und Münchner Ring zum Feierabendverkehr entlasten.

Sie würde das geplante große Gewerbegebiet Geisfelder Straße/Exerzierplatz/Muna anschließen, es attraktiver machen und Pendlerströme von der Straße runterholen.

Sie würde die Arena besser anschließen und dadurch das wöchentliche Verkehrschaos bei Veranstaltungen und Basketballspielen (Anwohner wissen wovon ich rede) verbessern. Zusätzlich wäre das vielleicht der Knackpunkt, den Basketball in der existierenden Halle zu erhalten statt irgendwo eine neue zu bauen.

Letztlich noch das Umweltargument: Bahnverkehr ist mitnichten "altmodisch" (wie kann man sowas denken, wow, und Autoverkehr ist dann modern oder wie?) sondern ist das umweltfreundlichste, schonenste und effizienteste Fortbewegungsmittel. Schon heute fahren 100% des Fernverkehrs mit Ökostrom, bis 2030 auch 70% des Nahverkehrs (wie die S-Bahn). Es macht einfach nur Sinn für Bamberg. Wohl wesentlich besser, als 1000e von PKWs mit jeweils einem Insassen den Berliner Ring runterzujagen.

Last but not least (@ 2): Selbstverständlich hat die Stadt Bamberg hier eine Verhandlungsposition - sonst bräuchte man ja gar nichts überlegen, gell? Zwar könnten Bund, Freistaat und Bahn auch jederzeit ohne die Stadt mit dem Ausbau loslegen - die Stadt kann dann aber mit Klagen das gesamte Verfahren um Jahre in die Länge ziehen. Die Stadt Fürth ist hier das Vorbild. Interessierte können das gerne recherchieren.

Bei Verhandlungstaktik geht es aber darum, einen guten Kompromiss rauszuholen. Mit illusorischen Fantasie-Forderungen, wie einen unterirdischen Bahnhof, der 2-3 Milliarden Euro kostet (man stelle sich das mal vor! in einer Kleinstadt! das entspricht früheren Kostenschätzungen für Stuttgart 21!), setzt man jeder Verhandlung ein Ende. Dann wird, wie gesagt, einfach irgendwann gegen den Willen der Stadt losgebaut. Dann aber 12 Jahre lang und mit 7 Meter-Mauern. Deswegen: Verhandlungstaktik.

Momentan macht die Stadtverwaltung einfach gar nichts. Das ist natürlich das schlechteste. Dann entscheiden andere und Bamberg hat (mal wieder) das Nachsehen.
0 #11 Die PARTEI Bamberg 2017-10-25 22:06
Letztendlich hat der Stadtrat überhaupt nichts zu melden, weil das die Bahn entscheidet. Die PARTEI Bamberg fordert die Mauer zwischen Bamberg-Ost und -West ein und steht zielführend mit dem Planungsstab der DB in engem Kontakt. Alea iacta est.

Herr Tscherner darf sich um die U- und S-Bahn in Bamberg kümmern. Wir brauchen dringend Haltestellen an den Bamberger Brauereien und Bierkellern. Herr Scheuenstuhl, bitte melden Sie sich diesbezüglich bei Norbert.
+7 #10 Bamberger-Reiter-IX 2017-10-25 12:20
#9 & #1
„Bündelung der Ausbaustrecke mit der Bundesautobahn A 73
zwischen Forchheim und Breitengüßbach
Im Bereich der Stadt Bamberg würden die beiden neuen Gleise nicht durch den
Bahnhof Bamberg, sondern entlang der A 73, östlich von Bamberg verlaufen. Dies
hätte folgenden betrieblichen Nachteil:
Auf dieser Strecke wäre das vorgesehene Betriebskonzept nicht durchführbar, das
vorsieht, den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und den Schienenpersonenfernverkehr
(SPFV) auf getrennten Gleisen zu führen, um eine hohe Betriebsqualität
(Pünktlichkeit) und eine hohe Leistungsfähigkeit zu erreichen. Ein
Zuggattungen führt, wegen ihrer stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu
einer erheblichen Verminderung der Kapazität der Strecke und der Betriebsqualität.“
„Der Bahnhof Bamberg könnte seine Funktion als Knotenbahnhof für die Strecken:
 Nürnberg - Bamberg
 Bamberg - Hof
 Bamberg - Rottendorf (Schweinfurt - Würzburg)
nicht voll übernehmen, weil die neuen Gleise nicht eingebunden wären. „
Zitat: http://www.regierung.oberfranken.bayern.de/imperia/md/content/regofr/strassen_und_verkehr/verkehr/abspfa_21/2017/01_00_02_erlaeuterungsbericht.pdf
-7 #9 Bergradfahrer 2017-10-25 08:14
#1 Bernhard hat recht. Haltestelle Gereuth kann ich zwar nicht so ganz nachvollziehen, aber ansonsten ist das alles, was rauszuholen geht und auch realistisch umzusetzen ist. Der Megatunnel ist ein Hirngespinst, Ostumfahrung eine Umweltkatastrophe.
+11 #8 Heiner 2017-10-25 08:09
Der Stadtrat hat es verschlafen ,aber nicht nur der, sondern auch wir die Bürger! Woanders gehen die Menschen auf die Straße, bei uns wird erst mal gewartet. Jetzt ist Gefahr in Verzug, Auch wenn die Ostumfahrung abgelehnt wurde es muss nochmal darüber offen gesprochen werden. Die Entscheidungen nützen den kommenden Generationen damit sie unsere Stadt weiterhin lebenswert finden. Wie sagte doch eine Stadträtin, "bis des soweit iss bin ich Tod" Tolle Aussage für eine Volksvertreterin.
+33 #7 schaumermal 2017-10-25 00:36
1 mrd :-)
das würde wohl tatsächlich für einen 2gleisigen tunnel reichen. warum also zögern? fordern.
steckt alle güterzüge unter die erde und alle probleme sind gelöst.

der dubiose s-bahnhalt spielt doch nur der altmodischen bahn in die karten. wer braucht denn sowas? die arena wird ohnehin bald geschichte sein
+33 #6 Bürger dieser Stadt 2017-10-24 22:04
Der Nutzen eines S-Bahn-Haltes in der Gereuth erschließt sich auch mir nicht. Ich sehe nur die Möglichkeit, daß das als Anlaß dienen könnte, eine weitere Wohnraumverteuerung in dieser Stadt auszulösen. Ich traue unseren heiß geliebten Bau- und Marketinggenies durchaus zu, auch aus der Gereuth eine hippe Nummer zu machen.
+30 #5 Monika S.-M. 2017-10-24 20:29
Welchen Nutzen soll ein S-Bahn-Halt für die Gereuth haben? Vorteilhaft wäre allerdings ein Tunnel, der insbesondere den durchfahrenden Güterverkehr aufnimmt und diesen Lärm 100%ig fernhält. Wenn schon der Tscherner-Tunnel abgelehnt wird, dann wünsch ich mir, daß wenigstens die BA-Fraktion für den zweigleisigen Tunnel kämpft.

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