Der Bahnausbau auf der Zielgeraden. Der Stadtrat erhält heute das Gutachten mit der Bewertung der verschiedenen Trassen durch die Stadt. Eine Punktezahl wird über die Zukunft Bambergs entscheiden.

Der Stadtrat ist sich bei den allgemeinen Forderungen einig

Eine weitere ICE-Sondersitzung. Der Stadtrat ist sich bei den allgemeinen Forderungen für eine Trasse durch das Stadtgebiet einig. Als Vorgabe für die Erstellung eines Gutachtens durch das Planungsbüro VWI Stuttgart GmbH waren zentrale Eckpunkte vorgegeben worden. Das sind insbesondere: Lärm- und Gesundheitsschutz für die Anlieger entlang der Bahnstrecke, den Schutz des Welterbestatus, die Sicherung eines ICE-Systemhalts, einen S-Bahn-Haltepunkt Bamberg Süd. Daneben sind der Flächenverbrauch und Eingriff in den Erwerbsgartenbau, der Grund- und Trinkwasserschutz, die stadtverträgliche Gestaltung von Lärmschutzwänden (Höhe und Materialwahl) sowie die Kosten und Kostenfolgen für die Stadt wesentliche Beurteilungskriterien.
Und jetzt ist es soweit. Heute Nachmittag nimmt die Vollversammlung des Stadtrats die erwartete Expertise entgegen. Das Gutachten zur Ausbauempfehlung wird von den Fachleuten von VWI vorgestellt und im Anschluss zur Beratung innerhalb der Stadtratsfraktionen übergeben. Eine Entscheidung ist für die Sitzung heute nicht vorgesehen. Vielmehr soll die Positionierung der Stadt bzw. der Stadtratsfraktionen in der Trassenfrage in einer weiteren Sondersitzung am 6.3.2018 erfolgen.

Baulärm und Verkehrsbelastung über mindestens ein Jahrzehnt

Zur Begutachtung standen nach wie vor sieben Varianten an: 1) „Ebenerdige Durchfahrung“, 2) „Bergmännischer Tunnel zwischen Tännig und Kronacher Straße“, 3) „Kurzer Tunnel“ („Gedeckelter Trogbau zwischen Tännig und Geisfelder Straße in offener Bauweise“), 4) „3-Gleisigkeit bzw. bedarfsgerechte Ausbauplanung“ und 5) „2-Gleisigkeit bzw. Verzicht auf Ausbau“ oder einer Kombination dieser Varianten.“ Die Variante „eingehauste Ostumfahrung“ war bereits in am 13.12. per Mehrheitsbeschluss des Stadtrates ausgeschieden.
Nun soll die Debatte um vier neue Gleise für Bamberg auf die Zielgerade geführt werden. Und es kann daran erinnert werden, dass es sich um ein Jahrhundertprojekt für die Stadt handelt. Am Anfang müssen die gleisnahen Bewohner und Gewerbetreibenden mit einer erheblichen Baulärm- und Verkehrsbelastung rechnen - für über mindestens ein Jahrzehnt. So oder so werden auch beachtliche Eigenkosten für die Stadt anfallen, für deren Deckung der Haushalt noch nichts vorsieht.
Das Urteil der Gutachter wird entsprechend der Vorgaben eines Punktekatalogs ermittelt. 550 Punkte sind der höchste zu erreichende Wert; 110 Punkte bilden das Schlusslicht. Je höher der Wert für eine Trassenvariante ist, desto geeigneter ist diese aus der Sicht von VWI für Bamberg.
Mit 28 Prozent werden dabei die Kriterien „Umwelt und Stadtraum“ am höchsten gewichtet.

Nachtrag: Laut dem von den Gutachtern vorgetragenen Ergebnis schneidet die Variante "4-gleisige, ebenerdige Durchfahrung" mit 354 Punkten am besten ab.ü

8.2.18 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.