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Endlich! Das Gutachten zum Bahn-Ausbau durch Bamberg ist da. Sieger ist die viergleisige, ebenerdige Durchfahrung. Auch andere Trassenvarianten wurden nicht viel schlechter bewertet.

Die Siegertrasse erreicht nur 354 Punkte

Sieben noch im Rennen befindliche Varianten sind vom verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart untersucht und miteinander verglichen worden. Das Ergebnis wurde gestern der Vollversammlung des Bamberger Stadtrats vorgestellt. Die Bewertung erfolgte nach einem Punktesystem. Die höchste zu erreichende Punktzahl war 550, die niedrigste bzw. schlechteste mindestens 110 Punkte.
Das Ergebnis war eigentlich nicht überraschend. Mit 354 Punkte schneidet die viergleisige, ebenerdige Durchfahrung im Bestand am besten ab. Danach folgen mit 334 Punkten die drei-gleisige Durchfahrung, mit 329 Zählern „kein Ausbau im Süden“. Die Tunnelvarianten erreichen 322 Zähler = kurzer Tunnel, der lange Tunnel 316 und die von Norbert Tscherner geforderte Volluntertunnelung belegt mit 294 Punkten den letzten Platz. Die Kriterien für die Punktvergabe sind Infrastruktur, Betrieb, verkehrliche Wirkungen, Umwelt und Stadtraum sowie temporäre Auswirkungen. > s. Grafik r.
Die Stadtratsmitglieder bekamen die Empfehlungsunterlagen mit nachhause mit, um sie dort studieren zu können. Endgültig über eine Trassenvariante entscheiden soll der Stadtrat am 6. März.

Ausschließlich Erkenntnisse aus früheren Planungen und Erhebungen

In der Sitzung konnten bereits Fragen an die Gutachter gerichtet werden. Grundsätzlich waren sich die Fraktionen einig, am Tag der Übergabe nicht schon in eine Debatte einzutreten. Dennoch gab es bereits kritische Fragen. Ursula Sowa von der GAL wollte wissen, inwiefern innovative Lärmschutzmaßnahmen bei der Siegertrasse eine Rolle spielen. Die Antwort später: Der Einsatz von solchen Lärmschutzmaßnahmen trifft nur bedingt zu. Norbert Tscherner äußerte grundsätzliche Zweifel an der Neutralität der Gutachter. BA-Stadträtin Dr. Ursula Redler stellte anhand zweier Bewertungsbeispiele infrage, ob die Gutachter die tatsächliche Wirkung für den Bamberger Verkehr richtig eingeschätzt haben, wenn z.B. die Pfisterbergbrücke oder die Brücke Kronacher Straße abgebrochen würden.
Zwei Aussagen von der Referentenbank haben hier erhellend wirken können: 1. Bei dem Gutachten gehe es um die Trassenfrage und nicht um Details z.B. der städtischen Verkehrsführung. 2. Die Gutachter hätten sich ausschließlich auf die Erkenntnisse früherer Planungen und Erhebungen gestützt. Also keine eigenen Planungsüberlegungen angestellt.

Bei näherer Betrachtung des Ergebnisses lässt sich feststellen, dass es sich beim Zweit- und Dritt-Platzierten – „3-Gleisigkeit“ und „Kein Ausbau im Süden“ – um „Teilausbau-Varianten“ (Zitat) handelt. In dem Gutachten ist dazu zu lesen, dass diese „aus heutiger Sicht nur Zwischenlösungen zu einem später zu erfolgenden durchgängigen Ausbau darstellen“. Faktisch könnte das bedeuten, dass letztlich die Varianten „Ebenerdige Durchfahrung“ und „kurzer Tunnel“ im direkten Vergleich stehen.  Zumal der "Kurze" ausgrechnet in der Kategorie "Umwelt und Stadtraum" besser bewertet ist.

Der VWI-Schlussbericht über eine "Empfehlung für den Bahnausbau Bamberg" kann hier geöffnet werden.
9.2.18 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.

Kommentare   

+7 #7 merci 2018-02-16 10:38
Wenn man den für die Stadt wichtigsten Aspekt "Umwelt und Stadtraum" betrachtet hat der Lange Tunnel die Nase vorn. Auch der Kurze Tunnel liegt gut im Rennen und stellt die ausgeglichenste Lösung im Vergleich aller Kategorien dar.
Die "Gewinnervariante" hat nur die meisten Punkte, weil sie in für die Stadt Bamberg nicht relevanten Kategorien hoch eingewertet wurde. Ein einfacher und kostengünstiger Betrieb durch die Bahn, darf kein ausschlaggebendes Kriterium für die Auswahl durch die Stadt Bamberg sein. Auch die verkehrliche Wirkung, welche sich vor allem auf das anhängige Schienenennetz und die Bahnverbindungen bezieht und nicht auf den städtischen Verkehr, sollte nur untergeordnete Bedeutung haben. Die Bewertung für temporäre Auswirkungen sind ebenfalls nicht ausschlaggebend, da diese wie der Name schon sagt von vorübergehendem Charakter sind. Somit bleibt dem Stadtrat eigentlich nur, sich für eine der Tunnelvarianten zu entscheiden, wenn er verantwortungvoll handeln will.
Die Ergebnisse haben nur eine kleine Spreizung, wenn man die maximal möglichen Unterscheide betrachtet. Dann sollte man sich zumindest auf die stadteigenen Interessen konzentrieren.
+1 #6 cityman 2018-02-12 22:26
#8 genau Heiner! Eigentlich Sache der WebZet, hier einzugreifen. Oder soll ich zum Diskutieren jetzt auch noch arabisch neben englisch lernen?? Wenn Anderssprachige was los werden wollen, in Deutschland bitte in Deutsch! !

WeBZet: Es kommt immer häufiger vor, dass sich Menschen aus allen möglichen Ländern in die Kommentarspalte der WeBZet drängen. Erst war es nur bei älteren Artikeln, jetzt auch bei aktuellen. Die "Kommentare" werden gelöscht, sobald sie entdeckt werden.
+2 #5 schaumermal 2018-02-10 23:05
#3
gesunder menschenverstand? dabei wurden sie in ihrem leben sträflich vernachlässigt. das fehlt bei ihrem vorschlag sogar zu 100%

und das gutachten von einer bahnfreundlichen firma taugt keinen pfifferling. lug und trug.

nur der vollständige tunnel für güterzüge wäre unsere rettung. aber dafür sind in der stadt alle zu feige.
-1 #4 cityman 2018-02-10 17:27
#3
.......und die Bäumchen die dann fallen, das arme Gestrüpp muss weg und der magere Rasen auch, die Heimat des siebenfüssigen Ohrstöpselkäfers ist gefährdet. Das geht ja wohl gar nicht!
:-x
0 #3 Werner 2018-02-09 23:44
Herrgott nochmal, warum muss hier in D alles kaputt diskutiert werden, bis zum absoluten Stillstand. Baut das einfach entlang der A70 und gut ist. Kein Tunnel, keine Wände, freie Fläche auf verdichtetem Sandboden. Wo ist das Problem?
Dazu braucht es keine Studie, sondern nur gesunden Menschenverstand.
+9 #2 Bamberger 2018-02-09 11:14
@1:
Hier werden sie fündig:
https://bamberg.sitzung-online.org/pi/___tmp/tmp/45081036693539078/693539078/00136574/74-Anlagen/02/SV180208_VWI-Ausbauempfehlung_Anlage2.pdf

und hier die genauen Defintionen:
https://bamberg.sitzung-online.org/pi/___tmp/tmp/45081036693539078/693539078/00136574/74-Anlagen/03/SV180208_VWI-Ausbauempfehlung_Anlage3.pdf

Leider keine Veröffentlichung (bis jetzt) der Ergebnisse, der einzelnen Varianten im Detail.
+10 #1 R.Pfaff 2018-02-09 09:24
Erläuterungen zu den Prüfkriterien wären hilfreich.
Was ist unter Infrastruktur, Betrieb, Verkehrliche Wirkungen, Umwelt und Stadtraum und Temporäre Auswirkungen genau zu verstehen? Welche Punkte sind für die Stadt und ihre Bürger relevant und welche für die Bahn? Wenn ich das Diagramm richtig interpretiere, dann liegen in Sachen Umwelt und Temporäre Auswirkungen die Tunnelvarianten vorne. Es wäre gut hier für Klarheit zu sorgen und eine Bewertung mit Schwerpunkt der eigenen Interessen (der Stadt und ihrer Bürger) vorzunehmen. Kritik an der Neutralität des Gutachters gab es von mehren Seiten bereits früher, da der Gutachter auch Aufträge von der Bahn erhält. Auch deswegen sollte hier nochmal eine kritische Betrachtung erfolgen und Transparenz geschaffen werden.

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