Der S-Bahn-Halt Süd soll den Bamberger/innenn den ebenerdigen Ausbau der Bahntrasse schmackhaft machen. Doch jetzt formiert sich erneut Widerstand – ausgerechnet in der Gereuth.

Ein Spielplatz ist im Weg

Anlass für den Widerstand in der Gereuth ist der Umstand, dass ein großer und stark frequentierter Spielplatz an der Kornstraße den Weg zum S-Bahn-Halt behindern soll. Oder umgekehrt: Eine Betonrampe, die zum Bahnsteig ziehen soll, macht den Spielplatz ausgerechnet an seiner grünsten Stelle deutlich kleiner. Der Bürgerverein der Gereuth macht nun mobil gegen das von der Stadt geplante und von der Bahn unterstützte Vorhaben und will es verhindern.
Aber so wie es aussieht, wird sich der geplante S-Bahn-Halt an dieser Stelle nicht mehr verhindern lassen; die Stadt meint zudem, dass der Spielplatz nicht im kritisierten Maß beeinträchtigt wird.

Über den Kritikpunkt "Spielplatz" hinaus war bereits die bisherige Diskussion im Bamberger Stadtrat über den Bahnausbau durch die Stadt von der Auseinandersetzung über den Standort des S-Bahn-Halts Süd geprägt. Während zum Beispiel die Bamberger Allianz (BA) dafür gekämpft hat, den S-Bahn-Halt weiter im Süden auf Höhe der Brose-Arena und in der Nähe der neuen Verkehrspolizei-Zentrale zu bauen, hat sich die Mehrheit der großen Rathaus-Koalition für den jetzt geplanten Standort ausgesprochen.
Die Kritiker sehen auch keinen wesentlichen Nutzen des S-Bahn-Halts für die Bewohner/innen der Gereuth selber. Wichtiger ist eine gute Stadtbusanbindung mit mehreren Haltestellen im Gebiet. Die S-Bahn wäre vielleicht für eine Fahrt nach Strullendorf oder Hirschaid von Vorteil, aber sicher nicht zum Bamberger Bahnhof.

Standort nahe der Brose-Arena wäre vorteilhaft

Die Befürworter des beschlossenen S-Bahn-Standorts stellen heraus, dass auf der Ostseite des zukünftigen S-Bahn-Halts 175 neue Park-and-Ride-Parkplätze entstehen sollen, um mehr Pendelverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlegen. Als Vorteil will man auch sehen, dass verschiedene Gewerbebetriebe im Bereich der äußeren Nürnberger Straße mit dem öffentlichen Verkehrsmittel S-Bahn erreicht werden können.
Nicht nur die Gegner im Stadtrat, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger in der Gereuth, sehen diese Überlegungen skeptisch. Wenn schon Parkplätze, dann brauche man die auf beiden Seiten der Gleise und die müssen auch kostenlos sein, sonst wird das ganze Gereuther Wohngebiet zugeparkt, wird in einem der BA-Fraktion vorliegenden Bürgerbrief argumentiert. Zudem seien 175 Plätze zu wenig, wenn damit auch der südliche Landkreis eingebunden werden soll.
Die BA-Fraktion hatte sich für einen S-Bahn-Halt südlich der Forchheimer Straße auf Höhe der Brose-Arena ausgesprochen. Die unmittelbare Nähe der Arena wäre für die Gereuther von Vorteil. Auch die besondere Nähe der neuen Dienststelle der Verkehrspolizei oder des neu geplanten Technologiezentrums der Handwerkskammer Ofr. würden diesem Standort Sinn geben.
Der Einsatz des Bürgervereins Gereuth für den unbeschadeten Erhalt des Spielplatzes wäre sicher gerade dann erfolgreich, wenn der S-Bahn-Halt ein Stück weiter nach Süden gerückt würde. Dazu wäre aber eine Grundsatzentscheidung notwendig, und die erscheint aufgrund der Mehrheitsmeinung im Rathaus nicht sehr wahrscheinlich.
31.10.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.