Ist die Standortfrage für den S-Bahnhalt in Bbg-Süd wieder offen? In einer Bürgerversammlung wurde deutlich, dass die Menschen im Stadtteil Gereuth den Standort neu diskutieren wollen.

S-Bahnhalt Süd sollte „Zuckerstück“ sein

Es sieht so aus, wie schon bisher bei den Fragen für den Bahnausbau Bamberg. Im Großen verdichten sich die Gerüchte, dass der ebenerdige, viergleisige Neubau der ICE-Trasse durch die Stadt schon vor den langwierigen Stadtratsdiskussionen feststand. Jetzt gibt es Hinweise, dass der Standort für den S-Bahnhalt in Bamberg-Süd auch schon vorher ausgemacht war. Er soll einer Forderung der Bayerischen Staatsregierung entsprechen, die den S-Bahnhalt als „Zuckerstück“ für den ebenfalls gewünschten Ausbau „im Bestand“ durch die Stadt angeboten haben soll. Mit der derzeitigen Mehrheit im Stadtrat soll der „Deal“ schließlich möglich gewesen sein. 
Was den jetzt geplanten S-Bahnhalt in Bamberg-Süd anbetrifft, so hat sich besonders die Stadtratsfraktion der Bamberger Allianz gegen den vorgesehenen Standort am „mittleren“ Rand der Gereuth (an der Nürnberger Straße) ausgesprochen. In der Bürgerversammlung wandte sich jetzt eine Mehrheit der rd. 50 Anwesenden gegen den geplanten Standort. Insbesondere auch deswegen, weil ihnen der große Kinderspielplatz am Distelweg gefährdet erscheint.

Ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende

Grundsätzlich soll mit dem S-Bahn-Halt Süd der öffentliche Nahverkehr zwischen Stadt und den Einpendlern aus den Gemeinden bis Nürnberg gestärkt werden. Mit der Verknüpfung des S-Bahnhalts mit den geplanten Park-and-Ride-Flächen an der Bahnlinie verspricht man sich einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende. Die bisherigen Kritiker des „mittleren“ Standorts sehen die verkehrspolitische Bedeutung des Haltepunkts ähnlich, sehen die größeren Vorteile aber darin, den Standort weiter südlich auf Höhe der Basketball-Halle anzusiedeln. Die neue Diskussion um die von Landrat Johann Kalb angeregte Verlegung des Regionalen Omnibusbahnhofs (ROB) weg vom Bahnhof kommt der OB-Kandidatin der BA, Ursula Redler, entgegen. Für sie müsste geprüft werden, ob der ROB nicht am S-Bahnhalt-Süd einen günstigen Platz hätte. Dort könnte ihrer Meinung nach ein effizientes Mobilitätsdrehkreuz entstehen. Direkte Zielpunkte wären nicht nur die Basketball-Halle, sondern auch die geplanten Neubauten für die Handwerkskammer und der Verkehrspolizei. Ein dem S-Bahn-Punkt angeschlossener großer Park-und Ride-Platz könnte den KfZ-Verkehr aus dem Süden und Westen aufnehmen; mit Bus und Bahn könnten die Pendler die Innenstadt erreichen. Ursula Redler betont in ihrer verkehrspolitischen Positionsbeschreibung: »Ein Mobilitätsdrehpunkt in der Südflur, außerhalb des Wohngebiets Gereuth, mit S-Bahn-Halt und ROB samt Parkpalette und Anbindung von Polizeizentrum, HWK und Arena könnte entzerren und entlasten.«
Oberbürgermeister Starke hat den Bürgern/innen in der Gereuth jetzt eine weitere Besprechung nach der Wahl angeboten – es wäre die vierte. Ob er dann den Wünschen der Anwohner folgen wird, kann bezweifelt werden. Aber auch zu welchem Ergebnis der neugewählte Stadtrat kommen wird, lässt sich aus den (Nicht-) Beiträgen der allermeisten Stadtratsbewerber nur schwer vermuten.
20.1.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.