Bitte sofort lesen! So steht es auffordernd auf einem Flugblatt des Bahnsinn-Bamberg e.V. Anlass waren verschiedene Veranstaltungen wo das Thema Bahnausbau angesprochen worden war.

Wollte das Ministerium die Durchfahrt der Güterzüge durch Bamberg verhindern?

Für den Verein Bahnsinn ist es klar, dass man sich im Bamberger Rathaus vor zwei Jahren (2018) „für die schlechteste aller Varianten für einen Bahnausbau durch Bamberg“ entschieden hat: nämlich für die viergleisige, ebenerdige Durchfahrung der Stadt. Was für Bahnsinn bedeutet: Güterzüge durch Bamberg, die in den „Nachtstunden mit hoher Geschwindigkeit hinter rneterhohen Lärmschutzwänden durch unsere `Noch-Welterbe-Stadt` donnern werden“.
Der Verein schreibt in seinem Flugblatt, dass "das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ursprünglich die Durchfahrt der Güterzüge durch Bamberg verhindern wollte". Hierzu könne man in der Projektbeschreibung zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) folgendes lesen: „Die autobahnparallele Führung der beiden neuen Gleise entlang der BAB 73 ermöglicht eine östliche Umfahrung von Bamberg für Personenzüge, die nicht in Bamberg halten, sowie für den Güterverkehr. Dies ermöglicht eine Entlastung des Knotens Bamberg vom Güterverkehr und den Verzicht auf ein Kreuzungsbauwerk in Bamberg im Bereich der Einmündung der Bahnstrecke aus Richtung Schweinfurt. Für den Schienenfernverkehr ergeben sich weitere Reisezeitersparnisse von zwei Minuten.

War der Bahnausbau durch Bamberg bereits 2015 entschieden?

Weiter heißt es: „Doch wie reagierte OB Andreas Starke auf die Willensbekundung des Bundesministeriums?" Er soll einen Beschwerdebrief geschrieben haben in dem u.a. steht:
Die Stadt Bamberg hat … in der Sitzung des Stadtrates am 27. April 2016 einen Beschluss zum Ausschluss jeglicher Form einer Ostumfahrung aus dem weiteren Verfahren getroffen.“ Dabei soll Starke dem Bundesministerium sogar mit Rechtsmitteln gedroht haben.
Dann geht Bahnsinn relativ umfangreich auf planungsrechtliche Details ein, um schließlich zu dem Schluss zu kommen, „der Bahnausbau durch Bamberg war bereits am 30.07.2015 entschieden!
Seitdem hätten sich die weiteren Aktivitäten der Stadtspitze und der GroKo des Bamberger Stadtrats auf Bahnausbau-Scheingefechte wie z.B.: halber Tunnel, ganzer Tunnel, Tiefbahnhof, 3-gleisiger Ausbau etc. beschränkt. „Damit sollte nach außen hin die Ergebnisoffenheit zelebriert werden aber stets verbunden mit der gebetsmühlenartig vorgetragenen Verlustdrohung des ICE-Halts.“ Dabei halten heute schon – also ohne Bahnausbau - "26 ICE-Züge im Stundentakt in Bamberg und zusätzlich fahren 5 ICE-Sprinter ohne Halt durch den Bamberger Bahnhof".
Mit der mehrheitlichen Zustimmung der Bamberger Stadträte am 06.03.2018 im Rücken sei es der Stadtspitze letztendlich gelungen - dem Bamberger Bürger - die schlechteste aller Varianten, nämlich die ebenerdige Durchfahrung als die beste Lösung zu verkaufen.
Die Bewertung einer getunnelten Güterzugumfahrung mit Westanbindung – wurde erst gar nicht zugelassen.
22.1.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.