Das Schlimmste ist, dass keiner mit uns redet.“ In dieser Klage gipfelt ein Offener Brief an OB Andreas Starke zum Thema Bahnausbau Bamberg. Konsequenzen werden beschrieben.

Ohne konkrete Aussagen und verbindliche Antworten

Gabriele G. von der „Kleintierzuchtanlage Bamberg Nord e.V.“ wendet sich in einem Offenen Brief an OB Andreas Starke und die Stadtratsfraktionen. Sie schreibt „mit größter Sorge im Namen vieler mitbetroffener Mitglieder“ und benennt das Thema: „die ebenerdige Durchfahrung und die damit verbundene Zerstörung unserer Kleintierzuchtanlage“.
Die Kleintierzuchtanlage besteht seit mehreren Jahrzehnten und beherbergt nicht nur Kleingärtner, sondern auch mehrere Tierzuchtvereine wie zwei Kaninchenzuchtvereine, den Geflügelzuchtverein und den Brieftaubenzuchtverein. Alle haben im Kleingartenbereich ihre Vereinsheime. Als Aufgabe beschreibt Gabriele G. „die Erhaltung vieler Arten bei Geflügel und Kleintieren, (…) um die Artenvielfalt zu gewährleisten“.
In dem Brief wird Bezug genommen auf die Aussage des Vereinsvorsitzenden L.W. der nach eigenen Worten „sich in regelmäßigen Abständen bei der Stadt Bamberg nach Stand der Dinge Sachen ICE-Ausbau erkundigt, ohne konkrete Aussagen und verbindliche Antworten zu erhalten. Es stünde noch nichts fest, wurde ihm immer wieder von der Stadt Bamberg gesagt.“
Durch mehrere Publikationen im Fränkischen Tag seit Herbst 2019 seien die Betroffenen jedoch hellhörig geworden und haben versucht, Erkundigungen einzuholen. „Dabei mussten wir feststellen“, so Gabriele G., „dass aufgrund der vorliegenden Pläne der Deutschen Bahn und dem heutigen Planungsstand unsere Gartenanlage dem ebenerdigen Bahnausbau unwiederbringlich aufgrund des geplanten Kreuzungsbauwerkes (Kronacher Straße) weichen muss“.

Befremdliches Verhalten

In dem Bürgerschreiben wird an die Stadtratssitzung vom 6.3.2018 erinnert, in der „mit 29 zu 13 Stimmen die Empfehlung abgegeben worden ist, die ebenerdige Durchfahrung und damit den Ausbau der Bestandsstrecke zu favorisieren“. Zitiert wird aus dem Protokoll dieser Sitzung in dem es heißt: "Bei der Bahn und der Stadtverwaltung wird ein zentraler Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger für alle Belange des Bahnausbaus eingerichtet. (…) Die Beteiligung der Betroffenen, Information der gesamten Bürgerschaft, ist auf der Grundlage des bisherigen Kommunikationsprozesses transparent und bürgernah fortzusetzen."
Für Gabriele G. stellt sich „genau hier die Frage, wo diese Kommunikation in den fast zwei Jahren seit dieser Sitzung stattgefunden hat?
Auf Betreiben des Vorsitzenden L.W. habe am 14. Januar 2020 zwar ein Gespräch mit OB Starke stattgefunden. „Darüber ist uns eine Kopie des Protokolls zugesandt worden“, heißt es in dem Brief, dieses sei aber „nicht sehr aussagekräftig“. Interessant sei lediglich die Feststellung, dass sich die Stadt um Ausgleichsflächen bemühen will. Aber auch hier habe sich der Verein erkundigt und zur Kenntnis nehmen müssen, dass „die Stadt keinerlei Ausgleichsflächen parat und schon gar nicht im Stadtgebiet hat“.
Bitter schreibt Gabriele G – „im Namen vieler Vereinsmitglieder“, dass es sich um „ein Hinhalten der betroffenen Kleingärtner handelt, bis die Kommunalwahl vorbei ist, damit keinerlei Ärgernisse aufkommen und die Wahl erfolgreich über die Politbühne geht“. „Es ist befremdlich, dass ein Bürgermeister, der vom Bürger gewählte oberste Vertreter einer Stadt und deren Bürger, es nicht als notwendig erachtet, auf betroffene Bürger zuzugehen und aufzuklären, was durch den Bahnausbau zukommen wird.
20.2.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare.