BAHNAUSBAU - ICE

Auf Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes pochen

Bambergs Bürgervereine sehen den Bahnausbau kritisch. „Sich nicht nur auf die Stadt verlassen”, appellieren die Bürgervereine, "selbst tätig werden”.

Die jahrelange Baustelle wird das Leben in der Stadt beeinträchtigen

Noch bis zum 31. März sind die Unterlagen zum Bahnausbau ausgelegt, Einwendungen sind bis 14. April möglich. Die Arbeitsgemeinschaft der Bamberger Bürgervereine (Arge BÜV) ruft alle Einwohner auf, sich zu beteiligen. „Die Leute müssen selbst tätig werden. Es reicht nicht, sich auf die Stadt zu verlassen“, betont Christina Keidel (BüV Bamberg-Nord) in der digitalen Konferenz der BüV-Vorsitzenden. Christian Hader (BüV Bamberg Südwest) pflichtet ihr bei: „Viel hilft viel. Je mehr Einwendungen die Bahn erhält, desto mehr wächst der Druck.“ Auch einzelne Bürgervereine werden Stellungnahmen abgeben, berichtet die Arge der BüV in einer Pressemitteilung.

Dabei sind sich die Vorsitzenden einig darin, dass das Leben aller Bamberger/innen mehr oder weniger durch die jahrelange Baustelle beeinträchtigt sein wird. Unmittelbar betroffen sind diejenigen, die direkt an der Bahn wohnen. Hier geht es um Lärm, Erschütterungen und Ähnliches. „Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, was auf sie zukommt“, befürchtet Heinz Kuntke (BüV Bamberg-Ost). Es könne sein, dass die Bahn Baustellen auf den Grundstücken von Anliegern zum Beispiel in der Gereuth einrichtet. Die Bürger sollten sich deshalb unbedingt rechtzeitig informieren, was sie für Möglichkeiten und Rechte haben. Hans Jürgen Bengel (BüV Kramersfeld) verweist auf den Anspruch, dass der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden muss. Betroffene sollten darauf pochen, und zwar bevor die baubeteiligten Firmen das Gelände wieder geräumt haben.

Mittelbar betroffen sind aber alle Bamberger Bürger/innen, da die Baustelle den Verkehr von der einen Seite der Bahnlinie auf die andere beeinträchtigen wird. Kuntke: „Wie ist das Baustellenmanagement? Das ist unheimlich wichtig. Es dürfen nicht drei Über- oder Unterführungen auf einmal gesperrt werden.“

Unterführung Moosstraße muss auch für Auto- und Busfahrer nutzbar bleiben

Dieter Gramß (BüV Wunderburg) erinnert an das Problem der Schallschutzmauern: „Wir wollen keine geteilte Stadt.“ Ein Schallschutz sei wichtig, aber nur so hoch, wie unbedingt nötig. Auch Hader weist darauf hin, dass die Mauern in den Plänen der Bahn Stück für Stück wieder höher geworden sind, als sie der Stadt eigentlich zugesagt hatte. Seiner Ansicht nach sollte außerdem der Gestaltungswettbewerb für die Lärmschutzwände, der für einzelne Areale geplant ist, auf die gesamte Länge in der Stadt ausgedehnt werden.

Den Bahnübergang mit Rufschranke am Aufseßhöflein in der Gärtnerflur thematisieren Horst Gehringer (BüV Wunderburg), Christina Keidel und Hans Jürgen Bengel: Er soll ab Ende des Monats gesperrt werden. Geplant ist eine Unterführung, die nur für Fußgänger und Radfahrer ausgelegt ist. Die drei halten es für wichtig, dass die Bahnlinie an dieser Stelle auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Einsatzkräfte passierbar bleibt. Keidel spricht außerdem den Plan an, an der Gundelsheimer Straße die alte Querung in Form einer Überführung wieder zu aktivieren. Generell sei das eine gute Idee, aber in der jetzigen Form könne der BüV Bamberg-Nord nicht zustimmen, da zu viel Gärtnerland verloren ginge.

Der BüV Wunderburg hat laut Gramß schon Einwendungen gemacht: zum S-Bahn-Haltepunkt Süd, der seiner Meinung nach besser südlich der Forchheimer Straße gebaut werden sollte, zur Unterführung Geisfelder Straße, deren Umbau die Bahn nicht übernehmen möchte, obwohl es sich um eine wichtige Einfallstraße in die Stadt handelt, und zur Unterführung Moosstraße, die nur für Fußgänger und Zweiradfahrer ausgebaut werden soll. Der BüV fordert, dass sie auch für Auto- und Busfahrer nutzbar bleiben muss. Kuntke nennt es einen Konsens unter allen Bürgervereinen östlich der Bahnlinie, dass alle Unterführungen für alle Verkehrsteilnehmer ausgebaut werden müssen.

Es gäbe also eine Menge Themen, zu denen sich die Bürger/innen äußern könnten und es nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der BüV auch sollten. Die Pläne sind auf den Homepages der Stadt Bamberg, der Regierung von Oberfranken (www.reg-ofr.de/pfa22) und der Bahn verlinkt.

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Kommentare   
+10 # Heiner 2021-03-15 19:20
Bahnausbau.....Wie viele Jahre geht das schon zu ? Jetzt ist es nicht 5 sondern 1 vor zwölf. meiner Meinung nach bringt es gar nicht mehr sich gegen die Bahn zustellen. Bambergs Räte wollten nicht auf Bahnsinn achten, Bamberger Bürger welche in Jahren oder bald von dem Bahnunsinn betroffen sind waren nie auf einer Infoveranstaltung über der Bahn. Keine Demos , kein Aufbegehren gegen die Bahn. Die Stadt hat versagt sich gegen die Pläne der Bahn zu wehren , sich für die Bürger einzusetzen. Jetzt macht man es sich leicht Pläne hinzulegen sei es im Netz oder durch Einsicht im Amt. Da blickt der normal unbedarfte Bürger nicht durch ! Es ist zu spät. Unser WELTKULTURERBE geht kaputt und dafür mache ich die Stadt(Verwaltung , Stadträte ) verantwortlich. Alles gut aussitzen und fertig. Einen Tscherner der schon früher die Untertunnellung vorschlug den wollt man nicht , ebenso einen Baureferenten der die Bergmannslösung favorisierte nicht. Eine Umfahrung der Autobahn entlang wurde vom Rat verworfen. Jetzt ist das Gejammer groß und man unterhält sich über Wände die wir nie gebraucht hätten wenn wenn die Verwaltung und Rat nicht so stur gewesen währen. Euere Kinder werden es Euch danken für die Intelligenz die Ihr habt nicht auf Fachleute zu achten. Hoffentlich vererbt sich Euere Dummheit nicht !
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+3 # lektorat 2021-03-21 01:22
einzig der Hinweis auf Tscherner trübt ihren Beitrag. sein Vorschlag war leider der Dümmste von allen.

es ist mir generell ein Rätsel, warum die Verwaltung jede noch so beschissene Aussage der Bahn gedeckt hat. viele von deren Lügen wurden entlarvt, nur hat das Bauamt oder dieser unfähige Beese ständig diese Lügen wiederholt. man könnte fast meinen, unsere Verwaltung hat für die Bahn gearbeitet.

es ist FAKT
der vorherige Stadtrat hat VERSAGT und der jetzige nickt noch immer brav ab. warum? was bekommt die Stadt von der Bahn geschenkt, dass sie so heuchlerisch allem Scheißdreck blind zustimmt?
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+6 # supi 2021-03-16 15:51
Auf wiederherstellung des früheren zustandes pochen, ach wie süß. Nichts wird danach mehr so sein als früher, vor allem wird sich nichts zum guten wenden. Aber man hat ja alle sinnvollen vorschläge vom tisch gewischt und tut heute so, als hätte man mit dem sich abzeichnenden fiasko überhaupt nichts zu tun.
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