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BAHNAUSBAU - ICE

Bahn überrollt Kleingärtner 

Der Bahnausbau durch Bamberg wird in den nächsten zehn Jahren viele Bürger/innen (be)treffen. Das gilt beispielsweise für gut 100 Gartenparzellen von Kleingärtnern und Kleintierzüchtern.

Verbindliche Aussagen, wie es weitergeht, werden vermisst

Der Bamberger Kleintierzuchtanlage Bamberg-Nord liegt entlang der Bahngleise, die parallel an der Coburger Straße Richtung Schweinfurt verlaufen. Wenn die Bahn ab Ende 2023/Anfang 2024 mit dem Ausbau hier im sog. Gleisdreieck loslegt, werden die allermeisten der Parzellen abgerissen. Denn neben dem viergleisigen ICE-Streckenausbau Richtung Erfurt/Berlin befindet sich dort auch die zweigleisige Trasse nach Schweinfurt, die parallel zur Coburger Straße verläuft und Richtung Osten verschwenkt. Das Gelände des Kleintierzüchtervereins, aber auch weitere Kleingärten, die entlang der Trasse liegen, werden buchstäblich “überrollt”. Das betrifft in der Nordflur rd. 90 Kleingärten. Die betroffenen Kleintierfreunde und Kleingärtner vermissen insbesondere verbindliche Aussagen, wie es für sie weitergeht.

Haben für die Stadt Gewerbeflächen Vorrang?

Insbesondere der schwer getroffene Kleintierzüchterverein hatte in der Vergangenheit Kontakt mit der Bahn und der Stadt gesucht. Dazu gab es Schriftwechsel und Gespräche, jedoch ohne konkrete Ergebnisse - so sieht es zumindest der Verein. Auch ein offener Brief wurde an Oberbürgermeister Andreas Starke geschrieben; ein Widerspruch im Planfeststellungsverfahren wurde förmlich in die Wege geleitet. Der Verein kämpft insbesondere um eine Ausgleichsfläche, damit er weiter existieren kann. Zwar wurden in Gutachten Entschädigungen für die zerstörten Kleingärten festgelegt, doch für einen Ersatz der Flächen kann die Bahn nicht sorgen. Dazu fehlen ihr die Flächen. Gefragt ist deshalb die Stadt Bamberg, ob sie adäquate Ausgleichsflächen für die Kleingärtner bereitstellen kann. Dazu sieht sich die Stadt zumindest vorläufig nicht in der Lage, weil sie nach eigener Aussage erst den genauen Bedarf wissen muss. Die Kleintierzüchter und Schrebergärtner sagen allerdings, dass der Bedarf durch frühere Schreiben klar sein müsste. Der Bedarf erschließe sich auch durch die hohe Nachfrage nach Kleingärten.
Der Entwicklungsprozess soll aktuell vorsehen, dass die Bahn an der Coburger Straße Ausgleichsflächen schaffen will, wo durch Verlegung der bestehenden Gleise Platz entsteht. Dem steht allerdings der Wunsch der Stadt entgegen, dort Gewerbeflächen auszuweisen, zudem der Grund überwiegend der Stadt gehört.
Glaubt man Darstellungen aus der Stadtverwaltung, dann könnten Ersatzflächen für Kleingärten im Bereich des Gleisdreiecks möglich sein oder in der Südflur. Zunächst gehen aber auch dort durch den Trassenausbau rd. 15 Kleingärten verloren.
Die Gespräche zwischen den Beteiligten sollen weitergehen.
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23.3.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.