Wie befürchtet. Trotz „KiTa-Offensive“ zeichnet sich in Bamberg ein akuter Mangel an Kinderbetreuungsstätten ab. Eltern aus Gaustadt haben jetzt eine eigene „Offensive“ gestartet.

Betreuungslücke Kinderhort

Viele Kinder, die ab September in Gaustadt die Grundschule besuchen, haben keine Aussicht auf einen Hortplatz. Die in einer losen Initiative zusammengeschlossenen Eltern haben seit geraumer Zeit auf die drohende Betreuungslücke hingewiesen. Die Versorgung mit Betreuungsplätzen für Grundschüler ist deutlich unter Bedarf.
In einem Brandbrief an Stadtverwaltung und Stadtrat schildert Susanne Najar die Situation. Das Schreiben ist von rd. weiteren sechzig Eltern unterschrieben.
In dem Brief heißt es: „Erneut wenden wir uns als Eltern von bald schulpflichtigen Kindern an Gremien der Stadt Bamberg bezüglich der Betreuungssituation in Bamberg-Gaustadt.“ Genannt wird das „geringe Angebot von Schulkind-Betreuungsplätzen nach Unterrichtsende und in den Ferienzeiten (!) führt zu einer deutlichen Unterversorgung. In einem Stadtteil, der durch neue Baugebiete und anstehende Generationswechsel in schon bestehenden Wohngebieten gerade eine Verjüngung erlebt, werden Betreuungsplätze für Schulkinder nicht dementsprechend angepasst. (…) Der Neubau eines Horts würde eine dringend benötigte Entspannung der Situation bringen.“

Es fehlt auch an verügbaren Personal

Von den Vertreter der Stadt wünscht man sich jetzt, dass möglichst bald der Neubau eines Kinderhortes beschlossen wird. Dabei sei man sich im Klaren, dass es „bis zum Bau und der Inbetriebnahme eines Horts voraussichtlich im Schuljahr 2018/19 zu einer Betreuungslücke für viele Kinder kommen kann“. Im Elternbrief heißt es: „Die meisten Eltern sind berufstätig und können Schulkinder nicht um 11:30 Uhr abholen. Bei allem Verständnis für die hohen Kosten einer Betreuungseinrichtung, die eine Stadt zu tragen hat, führt diese Situation zu Ratlosigkeit, Frust und dem Gefühl, von den Zuständigen allein gelassen zu werden. Insbesondere in Zeiten, in denen die Stadt neue Baugebiete baut, erwarten wir hier auch eine Übernahme von Verantwortung in diesen Belangen.
Glaubt man der Stadtverwaltung, so sucht man bereits gemeinsam mit der Schulleitung und dem Träger der Mittagsbetreuung intensiv nach Lösungen. Dabei werde über eine Erweiterung bestehender Einrichtungen nachgedacht als auch über die Nutzung alternativer Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung. Nach Informationen der WeBZet soll auch eine städtische Liegenschaft in der Gaustader Hauptsraße in die Überlegungen eingeschlossen sein.
Andererseits hat BA-Stadträtin Dr. Ursula Redler schon wiederholt in Sitzungen des zuständigen Jugendhilfeausschusses auf die Notwendigkeit temporär nutzbarer Provisorien hingewiesen. Aus den Antworten der Verwaltung konnte entnommen werden, dass man sich in der Kinder- und Jugendabteilung der Problematik durchaus bewusst sei, aber auf ein beinhartes Nein seitens des Finanzreferates treffe. Zudem gebe es ein objektives Problem: Es fehle nicht nur an Liegenschaften, sondern insbesondere auch an verfügbaren Personal.
10.3.18 Bilder: Vg Hachenburg; WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.