Wer betreibt Kinderbetreuungseinrichtungen günstiger? Freie Träger oder die Gemeinde/Stadt? Die BA-Stadtratsfraktion hat eine Vergleichsberechnung verlangt.

Das Prinzip der freien Trägerschaft bisher sehr hoch gehalten

In Bamberg fehlt es an Plätzen in Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Stadt macht mittlerweile auch die „freien Träger“ (z.B, Caritas, Diakon. Werk, AWO u.a.) dafür verantwortlich; dabei knistert es hinter den Kulissen. Wie man hört, soll das eine oder andere Gespräch recht unerfreulich gewesen sein. Die Stadt Bamberg hat sich über etliche Jahrzehnte gerühmt, dass viele ihrer Sozialeinrichtungen von freie Trägern betrieben worden sind. Natürlich haben diese ihre Leistungen nicht zum Nulltarif erbracht, sondern Investition und Betrieb z.B. einer KiTa oder eines Seniorenheims In Rechnung gestellt.
Nachdem es Knatsch zwischen führenden Vertretern der Stadt und eines freien Trägers gegeben haben soll, hat der Oberbürgermeister seine Macht ausgespielt und angekündigt, dass die Stadt z.B. in Gaustadt eine geplante Kita selbst bauen und betreiben will. Im Wahlkampf hört sich das dann so an, als würde mit dieser Entscheidung plötzlich alles besser werden. Um in der Sache mehr Klarheit zu erhalten, hat die Fraktion der Bamberger Allianz bei OB Starke eine Vergleichsberechnung für eine KiTa in freier vs. kommunaler Trägerschaft verlangt.

Die Stadt hätte sich in anderen Städten erkundigen können

Die Antwort der Stadt war wenig ergiebig. Der Oberbürgermeister schreibt: „Leider kann eine Kostenberechnung für eine KiTa in freier Trägerschaft seitens der Verwaltung nicht wie gewünscht erstellt werden, da jede KiTa aufgrund ihrer Trägerschaft andere Konditionen besitzt und die Verwaltung in die Abrechnungsmodalitäten der einzelnen Träger keinen Einblick erhält. Es wurden verschiedenste Überlegungen angestellt und man kam zu dem Entschluss, dass letztendlich nur benannt werden kann, inwieweit eine KiTa in kommunaler Trägerschaft der Stadt Bamberg mehr kosten würde, als wenn ein freier Träger die Trägerschaft übernimmt.“ Dennoch kam man aufgrund von „Prognoseberechnungen“ auf einen Differenzbetrag in Höhe von ca. 16.000 €, der von der Stadt Bamberg zusätzlich gestemmt werden müsste. Aus Sicht der Stadt kann eine „letztendliche, konkrete Berechnung erst nach dem Betrieb des ersten Jahres vorgenommen werden.“
Die BA-Fraktion ist allerdings der Meinung, dass die Verwaltung präzisere Zahlen hätte bekommen können, wenn sie bei anderen bayerischen Städten, die teilweise Kindereinrichtungen mit beiden Trägerschaften haben, nachgefragt hätte.
Namens der BA-Fraktion beantragte Stadträtin Ursula Redler zudem, dass die Stadt Bamberg künftig alle noch nicht realisierten Maßnahmen für neue Kita-Plätze und Generalsanierungen in Höhe von 100 % der förderfähigen Kosten unterstützt.
5.3.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare (r. Spalte u.).