Auf einen guten Tag

 

Glaube denen, die die Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
André Gide

 

Für eine Überraschung sorgte OB Starke bei einer Bürgerversammlung in Bamberg-Nord. Der deutsch-arabische Kulturverein kann seine Moschee in der Südflur einrichten.

»Der Braten wird erst gegessen, wenn er fertig ist.«

Ein leerstehendes Gebäude des ehem. Bundessortenamtes am Sendelbach in der Südflur soll künftig die Moschee des deutsch-arabischen Kulturvereins beherbergen. Nachdem eine erste Bürgerversammlung in Bamberger-Nord am 11.11.2019 kräftig aus dem Ruder gelaufen war (s. WeBZet-Artikel v. 13.11. „Oh weh! Herr OB!“), servierte OB Andreas Starke diesmal eine dicke Überraschung: „Wir haben einen alternativen Standort für die Moschee des deutsch-arabischen Kulturvereins gefunden“, teilte im vollbesetzten Pfarrsaal St. Otto mit. Erleichterung bei vielen Anwesenden, denn seit Mitte 2019 herrschte in Bamberg-Nord rund um die Baunacher Straße große Aufregung und Proteststimmung. Damals hatte die Stadtverwaltung die beantragte Umnutzung von Räumen eines Gewerbegebäudes zu einer Moschee genehmigt – der vierten in enger Umgebung. Stadtrat und Bürger hatten erst nachträglich davon erfahren. Dem Oberbürgermeister wurde damals auch ein Winkelzug zugetraut. Ein Bürger sagte deshalb wohl auch in seinem Redebeitrag: »Der Braten wird erst gegessen, wenn er fertig ist.«

Planung für neuen Wohnraum ist jetzt passé

So stellte sich heraus, dass die Positionsänderung des Stadtoberhaupts gerade fünf Tage alt war und außer zwei Stadträten in Bamberg-Süd niemand davon wusste. Ob die beiden repräsentativ seien? wurde gefragt. OB Starke betonte wiederholt, es handle sich um ein Geschäft der »laufenden Verwaltung« und ginge so in Ordnung. Er bügelte sogar die Feststellungen seiner GroKo-Kollegin Daniela Reinfelder ab, die sagte: »Es gibt keine Information an den noch amtierenden Stadtrat, es gibt keine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung, es gibt keine Haushaltsstelle, es gibt kein Geld für die Sanierung, es gibt keinen Umzug der Stadtgärtnerei … und es gibt keinen Mietvertrag für die Moschee in der Gereuth.« Das sei alles möglich, sagte dazu der OB und ließ es notwendigerweise bei den Versprechungen für Bürgerinnen und Bürgern.
Befürchtungen, dass auch am neuen Standort Anwohner protestieren könnten, sind diesmal nicht wahrscheinlich. Die Gereuth-Siedlung liegt rund 500 Meter von der geplanten Moschee entfernt. Die Stadt hatte die recht einsam in der Südflur befindliche Liegenschaft vor etwa einem Jahr erworben, um ihre am Münchner Ring liegende Stadtgärtnerei hierher umzusiedeln; damit sollte die Voraussetzung für neuen Wohnraum geschaffen werden. Diese Planung ist jetzt wohl passé.
16.2.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare.

Kommentare   
+10 # Heiner 2020-02-16 14:21
Was für ein Schlitzohr er doch ist , der Andi.
Die Lobby im Hain war selbst stark genug um gegen die Moschee zu gehen, kämpfen mag man hier nicht sagen. Die Bürgerschaft im Norden ist nun beruhigt, weil eine weitere Moschee nicht kommt. Somit ist der Andi ja ein Guter , das bringt viele Wählerstimmen, ein gewiefter Schachzug Herr Oberbürgermeister! Vielleicht denkt sich der Herr Oberbürgermeister dass es die Gereuthler nicht interressiert ?! Aber Vorsicht ist hier angebracht, denn das Fass ist am überlaufen, denn alles was man in Bamberg nicht haben will steckt man in den Süden! Betrachtet man die vergangenen Wahlergebnisse hatte die Gereuth 26% AFD Wähler, unglaublich ! Zu den beiden Stadträten aus dem Süden, hätte ich die beiden gerne namentlich benannt. Wenn ihnen das bekannt war und sie vielleicht dafür waren, sind sie für die Bürgerschaft hier nicht mehr wählbar. Frage an DW war das öffentlich oder nicht öffentlich, dass Sie die Namen nennen könnten?
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+3 # WeBZet 2020-02-16 18:33
Die Namen sind nicht öff. genannt worden. Aber die weibl. StR und den männl. Bürgervereinsvorsitzenden kann man sich leicht ausrechnen.
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+2 # supi 2020-02-20 19:10
ich habs die gottschall und der tscherner, aber jetzt nachdem ich es erraten habe, bekomme ich 1 woche wellness im bayerichen wald
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+4 # happy 2020-02-19 07:17
Herr Starke hat auf der Veranstaltung auf Nachfrage erklärt, dass der Stadtrat in diese Entscheidung nicht eingebunden war. Da Sie, Herr Weinsheimer, ebenfalls bei der Veranstaltung waren, hätten Sie Ihre Kollegen auch in Schutz nehmen können. Oder braucht die BA jede Stimme des BBB?!
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+16 # ThoMù 2020-02-16 15:06
Mal sehen wie es nach der Wahl weitergeht.
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+7 # Heiner 2020-02-17 03:41
Danke DW.

An die beiden hatte ich ebenso gedacht , nur ist es mit der Benennung nicht so einfach. Von der einen hört man nie etwas, der andere sollte seinen Hut nehmen redet er doch sehr oft an den Themen vorbei.
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-36 # Bergradfahrer 2020-02-17 08:56
Mann, Mann, Mann, das ist eine Moschee keine Müllverbrennungsanlage! Es handelt sich um den Gebetsraum einer der drei abrahamitischen Religionen.
Im Prinzip gehört so etwas mitten hinein ins Leben und nicht irgendwo in die Pampa, "wo es keinen stört".

Gedankenexperiment für die empathisch Herausgeforderten:
Wir legen jetzt auch mal flott die Kirchen und Synagogen an den Stadtrand. Es sind ja wesentlich mehr Christen, die zum sonntäglichen Kirchgang in der Stadt mit dem Auto rumgurken und z.B. den Domplatz extrem unästhetisch zuparken als wir insgesamt an Muslimen haben. Zudem können dann diese wertvollen Liegenschaften, von den Denkmälern mal abgesehen, für Wohnungen und soziale Einrichtungen genutzt werden. Ist doch eine ganz tolle Idee!

Oder etwa nicht?
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+21 # GodFather 2020-02-17 15:45
Ganz Recht! Diese Gebäude stehen 98% der Zeit leer, sie sind eine Verschwendung von wertvollem stadtnahen Lebensraum.
Den Karstadt könnte man mit der Martinskirche zu einer einzigartigen Shopping-Immobilie erweitern. St. Gangolf könnte ein Kleinod innerstädtischen Wohnens in einem verkehrsberuhigten Quartier werden. Die obere Pfarre wird zu hochwertigem Wohnraum mit Blick auf Dom oder Stefanskirche. St Getreu wird erweiterter Raum für die Nervenklinik.
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-17 # supi 2020-02-18 17:05
nun ob die südflur der richtige platz für eine moschee ist, wage ich zu bezweifeln.
wenn die glaubensgemeinschaft zu unserer gesellschaft gehört, dürfen ihre gebetsräume nicht am stadtrand auf weiter einsamer flur plaziert werden, dann gehören sie in unsere mitte.
dort draussen existieren weder parkplätze noch eine sonstige verkehrsanbindung, sieht man einmal von den hotelschiffen ab, welche in der schleuse liegen.
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-29 # Bergradfahrer 2020-02-18 19:36
Danke, dachte schon ich sei der Einzige, der das so sieht. Wenn ich etwas schamhaft verstecke, dann bekommt es ja den Touch des Schmuddeligen, Geheimnisvollen oder gar Bedrohlichen. Unwissen ist ein famoser Nährboden für Angst. Dabei passiert in Moscheen nichts als die Begegnung von Gläubigen und Gebet und a weng "Chillen".
Ich war, soweit mir als Ungläubigem erlaubt, schon in vielen großen und kleinen Moscheen in arabischen Ländern, war ok.
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+24 # Frank Reich 2020-02-19 09:22
Wenn man im heutigen FT auf Seite 23 das Interview mit der bekannten Soziologin Necla Kelek liest, kann man schon irgendwie ins Grübeln kommen, was das Thema Moschee allgemein anbetrift.
Ein junges Ehepaar, beide mit Migrationshintergrund, hat sich vom Islam losgesagt und auf den Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) verwiesen (einfach mal googeln, ist sehr interessant !).
Ein erfahrener Sozialarbeiter meinte kürzlich, dass auffallend viele Muslime eine gewisse Sympathie mit dem Nationalsozialismus zeigen. Dies hängt seiner Meinung nach u.a. mit deren grauenhaften Judenpolitik und deren Haltung zur sozialen Stellung der Frau in der damaligen Zeit zusammen.
Sei es wie es sei - das Thema Moschee wird uns die nächst Zeit noch ziemlich beschäftigen.
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-28 # Bergradfahrer 2020-02-21 11:23
Es ist natürlich vernünftig und gar nicht dumm, als Individuum wenigstens Agnostiker oder gar Atheist zu sein. Das allerdings ist eine individuelle Entscheidung und hat nichts mit dem Umgang der Öffentlichkeit mit dem Thema Religionsfreiheit und Marginalisierung einer bestimmten Religion zu tun. Die gleiche Freiheit, die meinen Unglauben schützt, muss den Glauben der anderen auch schützen!
Gerade aus den letzten Gewalttaten sollte man lernen und dieser unseligen Marginalisierung aufhören. Die vielen likes für Ihren Kommentar geben mir auch zu denken.

Entschuldigung, Herr Redaktion, für den dritten Post, aber auf Grund der jüngsten Ereignisse kann man das so nicht stehenlassen.
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+5 # hollermöffel 2020-02-19 20:23
schon mal was von "Gentrifizierung" der Stadt gehört? Bekannt über Venedig, Berlin und München.
Symptome sind, u.a. die Verlagerungen von sozialen Einrichtungen an den Stadtrand. Da geht es nicht nur um Moscheen, sondern auch um Alten- und Kindereinrichtungen, etc. Guckt mal die Pläne für Abriss Löheheim und Canisiusheim an.
Für mich, ist das " Moscheeproblem" nur die Spitze des Eisberges, einer verfehlten Stadtentwicklung zulasten der Bewohner :sad:
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+22 # Werner 2020-02-21 21:26
Mir wäre Wohnraum wichtiger als Religion jeglicher Art, und der vorletzte/letzte Absatz in diesen Artikel ist der wichtigste. Religion ist und sollte immer noch Privatsache oder auch -vergnüngen bleiben und ist nicht primäre Aufgabe der Kommunalverwaltung.

An der emotionalen Sachlage dazu ist das halt so eine Angelegenheit, wo jedweder sein eigen Meinungsbild hat.
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