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Eitel Sonnenschein für das Moscheeprojekt

Noch vergangene Woche gab es Ärger wegen der geplanten Moschee auf der Muna. Eine Woche später hatte sich an den Kritikpunkten zwar nichts geändert, aber jetzt ging es recht schnell.

Grünes Bamberg hatte sich zunächst quergelegt

Es war für Oberbürgermeister Andreas Starke eine ziemliche Klatsche, als vergangene Wochen die Fraktion Grünes Bamberg das von ihm bereits angekündigte Projekt, eine Moschee auf dem Muna-Gelände, ausbremste. In der Sitzung des Konversationssenates am 9.7.20 zeigten die Grünen für kurze Zeit Zähne: Sie weigerten sich die Pläne für den Neubau einer Moschee in der Geisfelder Straße kurzfristig auf die Tageordnung zu nehmen. Man wolle keine »Alibi-Bürgerbeteiligung«, hatte Ursula Sowa argumentiert. Ein Fraktionskollege hob hervor, dass seiner Meinung nach alle Entwicklungen auf dem Muna-Gelände »unter dem Bürgervorbehalt« stehen. Der Zeitplan für das Projekt war gefährdet - wenn nicht die Sitzung des Bausenats eine Woche später (15.7.20) gewesen wäre. Da konnte alles geheilt werden. Jetzt muss nur nach der Aufsichtsrat der Stadtbau GmbH sein Plazet geben, woran nicht gezweifelt wird.
In der kurzen Debatte des Bausenats war eitel Sonnenschein. Namens der grünen Fraktion gab Christian Hader ein großes Dankeschön ab und dass man aufgrund der geänderten Vorgehensweise jetzt auch vor der abgeschlossenen Bürgerbeteiligung zustimmen werde. Der Sprecher der CSU-BA-Fraktion, Dr. Franz Wilhelm Heller, erkannte die geplante Gebetsstätte auf der Muna als »gute Idee« an und Heinz Kuntke (SPD) wünschte sich, »dass jetzt alles schnell über die Bühne geht«.

Eine „digitale Bürgersprechstunde“ wird angeboten

Im weiteren Verlauf der Debatte wurden noch einige Detailfragen geklärt. Beispielsweise, dass das Bestandsgebäude in der Geisfelder Straße 96 durch die Stadtbau GmbH seit 1.März 2020 von der BIMA angemietet ist. Das Erdgeschoss des Gebäudes soll für den Deutsch-Arabischen Kulturverein Bamberg e. V. zu einem Gebetsraum für Frauen sowie Schulungs- und Verwaltungsräumen umgenutzt werden. Zusätzlich wird in Leichtbauweise ein erdgeschossiger Anbau als Gebetsraum für Männer (> im Plan l. rot gezeichnet) mit Flachdach errichtet. Die Kosten für die Stadtbau sollen bis zu 250.000 € betragen.
Der Hauptgebetsraum für Männer wird nach Aussage des Kulturvereins und nach Vereinbarung im Mietvertrag mit nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig genutzt. Der Gebetsraum für Frauen wird von max. 30 Personen zeitgleich genutzt.
Nach Aussage des Deutsch-Arabischen Kulturvereins findet eine Nutzung der Räumlichkeiten vor allem an Freitagen und islamischen Feiertagen statt. Eine Nutzung an den anderen Wochentagen ist nur sporadisch vorgesehen.
Die Erschließung ist gesichert.
Laut Darstellung des Oberbürgermeisters sind mittlerweile rd. 1000 Info-Briefe in der Nachbarschaft verteilt worden. Gleichzeitig werde eine „digitale Bürgersprechstunde“ angeboten. Die Ergebnisse dieser „coronabedingten“ Bürgerbeteiligung würden in der nächsten Vollsitzung des Stadtrates am 22.7.20 vorgetragen.
Die Baugenehmigung wurde einstimmig ausgesprochen.
17.7.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.