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     VERKEHRSSICHERHEIT

Breite Initiative für Tempo 30 innerorts

Aktuell machen sich bundesweit rd. 350 Städte und Gemeinden für Tempo 30 stark. Sie haben sich der Initiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten" angeschlossen.

Kommunen wollen innerorts selbst über ein Tempolimit bestimmen

Wer in Bamberg mit dem Auto unterwegs ist, wird feststellen, dass es gar nicht so wenige Straßen sind, wo ein Tempo minderndes Schild steht. Dennoch wollen insbesondere die Grünen vor allem in Misch- und Wohngebieten mehr Tempo-30-Zonen. Zunächst fehlt aber - so wie in den vergangenen Jahren auch - an vielen Stellen die verkehrsrechtliche Grundlage. Derzeit legt der §45 der Bundes-Straßenverkehrsordnung fest, dass Tempo 30 nur bei konkreten Gefährdungen bzw. vor sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Kitas und Schulen angeordnet werden kann. Die unter Beteiligung des Deutschen Städtetages gestartete Initiative fordert deshalb den Bund auf, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Kommunen innerorts selbst ein Tempolimit anordnen können, wo sie es für notwendig halten. Nach Angaben der Initiative sei allerdings nach wie vor im Bundesverkehrsministerium in Berlin kaum Bereitschaft erkennbar, sich ernsthaft mit unserem Anliegen auseinanderzusetzen.

In diesem Jahr will man deshalb auch die Bürgerinnen und Bürger für das Anliegen Tempo 30 gewinnen. Ziel der Initiative ist, mit einer Mobilitäts- und Verkehrswende die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen. Etliche bayerische Städte haben sich der Forderung angeschlossen. Darunter auch Bamberg. Bereits im September 2021 hat der Stadtrat beschlossen, der Initiative beizutreten.

Zeit für eine breite aufgestellte Aktion pro Tempo 30

Die sachliche Problemstellung ist auch in Bamberg bekannt. Schon seit etlichen Jahren ist die zulässige Geschwindigkeit in vielen Straßen Anlass für bisweilen heftige Konflikte. In einigen Fällen besteht dieser Konflikt dauerhaft, in anderen Straßen wurde nur zu bestimmten Zeitabschnitten gestritten - meist gab es einen konkreten Hintergrund, z.B. mehrere Familien mit kleinen Kindern. Wenn die Kinder groß genug waren, dann war in der Regel der Konflikt beendet. Der Stadtrat hat sich dabei an das geltende Recht gehalten, und Tempo 30 nur beschlossen, wenn dadurch die Sicherheit erhöht oder unzumutbare Lärmbelästigung abgestellt werden konnte. Dabei entstanden politische Konflikte dadurch, dass sich Ratsmitglieder an Recht und Gesetz halten wollten, andere aber für Missachtung plädierten.
Jetzt scheint die Zeit reif zu sein, für eine breite aufgestellte Aktion pro Tempo 30. Die Initiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten" plant, im Jahr 2023 verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen. Ein Schwerpunkt sei dabei die Europäische Mobilitätswoche im September 2023. Es sollten möglichst viele Städte und Gemeinden dazu animiert werden, in dieser Woche Versuche mit Tempo 30 zu machen. Am 2. Februar soll dazu eine Online-Konferenz stattfinden, um diese Aktionen vorzubereiten.
Parteipolitisch deckt die Initiative nahezu das gesamte Spektrum ab, die Rathauschefs der beteiligten Städte kommen gleichermaßen von SPD/Grüne wie von CDU/CSU.

Geschrieben: -mdw; vBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto); 

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der wechselbalg
man kann es natürlich auch so zusammen fassen
*mehr schein als sein*
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Bewertungsbilanz 08.01.23: +3/ 3-

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Baba Yaga
Priorität muss haben, den MIV möglichst unattraktiv zu machen. Allein schon um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Schluss damit, den Michel permanent mit Samthandschuhen anzufassen.
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Bewertungsbilanz 08.01.23: +4 / 31-

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Bergradfahrer
Wie kommt es nur zu so einem Sendungsbewusstsein? Es darf ja jeder sein Faible für Anorexie und Sportsucht sowie seine Körperschemastörung individuell mittels Selbstkasteiung ausleben. Ein allgemeines Entstehungsmodell für ein damit oft einhergehendes Missionierungsbestre ben habe ich bisher nicht erarbeiten können. Aber normative Weltbilder scheinen eine Rolle zu spielen.

Wenn ich eine historische Innenstadt für Nichtbewohner sperre, dann ist das sicher eine vernünftige Sache, sowohl für die Lebensqualität als auch für die Wirtschaft. Aber wieso soll man generell Fortbewegung mit eigenem Auto erschweren? Um anderen das Leben schwer zu machen, damit die Weltrettung gelingt? Um die eigenen Werte anderen aufzudrücken?

Viel regelt sich auch von selbst. Tagsüber kann ich in der Oberen Kö mit dem Auto de facto eh kaum 25 fahren. Nachts wäre auch gegen 60 oder 70 nichts einzuwenden. Das ist keiner!

BTW, die 30 würden auch für mich als Radler gelten. Finde ich nedd lustig, käme mit der Zeit teuer.
(Hoffe immer noch auf ein "Zielfoto" z.B. Bamberger Str. runter nach Bug.) ;-)
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Bewertungsbilanz 08.01.23: +21/ 8-

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gablmann
Hi Bergradfahrer, wenn Sie aufwärts geblitzt werden zahl ich den Zettel.
Ihren Kommentaren kann ich meist zu 90% zustimmen, wenn ich Ihre beneidenswerte Sprachgewandtheit hätte und natürlich das große Latinum wären es 100%.
Ich muss immer ganz viel googeln um manche, von Ihnen perfekt gewählten, Wörter zu verstehen. Jede Google-Suche verursacht zwei Gramm CO2 Ausstoß. Ja, in diesem Ausmaß verbraucht die Digitalisierung Energie. Weil ich halt nicht der Hellste bin aber alles verstehen will könnten Sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten indem Sie in Klammern die Bedeutung gleich mit reinschreiben würden täten halt. Des tät mich fei arch freua. Nix für ungut…wink
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Bewertungsbilanz 08.01.23: +14/ 0-

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Bergradfahrer
Ach Goddela, Sie sind mit Sicherheit nicht dumm, sonst würden Sie mir ja nicht zustimmen. ;-) So würde Karl-Friedrich Börne auch antworten. Nur den würde es im Gegensatz zu mir nicht stören, wenn Leute sich dafür halten, wenn er was gesagt oder geschrieben hat.
Latein und Fachjargon haben nichts mit geistiger Beweglichkeit oder dem sog. feldunabhängigen Denken zu tun, das Sie offensichtlich auch haben. Letzteres ist ein Denkstil, der abstrakt (also nicht konkret), individualistisch und sich weniger an sozialen Normen oder die herrschende Meinung angleicht. Das ist eine Art Persönlichkeitseigen schaft und wohl lebenslang da.
Damit hatte man es in den letzten drei Jahren, wenn nicht gar seit Fukushima oder 2015 (Wir schaffen das!) eher schwer.
Die feldabhängigen Personen setzen u.a. eher auf Intuition (könnte man Bauchgefühl nennen) und zeigen oft weniger Selbsteinsicht.
Wenn ich Latein u. Fachbegriffe nutze, dann aus Gag oder Gewohnheit, nicht um jemand auszuschließen.

Das mit dem Bergaufblitzen wird nichts mehr, zumindest ohne Motor. Jetzt Training und dann Schdärgodringn!
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