Auf einen guten Tag

 

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

 

Das erste Glasfenster von Markus Lüpertz für die Kirche St. Elisabeth im Sandgebiet wurde enthüllt. Der Künstler selbst sowie OB Starke und Erzbischof Schick waren zugegen.

Es soll bereits viele private Spenden gegeben haben

Vielleicht war es eine spezielle Geste: Das erste von insgesamt acht Lüpertz-Fenstern, welche in der Kirche angebracht werden sollen, trägt den Titel „Die alte Frau – Almosen geben“. Man wird wohl noch einige Hunderttausend Euro brauchen, um alle Fenster für das Gotteshaus erwerben zu können. Dabei sollte es sich weniger um Almosen als um satte Beträge handeln, denn der Künstler soll Geldfragen sehr eng sehen.
Das Presseamt der Stadt berichtete mit der notwendigen Begeisterung von der Übergabe des Fensters, von den fehlenden Geldern und insbesondere wer sie bezahlt, war in dem Bericht weniger die Rede. Derweil könnte sich In der breiten Bürgerschaft die Begeisterung in Grenzen halten, auch wenn das Presseamt bereits von „vielen privaten Spenden“ berichtet.

Die möglichen Fenster sollen einem theologischen Programm entsprechen

Bei der Suche 2009 nach einem geeigneten Platz für seinen „Apoll“ soll der Künstler auf die Idee gekommen sein, auch die Fenster der Elisabethenkirche zu gestalten.
Aus dem Kreis der Gottesdienstgemeinde hatte sich dann 2015 eine Initiative gebildet, die sich für die modernen Kunstfenster einsetzt und ein theologisches Programm für mögliche Fenster aufgestellt hat. Die acht Fenster sind dem Bibelspruch aus Mt25 gewidmet.
Nun wurde das erste Fenster der Öffentlichkeit vorgestellt. Es wurde rechts neben dem Hochaltar eingebaut. Es trägt den Titel „Alte Frau – Almosen geben“ und bebildert die Begegnung der Hl. Elisabeth mit einer alten Frau am Fuße der Wartburg.
Noch während der Enthüllung erteilte die Initiative den Auftrag für das zweite Fenster. Der finanzielle Grundstock sei bereits gelegt. Für die Initiative war überraschend, dass es neben Mitteln der Oberfrankenstiftung und der Welterbestiftung bisher doch viele private Spenden gab. Die Gesamtkosten für das Lüpertz-Projekt sollen sich in Höhe von 500.000 € bewegen. Bereits die Finanzierung des ersten Fensters führte zu Spannungen und verdeckten Auseinandersetzungen auch innerhalb der Stadtrepräsentanten.

Hinweis: An den Wochenenden vom 14./15. September bis 05./06. Oktober 2019 jeweils von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr finden Führungen durch Pfarrer Hans Lyer, Christoph Gatz und Dr. Barbara Kahle statt. Am 22.09.19 entfällt dieser Termin.
14.9.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+15 # CFRA2 2019-09-14 13:37
Kunst kommt von Können, alles andere ist Wunst (=> Wollen)!
Und wenn sich Lüpertz selbst als Genie erklärt, lässt das auf einiges schließen.
Für mich ist St. Elisabeth damit entweiht und als Raum für einen Gottesdienst nicht mehr zu gebrauchen.
Schade!
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+14 # Clavius1970 2019-09-14 17:30
Um mal ein wenig in der Vergangenheit zu kramen. Einem Mike Rose oder Reinhard Klesse dürfte dieser Künstler nicht mal das Wasser reichen. Vielleicht das Papier auf einem gewissen Örtchen.
Das waren noch Typen mit Herz und keine egomanen Abzocker.
Da sich die lieben Spender bestimmt über 40% Steuersatz bewegen, gehen dem Fiskus ca. 200.000,-- Euro durch die Lappen. Sind ca. 4 Stellen für ein Jahr in der Altenpflege oder Kinderbetreuung.
Ein Hoch auf die "edlen" Spender und den GröKaZ.
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-18 # Bergradfahrer 2019-09-14 20:25
Interessant finde ich die ganze larmoyant-populistische Kritik, was man denn nicht hätte alles Anderes und Gutes machen können mit dem schönen Geld im Licht vom Sujet der Fenster, Matthäus 25, v.a. das Gleichnis von den anvertrauten Silbertalenten.
Vielleicht ist ja eben die Investition in Kunst und die Diskussion über Kunst wertvoller. Warum denn nicht?
Frömmelndes Gerede von wegen entweihter Kirche oder unqualifizierte Kunstkritik greift irgendwie nicht.
Die Armen machen die paar Kröten nicht reich, hingegen ist etwas geschaffen, das den Menschen so oder so anspricht.

Es gibt im neuen Testament diverse Stellen, an denen Jesus den Jüngern den Kopf wäscht, wenn sie eilfertig und eifernd Verschwendung anprangern.
Was man hier und anderswo so liest, passt ganz gut dazu, halt wie die Jünger, kein Überblick. ;-)
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+11 # hollermöffel 2019-09-15 20:36
Menschen, die im Monat fünfstellige Summen verdienen, installieren teure Kunst, Thema: "arme Frauen und Almosen geben", zelebrieren das, um das normale Volk zum Spenden aufzurufen? Mit der Million könnte man zB Kindergärten bauen...Elisabeth hätte gekotzt :-x
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