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Es ist soweit! Die lange umstrittenen Großgemälde im Sitzungssaal des Rathauses am Maxplatz werden entfernt. Grund ist die Gesinnung des Malers Fritz Bayerlein in der NS-Zeit.

Die Person des Künstlers und sein Werk getrennt betrachten

Es war ein Antrag von Grünes Bamberg, SPD, BaLi, ÖDP, Volt und Die Partei. Dier war zwar inhaltlich nicht neu, denn seit rd. 25 Jahren flammte immer wieder eine Debatte über die Bayerleinbilder im großen Saals im Rathaus am Maxplatz auf. Aber offensichtlich fühlt sich die neue Mehrheit auch in dieser Frage als Erneuerer. Ein Raunen ging durch den Saal als die Sprecherin von Grünes Bamberg, Vera Mamerow, meinte auch sagen zu müssen, dass jetzt »ein Zeichen für einen politischen Neuanfang« gesetzt werde. Sie betonte ihre Ausbildung als Kunsthistorikerin und meinte in den Bildern »Blut und Boden-Kunst« zu entdecken. Man dürfe das Leben und Wirken eines Künstlers nicht von dem historischen Kontext lösen. Die Bilder im Sitzungssaal und im Trauungssaal müssten weg.
Gesetzter und differenzierter argumentierte namens der CSU-BA-Fraktion Dr. Franz-Wilhelm Heller. Nach seinen Worten habe sich »seit Jahrzehnten herausgebildet, dass die Person von Künstlern und ihre Werke getrennt betrachtet werden müssten«. Sonst könne man viele Kunstwerke abhängen und historische Gebäude einreißen. Heller bekannte sich dazu, die damals gezeigte Gesinnung von Bayerlein abzulehnen. Dieser gelte als ein guter Landschaftsmaler und unter diesem Gesichtspunkt sehe er zumindest die Bilder im Rathaussaal. Die Bilder würden vielen Menschen gefallen. Seine Fraktion möchte die Bilder im Rathaussaal behalten.

Koalitionsmehrheit für Abhängen der Bilder

Für die SPD-Fraktion sprach Ingeborg Eichhorn. Sie erinnerte daran, dass ihre Fraktion wiederholt den Antrag gestellt habe, die Bilder von Bayerlein abzuhängen. Die Bilder als solche mögen durchaus vielen Menschen gefallen, aber »im Sitzungssaal der Demokratie kann die Gesinnung des Malers nicht ignoriert werden«. Zu einer anderen Meinung kam Martin Pöhner (FDP). Er betonte, dass es falsch sei, die Spuren der Geschichte aus öffentlichen Räumen zu entfernen. »Sie können Anlass sein, sich mit Entwicklungen früherer Jahre auseinanderzusetzen.« Er vermisse zudem ein Konzept, was mit den Bildern geschehen soll.
Es sprachen noch etliche Redner.
Oberbürgermeister Andreas Starke versuchte am Ende der Debatte, einen Kompromiss auf der Basis des Verwaltungsvorschlags zustande zu bringen. Das Ergebnis war aber relativ eindeutig. Dem Antrag „der Stadtrat beschließt die Abhängung und Einlagerung der Gemälde Fritz Bayerleins“, stimmten 27 Stadtratsmitglieder zu und 16 dagegen. Die Beschlussvorschläge „der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, Möglichkeiten zu eruieren, die Bilder Fritz Bayerleins didaktisch ansprechend zu präsentieren. Das Ergebnis ist dem Stadtrat im Herbst 2020 mitzuteilen, (…)“ sowie „Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, Vorschläge über eine Neugestaltung der Wände im Sitzungssaal zu erarbeiten und dem Stadtrat vorzulegen“, wurden insgesamt mit großen Mehrheiten angenommen.
24.7.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+22 # Clavius1970 2020-07-23 13:55
Zitat von Frau Eichhorn "Die Bilder als solche mögen durchaus vielen Menschen gefallen, aber »im Sitzungssaal der Demokratie kann die Gesinnung des Malers nicht ignoriert werden«.
Sorry, aber da erkennt man die ideologische Gesinnung der Dame. Wenn die Bilder vielen Menschen gefallen, ist es höchst undemokratisch und am Willen des Volkes vorbei, sie zu entfernen.
Wegen so ein paar alter Schinken wird ein Aufhebens und Popanz gemacht und nebenbei werden Streichlisten im zweistelligen Millionenbereich beschlossen.
Und der Bamberger Stadtrat als "Hort der Demokratie"
Der war gut :-)
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-18 # Bergradfahrer 2020-07-23 18:28
Naja, wenn die demokratisch und frei gewählten Volksvertreter in freier Abstimmung mehrheitlich beschließen, dass die äußerst mittelprächtigen Schinken weg sollen, dann ist das erst einmal so gesetzt.
Das ist halt die repräsentative Demokratie, die in unserer Verfassung verankert ist.
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+7 # GodFather 2020-07-23 23:15
Einfach verkaufen die Schinken. Ist allen geholfen und Fans dieser Art Malerei können sich das ins Wohnzimmer hängen.
Vielleicht gibts da noch mehr was im Auktionshaus zum Stopfen des Haushaltslochs taugt.
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+1 # Hansi 2020-07-24 09:44
Was letzter Preis? Also wenn sie keiner haben will, würde ich sie schon nehmen
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+12 # Rudolf 2020-07-24 10:34
Das man die Bilder entfernen will ist nicht mein Problem. Die anmaßend aufgeblasene Diskussion der neuen Gegner, die alles besser ist wissen, stört mich aber gewaltig.
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-9 # Lemotto 2020-07-24 11:49
Die Diskussion ist doch wichtig, um beide Seiten zu verstehen. Im Übrigen ist die Debatte nicht neu und es geht nicht um Besserwisserei, sondern es gibt erst seit kurzem entsprechende Mehrheiten.
Die Vergangenheit dieses Landes verdonnert uns dazu, genau solche Debatten zu führen. Auch diese Bilder heben ihren Beitrag zur Nazidiktatur geliefert. Das sollte zumindest jede/r wissen. Ob, wo und wie man sie präsentiert sind Fragen, die es jetzt zu beantworten gilt.
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+15 # supi 2020-07-24 15:40
na da hat es uns aber die STRin Vera Mamerow aber gegeben.
»ein Zeichen für einen politischen Neuanfang« und »Blut und Boden-Kunst« entdeckbar, und das alles ob ihrer ausbildung als kunsthistorikerin, wobei wir nicht mal wissen, ob erfolgreich abgeschlossen, denn statistisch gesehen ist die abbruchquote bei den grünlingen am höchsten und wenn erfolgreich dann ja, wäre zurück auf null und nochmals anfangen vlt gar nicht so schlecht, denn beim zweiten mal bekommt man mehr mit als beim ersten mal.
das ist keine nazi-kunst, das ist nichts anderes als naive landschaftsmalerei im stile des 19. ten jahrhunderts, völlig sinnleer und ohne jede botschaft, halt bunt und detailgetreu.
nur der maler das war ein überzeugter nazi, unbelehrbar bis zum schluss, aber das macht sein geschmiere nicht zur nazi-kunst, und das ist etwwas völlig anderes .
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-4 # Bergradfahrer 2020-07-25 10:26
Genauso isses, das haben Sie sehr schön formuliert mit der naiven, sinnleeren und aussagelosen Landschaftsmalerei.
Das macht schon a weng nachdenklich. Wenn man das so sieht, dann ist der Raum doch prädestiniert dafür. Wo soll so etwas in Bamberg hängen, wenn nicht dort?
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+4 # kwz 2020-07-26 18:03
Grosse Teile des Bamberger Stadtrates sollten evt einen Grundsatz vlt Lebensweisheit vorherrschend auf den Inseln von Hawaii berücksichtigen, welcher da lautet * hang low * oder auf gut deutsch nehmt euch nicht so wichtig.
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