KUNST UND KULTUR

Wo sollen die Puppen künftig spielen?

Es handelt sich um ein besonderes Bamberger Kleinod: das Marionettentheater. Dieses braucht eine neue Spielstätte. Zur Diskussion stehen drei Anwesen. Kritik am Kulturreferat.

Das Kulturreferat hat Stadtratsbeschlüsse übergangen

Hauptthema in der Sitzung des Kultursenates am 11.3.21 war, ob als Ersatz für das über Jahre vom Marionettentheater genutzte Staubsche Haus besser das Anwesen in der Unteren Sandstraße 20 (ehem. „Sound´n Arts”) oder die Tabakscheune (Nebinger Hof) geeignet sei. Aber auch eine mögliche Weiternutzung des Staubschen Hauses nach dessen Sanierung wurde in Erwägung gezogen.
Offenkundig hatte sich das Kulturreferat darauf eingestellt, jetzt das Haus in der Unteren Sandstraße für eine Nutzung durch das Marionettentheater vorzubereiten. Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar schlug deshalb eine Machbarkeitsstudie für 30.000 € vor, um zu sehen, inwiefern das Marionettentheater in das noch schwer baufällige Haus grundsätzlich passen könnte. > Bild r.
Die Sprecherin von Grünes Bamberg, Vera Mamerow, begrüßte diesen Vorschlag zur kulturellen Nutzung grundsätzlich. Allerdings mit Einschränkungen: Es könne problematisch sein, in einem mittelalterlichen Haus das Konzept des Marionettentheaters umzusetzen. Zu niedrige Deckenhöhen oder der Schallschutz gegenüber anderen Nutzern könnten ein Problem sein. Mamerow schlug deshalb vor, die Machbarkeitsstudie nicht nur auf das Marionettentheater zu beschränken, sondern auch andere kulturelle Nutzungen einzubeziehen.

Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht entscheidungsreif

Über das eigenmächtige Vorgehen des Kulturreferats war insbesondere die CSU-BA-Fraktion verärgert. Stadtrat Stefan Kuhn zeigte sich erstaunt, dass das Ergebnis einer bis vor zwei Jahren geführten Diskussion »wieder in Frage gestellt wird«. Damit würden mehrere Beschlüsse des Stadtrates übergangen. Kuhn kritisierte zudem die im Sitzungsvortrag geschriebene Aussage der Verwaltung, dass »wegen der Corona-Pandemie« nichts im Sinne der damaligen Beschlüsse geschehen sei. Seit Jahren gebe man die Tabakscheune dem Verfall preis. Der CSU-Sprecher wollte wissen, wieviel Geld für die Tabakscheune schon ausgegeben worden sei. Die jetzt vorgesehenen 30.000 € für eine Machbarkeitsstudie "Obere Sandstraße 20" lehnte er ab und forderte, dieses Geld »direkt an Kulturschaffende auszuzahlen«.
Der Beschlussvorschlag der Verwaltung »ist nicht entscheidungsreif«, konstatierte SPD-Sprecher Klaus Stieringer. Seine Fraktion könne aber dem Kompromissantrag von Grünes Bamberg zustimmen.
Finanzreferent Bertram Felix mischte sich in die Diskussion ein und erläuterte ausführlich den bisherigen Werdegang des Sanierungsobjektes Tabakscheune. Das Gebäude sei gegen weiteren Verfall gesichert. Für ihn sei die Tabakscheune auch noch nicht aus dem Rennen. Was das Staubsche Haus anbetreffe, sei für ihn klar: »Das Marionettentheater kann so lange dort bleiben, wie es rechtlich und baulich zulässig ist.« Eine Sanierung im Bestand sei allerdings nicht möglich.
Felix verwies auch darauf, dass für das Anwesen Obere Sandstraße 20 rd. 150.000 € für Projektierungen und fünf Mio € für die Sanierung aufgebracht werden müssten.
In der Abstimmung wurde der Vorschlag die Machbarkeitsstudie für 30.000 Euro auf weitere kulturelle Nutzungen auszuweiten angenommen. Die Anregung der CSU-BA-Fraktion, das Geld kurzfristig an Kulturschaffende auszuzahlen, wurde abgelehnt.

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Kommentare   
-3 # supi 2021-03-15 19:55
nicht *Wo sollen die Puppen künftig spielen?* das muss richigerweise heissen, wer lässt hier *die puppen tanzen*
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