Drucken

KULTUR - KUNST

Kommt es zum Kräftemessen?

Der Finanzreferent macht sich stark. Es geht um den möglichen Verbleib des Marionettentheaters im sog. Staub‘schen Haus in der Unteren Sandstraße. Der Kultursenat ist dafür, der Herr des Geldes dagegen.(100s)

Immobilienbesitz soll “nachhaltig den bestmöglichsten Ertrag” bringen

Seit Jahrzehnten spielt das Marionettentheater im repräsentativen Staub´schen Haus in der Unteren Sandstraße 30. Das Theater zählt zu den besonderen Kulturangeboten der Stadt und genießt einen ausgezeichneten Ruf im gesamten deutschsprachigen Raum. Sowohl die historische Bühne aus der 1. Hälfte des 19. Jh. als auch das Puppenspiel, wie es zu dieser Zeit ausgeübt wurde, tragen zu den kulturellen Höhepunkten in der Welterbestadt bei.
Das Einzeldenkmal Staub‘sches Haus (> Bild l.) liegt in attraktiver zentraler Wohnlage zwischen der Unteren Sandstraße und dem Uferweg „Am Leinritt“ und verfügt über zwei Geschosse inkl. Rückgebäude eine vermietbare Fläche vont insgesamt 995,64 qm. Das Marionettentheater nutzt im 1. Stockwerk eine Fläche von 258 qm.
Eigentümer ist die Bamberger Krankenhaus-Stiftung. Das Haus ist sanierungsbedürftig. Im Zuge einer Generalsanierung strebt die Stiftung den Auszug des Marionettentheaters an, um danach das Gebäude als Wohnraum zu ortsüblichen Preisen zu vermieten. Als Vermieter ist die Stadtbau GmbH geplant, die bereits Pächterin des Gebäudes ist.
Der städt. Finanzreferent Bertram Felix steht auch der Krankenhaus-Stiftung vor und argumentiert, er habe dafür zu sorgen, dass “aus dem Immobilienbesitz nachhaltig der bestmöglichste Ertrag für den Stiftungszweck erzielt wird”.

CSU/BA-Stadtratsfraktion beharrt auf ursprünglichen Beschüssen

Für das Marionettentheater wird seit geraumer Zeit ein neuer Spielort gesucht. Als mögliche Alternative war lange Zeit die sog. Tabakscheune (Nebinger Hof > Bild r.) im Gespräch. Kurzzeitig auch das sanierungsbedürftige Anwesen in der Unteren Sandstraße 20 (ehem. „Sound´n Arts”). Der Kultursenat des Stadtrates hat sich wiederholt mit dem Thema befasst und im März d.J. empfohlen, “einen Verbleib des Marionettentheaters im Staub‘schen Anwesen nach Verkauf oder langfristiger Verpachtung des Anwesens an den Trägerverein überprüfen zu lassen”.
Finanzreferent Felix hat mittlerweile wiederholt dagegen gehalten. In der Sitzung des Finanzsenats am 20.4.21 brachte er als Beschlussantrag ein: “Aus grundsätzlichen stiftungsrechtlichen Erwägungen ist der Verbleib des Bamberger Marionettentheaters bzw. ein Verkauf des Anwesens nicht weiter zu verfolgen”.
Vorrangig die CSU/BA-Stadtratsfraktion beharrte auf die ursprünglichen Beschüsse. Das Marionettentheater soll im Staubschen Haus bleiben, bis eine Alternative gefunden ist. Für die Nutzung der Tabakscheune (> Bild r.) wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Letztlich ergänzte der Finanzsenat den Beschlussvorschlag von Felix um die Passage, dass Theatervorstand, Kulturreferentin und Stifungs- /Finanzreferent ein Gespräch miteinander führen, worüber in einem der nächsten Finanzsenate berichet wird.
Finanzreferent Felix bekräftigte, dass die Tabakscheune als Alternative nach wie vor im Rennen sei.
2.5.21 Bilder: Marionettentheater; webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.