80 große Bäume im Hain sind nicht mehr zu retten. Trockene Sommer und der Klimawandel setzen den städtischen Grünflächen und Wäldern zu. Im Stadtrat gibt es dazu verschiedene Meinungen.

Feuerwehr hilft beim Bewässern

Das Maßnahmenpaket, das den Stadträten zum Klimaschutz vorgetragen wurde, geht den einen zu weit, anderen nicht weit genug. Dennoch gab es in der Vollsitzung des Stadtrates am 27.11.19 große Zustimmung zu den entsprechenden Anträgen. Voraus gingen Berichte des Leiters des städt. Gartenamtes, Robert Neuberth, der städt. Forstverwaltung, Johannes Hölzel, und der Stadtwerke Bamberg, Dr. Michael Fiedeldey.
»Im Hain sind die Auswirkungen der Klimaextreme eindrücklich erlebbar«, sagte Robert Neuberth als Verantwortlicher für die städtischen Parks und Grünanlagen.
Im gesamten Stadtgebiet sind bis Ende des Jahres 310 Bäume zu ersetzen. Bei 200 davon ist das Absterben auf die Folgen des Klimawandels zurückzuführen. 110 Bäume hatten Alters- und andere Vorschäden.
Die langandauernde Trockenphase im Jahr 2019 erforderte vom Gartenamt 827 Arbeitsstunden Einsatz nur für diesen Zweck. Neben dem Einsatz von amtseigenen Gießfahrzeugen wurden darüber hinaus noch zwei Traktoren mit Pumpwasserwagen angemietet. Sogar die Feuerwehr half mit und bewässerte zusätzlich rund 1000 Bäume.

Symbolbegriff „Klimanotstand“ abgelehnt

Bei Neuanpflanzungen setzt man immer mehr auf Arten, die mit den Klimaveränderungen und einhergehenden Wetterextremen besser zurechtkommen. Dazu zählen Eschen-, Ahorn-, Eichen- und Linden-Arten oder die Esskastanie, berichtet Neuberth. Außerdem achte man seit geraumer Zeit besonders auf die Schaffung großzügiger Baumscheiben mit mindestens 12 Kubikmeter großen Baumgruben.
Johannes Hölzel, der Leiter der städt. Forstverwaltung, präsentierte dem Stadtrat zunächst ebenfalls wenig erfreuliche Bilder. „Kalamitätsflächen“, so der Fachbegriff, gibt es auch in den Stadtwäldern. Weil aber die städt. Forstverwaltung bereits seit über drei Jahrzehnten »naturgemäße Waldwirtschaft« betreibe, seien die Wälder schon gut auf den Klimawandel vorbereitet, hob Hölzel hervor. Er lobte für diese Weitsicht seinen Amtsvorgänger Klaus Schulz.
Dr. Michael Fiedeldey von den StWB berichtete von einem geplanten Neubau eines Heizwerkes zur Energieerzeugung aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Ziel ist, auch das im Zuge des Klimawandels vermehrt anfallende Holz gefällter Bäume zur nachhaltigen Wärmegewinnung zu nutzen.
Im Stadtrat gab es geteilte Meinungen. Während Linke und Grüne den Klimanotstand beschworen, widersprach Daniela Reinfelder (BuB), in dem sie an den menschengemachten Ursachen des Klimawandels zweifelt. Dieter Weinsheimer (BA) erklärte die »volle Unterstützung für konkrete Maßnahmen«. Von rhetorischen Symbolbegriffen wie „Klimanotstand“ halte man aber nichts.
2.12.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.