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Die Abfallproblematik bleibt ein Dauerbrenner. Mögliche Gegenstrategien sind Müll vermeiden, Bürgerbewusstsein schaffen oder Müllsünder bestrafen.

Manchmal helfen nur »drakonische Strafen« für Müllsünder

Der Bamberger Stadtverwaltung liegen etliche Vorschläge der Stadtratsfraktionen vor. In der Sitzung des Umweltsenates am 7.7.20 wurde ein "Maßnahmenpaket gegen Müll", maßgeblich von der Fraktion Grünes Bamberg eingebracht, behandelt. In seinen Einführungsworten zum Thema rief Bgm Jonas Glüsenkamp dazu auf, ämterübergreifend nach weiteren Lösungen zu suchen. Als Vorsitzender des Mobilitätssenats regt er auch zu einer Art Denkfabrik an, wie man dem Problem in Bamberg am besten begegnen könne. Der Bericht der Stadtverwaltung reichte vom Appell an die gute Kinderstube über verschiedenste Mehrweg-Ansätze bis hin zu Kontrollen und Strafen. Stichworte zu den thematisierten Maßnahmen:

Mehrweganreiz erhöhen
Bisher konnten mit "REWE Rudel" in der Würzburger Straße und "vom Fass" in der Langen Straße erst zwei Geschäfte für die Idee gewonnen werden. Andere Interessenten haben aufgrund der Corona-Pandemie vorerst Abstand von der Initiative genommen. Sobald die hiermit verbundenen Vorbehalte wegfallen, wird das Umweltamt weitere Geschäfte zur Teilnahme an dem Projekt ansprechen.

Umweltbewusstsein langfristig stärken – Kontrollen und Strafen
Wie aus allen Berichten zu Sauberkeitskampagnen anderer Kommunen hervorgeht, ist die Problematik der "Vermüllung" überall ähnlich gelagert. Es gibt zahlreiche Methoden, sei es mit Aufkleber- und Plakataktionen, Beschilderungen, Aktionstagen, Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung bei Müllsammelaktionen, Bußgeldkatalogen und Ordnungsdiensten“. Aktuell sind Ansätze für eine Müll-App oder die Aktion „Müllmonster“.
In der Debatte wurde unter andern ein „Erziehungsproblem“ angesprochen. Dr. Franz-Wilhelm Heller (CSU-BA) pointierte: »Die Leute sind nicht erzogen und die öffentliche Hand muss kostspielig den Müll entfernen.« Wo die gute Elternstube versagt, helfe nur der Griff ans Portemonnaie, meinte Klaus Stieringer (SPD). Er forderte »drakonische Strafen« für Müllsünder. Anna Niedermaier (CSU-BA) wies auf die Unsitte hin, Zigarettenkippen einfach wegzuwerfen. Aus ihrer Sicht könne hier ein Bußgeld erzieherisch wirken – wie in Wiesbaden, wo pro Kippe 50 € fällig werden.

Selbst mitgebrachte Stoffbeutel oder Gefäße auf dem Vormarsch

Plastikfreier Biomüll - Plastiktütenfreier Markt
Nach Auskunft der Marktaufsicht ist von einigen Marktleuten das Modell der Mehrwegtasche zwischenzeitlich realisiert worden. Auch die Kundschaft bringt selbst Stoffbeutel oder Gefäße zum Einkaufen mit. Grundsätzlich unterstützt ein Großteil der Händler diese Entwicklung oder hat selbst schon auf plastikfreie Verpackungen umgestellt. Bei noch vorhandenen Plastiktüten soll es sich um Restbestände handeln. Allerdings stieg in Zeiten der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Papier- und Plastiktüten wieder deutlich an.
1988 wurde in der Stadt Bamberg die Biotonne eingeführt. Im Laufe der folgenden Jahre wird die sortenreine Sammlung und die anschließende Kompostierung in verschiedenen Aktionen immer wieder thematisiert.

Infrastruktur verbessern - mehr und größere Müllbehälter
Laut Verwaltung ist es unbestritten, dass gestiegene Touristenströme, die gewachsene Zahl an Studierenden und (vor Corona) die Zunahme kommerzieller Veranstaltungen, aber auch das veränderte Konsumverhalten, wie die to-go-Mentalität oder die intensive Nutzung des öffentlichen Raumes, dazu beitragen, dass die Abfallmengen, zunehmen. Die Stadt Bamberg begegnet der steigenden Abfallmenge mit der Aufstellung weiterer deutlich größerer und ansprechender Abfallsammelbehälter, sowie einem verdichteten Leerungszyklus.
Der Bericht wurde einstimmig zur Kenntnis genommen.
16.7.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+17 # Sabine 2020-07-16 16:00
Da gebe ich Hern Dr. Heller mal recht. Ich gehöre zur Gruppe Ü50, und bin so erzogen worden, das man seinen Müll mitnimmt, wenn kein vorgesehener Mülleimer da ist. Alles was ich Voll mitnehme, ist doch eine Leichtigkeit leer wieder einzupacken. Das war auch in den Bergen so, denn um den evtl. aufgestellten Mülleimer zu leeren, muß ja auch jemand rauflaufen und den Dreck runterschlepen. Ich renne bis heute jedem Paoierchen, das mir aus der Tasche fällt, hinterher und hebe es auf, und bis jetzt ist mir dabei noch kein Stein aus der Krone gefallen. Also ich kann guten Gewissens behaupten, das ich und meine Familie unsere Stadt nicht zumüllen. Meiner Meinung hilft da wirklich nur der Griff ins Portemonnaie, wie Herr Dr. Heller sagt. Denn wo kommen wir denn hin, wenn wir unsere Stadt mit größeren Abfallbehältern verschandeln und höhere Kosten auf uns alle zukommen, so wie es die Verwaltung vorschlägt.Ich bin nicht bereit für die Müllberge anderer belastet zu werden. Kfz-steuer zahlen ja auch nur Autobesitzer. 50€ pro Kippe wär schon mal ein Anfang, man könnte das ausweiten auf 20€ pro Kronekorken etc. Einen " Müllüberwacher" würde sich schon an einem Sommernachmittag im Hain bezahlt machen.
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-12 # Bergradfahrer 2020-07-17 17:18
Geil, 20 € pro Kronkorken und 50 pro Kippe? Wenn die Stadt das an einen privaten "Vollstrecker" mit, sagen wir mal 50 % Provision abgibt, mach ich das. Da kann ich mir allein schon von dem, was ich heute Abend in der Theuerstadt einsammele, wenn Strawanza nach draußen ausschenkt, morgen früh ein nagelneues High-End-Rad kaufen. ;-)
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+17 # CFRA2 2020-07-16 16:57
Wie oft erlebt man in den Morgenstunden, daß um die öffentlichen Mülleimer allerlei Müll außen herumliegt. Nein es sind nicht die, die die den Rot-Rot-Grünen demnächst bestrafen wollen, sondern Raben, die den Müll, auf such nach freßbares, nach und nach aus dem Behälter herauswerfen
Aber sag das mal einem Grünen, das ein, ach so hoch heilig zu beschützendes, Tier die Sauerei anrichtet!

Ebenso sind alle Mülleimer in der Stadt zu klein! Eine Lösung wäre z.B. der Solar-Mülleimer „Big Belly“, der auch in Hamburg oft aufgestellt wird. Man schmeißt seinen Müll in eine Klappe, und wenn genügend Müll darin ist, wird er zu einem Ballen dazu gepresst. Das Ganze funktioniert ohne Stromanschluss, nur mit eingebauten Solarzellen.
Ist der Müll-Ballen groß genug, schickt der Mülleimer sogar noch eine SMS oder Mail an die Müllabfuhr, das er entehrt werden möchte.
Auch wenn die Anschaffungskosten höher sind, rechnet sich dies mit Einsparung von Personal!
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+16 # cityman 2020-07-16 23:30
Erfahrungsbericht: ich habe meine Restmülltonne mit einem Schloss sichern müssen, da ohne gleich nach der Leerung das Ding wieder halb gefüllt war aber nicht von mir, sondern von Touris oder Ferienwohnungsmietern oder.......Seither liegt der Abfall halt zwischen parkenden Pkws oder einfach auf der Straße. Ein Saustall, der wohl nicht bekämpft werden kann.
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+14 # Baba Yaga 2020-07-18 08:53
Wenn Klausi die "gute Elternstube" anspricht, mag er zwar Recht haben. Dennoch entbehrt diese Bemerkung ausgerechnet von dieser Seite nicht einer gewissen Belustigung. So war er es doch, der seine bahnbrechenden Festivitäten im Hinblick auf Format und Niveau genau für diese Art Publikum zugeschnitten und letzteres auf diese Weise in nicht unerheblicher Zahl in die Stadt gespült hat. Dass irgendwann eine Perpetuierung der Wanderwege dieses Publikumsclusters eintritt ist wenig überraschend.
Auch die Stadt, v.a. in Grstalt von Andi, Klausi , des eventaffinen Grüßgottonkels und der damaligen CSU-Eventabnicker hat seinen Erziehungsbeitrag geleistet.
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Doo bfäffsd drauf! Da pfeifst drauf!

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An nai dä Bfanna haua. Jemanden in die Pfanne hauen. Jemanden Schaden zufügen.
Dän hob i scho long auf dä Bfanna. Den habe ich schon lange im Visier.

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