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SICHERHEIT - ORDNUNG

Randale in Bambergs Innenstadt

Die Anwohner sind genervt von Müll, Lärm und Exkrementen aller Art. Die Stadt will es nicht mehr hinnehmen, wenn sich am Wochenende das Sandgebiet zur dicht gedrängten To-go-Partyzone verwandelt.

“Kommt jetzt ein nächtliches To-go-Verbot?

Diese Frage stellt sich laut FT für die Stadtverwaltung angesichts der Zustände, die immer wieder in bestimmten Stadtbereichen auftreten. Auf und unter der Kettenbrücke sollen sich unerfreuliche Situationen entwickeln, richtig große Probleme aber gibt es in und im Umfeld der Sandstraße. Hauptgrund ist der massive Straßenverkauf von Alkohol zu später Stunde. Die Lokale samt Toiletten seien geschlossen, heißt es, aber die Verkaufsfenster sind geöffnet. Die Anwohner und die Polizei tragen die Folgen. Es sind bisweilen mehrere Hundert Menschen, denen sich die sich zum Beispiel am Hotspot Dominikanerstraße die Polizei gegenübersteht. Schlimm wird es, wenn die Polizei versucht, den Platz zu räumen. Diese schafft es eigentlich nur, weil Kräfte der Bereitschaftspolizei helfen – allein auf sich gestellt, hat die Bamberger Polizei offensichtlich keine Chance.

Stadtrat soll sich erneut mit dem Thema befassen

Die Stadtverwaltung hat wieder zu einer Krisensitzung geladen. Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Grüne) wird im FT (8.6.21) zitiert: „Die Situation, wie sie sich in den vergangenen Tagen dargestellt hat, ist aus meiner Sicht für die Stadtgesellschaft nicht akzeptabel“. Würzburg, Regensburg, München: Bamberg sei kein Einzelfall. „Neben dem Wunsch vieler Menschen, sich wieder draußen mit anderen zu treffen, hat auch ein Alkoholtourismus von extern stattgefunden, den wir in dieser Form nicht wollen und akzeptieren. Man wolle sich im Stadtrat erneut mit dem Thema befassen.
Dabei kann er eigentlich nur erwarten, dass die Mehrheit im Stadtrat dafür entscheidet, sich hinter die Polizei zu stellen und damit eindeutige Signale für “Recht und Ordnung” zu setzen. Man erinnere sich, was die Vertreter von Grünes Bamberg und SPD zur Problemlösung bei den Ansammlungen auf der Unteren Brücke vorschlugen: Statt mit Sicherheitsdiensten, sollte das Problem mit Mediatoren bzw. Sozialarbeitern gelöst werden. Die Vorschläge der Verwaltung wurden abgelehnt. > Webzet-Bericht am 20.5.21 “Die Polzei soll’s richten”.
Neueste Idee aus grünen Kreisen ist die Etablierung eines “Nachtbürgermeisters”, der sich um die nächtliche Randale-Auftritte kümmern soll.
Bgm Jonas Güsenkamp schlägt immerhin noch vor, sich zu einem runden Tisch mit den Gastronomen zu treffen, um gemeinsam mit ihnen Lösungen zu beraten, wie beispielsweise eine Selbstverpflichtung zur Begrenzung des Alkoholausschanks to go.

Für eine Krisensituation sind die Zeichen letztlich recht wirr.
8.6.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+21 # Baba Yaga 2021-06-08 16:16
Schon beeindruckend, wenn man Verhaltensmuster nicht mehr will, die man über Jahre hinweg selbst aufgebaut hat. Wie die Zeiten sich ändern.
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+20 # cunningham 2021-06-09 09:17
Der Skandal findet nicht im Sand, sondern im Rathaus statt. Zunächst ignorieren die Politiker über Wochen den rechtsfreien Raum in der Altstadt. Aufgrund des öffentlichen Drucks erwägt man schließlich, mit Sozialarbeitern und einem Nachtbürgermeister gegenzusteuern.
Meiner Meinung sollten die Herrschaften*Innen aus dem Rathaus aus dem Dienst entfernt werden, da sie in keinster Weise ihrer Verantwortung gerecht werden.
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+5 # CFRA2 2021-06-09 16:37
Ohne die Müllberge entschuldigen zu wollen, muß aber auch gesagt werden, daß wer z.B.: am Sonntag früh um 08:00 Uhr über die Untere Brücke geht, einen schrecklicheren Eindruck erhält, als wenn er ein paar Stunden früher diese passieren würde.
Das liegt daran, daß von der Straßenreinigung vor der Kehrmaschine ein "Vorauskommando" mit Besen alle auf dem Brückengeländer stehenden Glasflaschen (und den Rest) so herunterkehrt, das sie bewußt zerbrechen. Denn eine Kehrmaschine kann nur Glasscherben und keine ganzen Flaschen aufkehren bzw. saugen.
Und Pfandsammler konzentrieren sich mittlerweile nur noch auf Pfand-PET Flaschen, da eine Bierflasche nur 0,08€ Pfand bringt.
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+1 # Bergradfahrer 2021-06-09 17:24
Der Müll ist natürlich Mist. Allerdings ist das Ganze der Tatsache geschuldet, dass ja Clubs usw. schon ewig geschlossen sind. Man kann punktuell dies oder das verbieten, aber es wird sich immer ein Weg finden.
Im FT & Co werden die Leute auf der Brücke dämonisiert und abgekanzelt. Dabei machen die nichts anderes, als die allermeisten in ihrer Jugend gemacht haben. Nur will man sich daran nicht erinnern und orakelt über Sittenverfall usw.
Mein Kulturpessimismus ist weniger durch die Leute auf den Brücken begründet als durch unsinnige Schulschließungen und eine gleichgeschaltete Presse, die lediglich Verlautbarungen wiederholt.
Ich bin mir nicht sicher, wie repräsentativ das Symbolbild ist. Erinnert eher an 1. Mai in Kreuzberg als ein paar fränkische Saamerla auf der Brücke. ;-)
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+12 # Martin 2021-06-10 09:24
Nein, die "allermeisten" Bamberger haben in ihrer Jugend nicht die Polizei bepöbelt, bespuckt oder tätlich angegriffen und das über Monate hinweg, ohne Konsequenzen und sogar mit Verständnis und Sympathien aus dem Stadtrat.
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+5 # Clavius1970 2021-06-10 23:02
Warum waren wir anständiger?
Versuche mich auch gerade zu erinnern wie das in meiner Jugend war. Bin ein Angehöriger der geburtenstarken Jahrgänge Anfangs der Sechziger. An der reinen Anzahl der Aborigines kann es also nicht gelegen haben dass wir bräver waren.
Unsere Generation war auch noch geprägt vom Aufbegehren der 68er und gesoffen haben wir auch wie die Löcher. Die Ami`s versorgten uns galonenweise mit Jim Beam etc.
Allerdings mit dem kleinen Unterschied dass die Feierkultur in Gaststätten, Tanzcentern und Diskotheken wie z. B. dem "Farmer´´s Inn" etc. meist so gegen 2:00 Uhr spätestens endete. In Bamberg gab es dann noch die schwarze Katz und einschlägige Nachtlokale in der Siechen- und Königsstraße. :-). Bamberg war zum Saufen und Nachtschwärmen einfach unattraktiv.
In der jetzigen Coronapause fehlen natürlich immer noch die zahlreichen Vereinsfeste und Sportevents als Treff für Jugendliche in Stadt und Land. Also geht es nach Bamberg zum Treffen.
Ob es uns gefällt oder nicht, die jetzige Feierunkultur wurde durch Reduzierung der Sperrzeiten und Gewinnmaximierung der Gastronomie und Eventindustrie über Jahrzehnte erst geschaffen. Altkanzler Kohl, ein Mann mit Weitblick, sprach schon im Jahr 2009 vom kollektiver Freizeitpark Deutschland.
Doch zurück zu meiner eingangs gestellten Frage. Vielleicht lag es an der Erziehung? Denke ich eher nicht. Die Alten gingen uns damals auch am Allerwertesten vorbei.
Wir hatte aber Respekt vor der Polizei. In den damaligen Locations kam es zwar wesentlich häufiger als heute zu Schlägereien, die aber nicht die Brutalität von heute erreichten.
Konnte die erste Polizeistreife die Lage nicht beruhigen wurde in der Regel ein sogenanntes "Überfallkommando" zu Hilfe gerufen. Dies fuhr in einem VW-Bully vor, bestand aus 3 Polizeibeamten und einem vierbeinigen, meist schlecht gelaunten Vertreter der Staatsgewalt. Spätestens nach Abnehmen des Maulkorbes wurden selbst rauhbeinige farbentragende Motorradclubs wieder friedlich. Die Staatsgewalt wurde durchgesetzt.
Und wie der Name schon sagte, mit Gewalt.
Nicht der Polizist musste sein Handeln rechtfertigen, sondern der Randalierer.
Heute, bei unserer Kuscheljustiz ist es genau umgekehrt. Jetzt hab ich die Antwort. :-)
Und an die Jungs und Mädels einschließlich Diverser auf den Straßen. Wir verstehen euch schon ein wenig. Aber reißt euch jetzt mal zusammen.
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+5 # Bergradfahrer 2021-06-11 08:37
Das ist mal eine gute, differenzierte und zutreffende Darstellung.
Der ausufernde Straßenverkauf und die Sperrstundenregelungen kommen aus den wirtschaftlichen Bestrebungen der Gastronomie (vulgo "Gier") und deren Ansprechpartnern im Rathaus (vulgo "Amigos").
Jegliche Beschwerden über Müll, wohlgemerkt nicht über die Leute an sich, wurden im Bürgerdialog vor zwei Jahren noch nonchalant abgebügelt.
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+3 # Clavius1970 2021-06-11 20:15
Hier muss ich das Bamberger Rathaus ein wenig in Schutz nehmen. Die Verkürzung der Sperrzeiten wurde von Landgemeinden vorangetrieben, die in ihren Industriegebieten Diskotheken mit Öffnungszeiten bis 5:00 Uhr früh erlaubten. Hier war z. B. Hallstadt Vorreiter.
Folglich mussten die Städte, auch Bamberg, nachziehen um Wettbewerbsverzerrung für die Gastronomie zu verhindern.
Die Gewerbesteuergier war also auch treibende Kraft.
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+12 # gablmann 2021-06-10 13:00
"Nachtbürgermeister"
Gute Nacht, Bürgermeister.
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+4 # gablmann 2021-06-10 15:23
Und jetzt gibts seit 14.53 Uhr die neueste Pressemitteilung wo (saufen) Alkohol verboten ist.
Ich wette das Pfahlplätzchen und der Domplatz werden der nächste Hotspot!
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B 77

brässiän:   pressieren, eilen.

Wänns ned so brässiän deed, soochäd i ja niggs. Wenn es nicht so eilig wäre, würde ich ja nichts sagen.

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Brässogg:   Pressack. dicker Mensch. 

Däs is dä a Brässogg, a oogfrässnä! Das ist (dä=) vielleicht ein angefressener Fettsack.

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braung:   brauchen.

Wos braung mä dänn?  Was brauchen wir denn? (... sagte früher die Ladeninhaberin zur Kundin)

Äs is ja ned, als wä mäs häddn, miä könnädns scho braung! Es ist ja nicht, dass wir es hätten, wir könnten es schon brauchen!

-

Breedichd:   Predigt. Rüge. 

Eä hod mä dä a Breedichd kaldn. Er hat mir vielleicht (dä) ein Predigt gehalten.

-

Breedsn:   Schimpfwort. Breze(n).

Olda Breedsn! Alte Breze!

-

Breedsnfraa:   Brezenfrau. Brezenverkäuferin. 

Di Breedsnfraa känna mä scho nuch. Die Brezenfrau kennen wir schon auch noch.

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Wi a wilda Breema is ä durch di Küchn gsausd. Wie ein wilde Stechfliege ist er durch die Küche gesaust!

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