ORDNUNG - SICHERHEIT

Grüne wollen gegen Missstände vorgehen

Die Innenstadt leidet unter Müll, Lärm und überzogenem Alkoholkonsum. Ein Thema, das zumindest von einigen Stadtratsfraktionen thematisiert wird. Auch die Grünen wollen jetzt handeln.

Sofortmaßnahmen für eine “Miteinanderstadt”

Auch am vergangenen Wochenende gab es Bilder und Berichte die viele erschreckt haben. Nachdem die Innengastronomie noch geschlossen hat, versammelten sich Menschen, darunter viele Auswärtige, in der Innenstadt in Feierlaune und mit alkoholischen to-go-Getränken. Viele verursachten Lärm, hinterließen Müll und ihre Notdurft, ließen alle Infektionsschutzregeln außer Acht. Das alles wurde durch Alkoholkonsum noch potenziert. Ein Durchgreifen der Polizei war kaum noch möglich. In einer Pressemitteilung legt die Stadtratsfraktion Grünes Bamberg dar, wie aus ihrer Sicht dem Problem abgeholfen werden könnt.
»Solche Exzesse sind einfach nicht hinnehmbar, und es braucht zielgerichtete und wirksame Maßnahmen«, wird Stadtrat Christian Hader zitiert. »Unser Ziel muss es sein, dass das Miteinander der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wieder funktioniert.«
Unter der Überschrift „Miteinander-Stadt“ haben die Grünen einen Antrag eingebracht, in dem sie drei Sofortmaßnahmen beantragen, “die unverzüglich umsetzbar sind”.
Zuallererst soll die Stadt die Gastronomie-Betriebe in der Innenstadt an einen Tisch holen und mit ihnen Vereinbarungen über die Ausgabe von to-go-Getränken treffen. Das soll zu einer für alle Beteiligten gleichermaßen verbindlichen Selbstverpflichtung führen – womit die grüne Stadtratsfraktion einen Vorschlag unterstützt, der auch aus der Mitte der Gastwirt/nnen formuliert wurde.
Gemeinsam mit der to-go-Gastronomie soll vereinbart werden, den Ausschank von Alkohol to go ab einer bestimmten Uhrzeit einzustellen, nur Getränkebehältnisse mit Pfand zu verwenden, to-go-Kundinnen den Zugang zu Toiletten zu erlauben und einen gemeinsamen Security-Einsatz im unmittelbaren Umfeld zu organisieren. »Wir wissen von Gastronom/innen, dass sie selbst von den Zuständen am letzten Wochenende erschüttert waren und diese gerne ändern wollen«, sagt Fraktionsvorsitzende Ulrike Sänger. »Wenn wir hier ein solidarisches Miteinander mit verbindlichen Regeln herstellen, kann man auf striktes ordnungsrechtliches Durchgreifen, auf Alkoholverbote, Platzverweise und massive Einsätze der Bereitschaftspolizei verzichten.«

Einsatz eines/r „Nachtbürgermeisters/in“ prüfen

Außerdem wollen die Grünen die öffentlichen Toiletten in der Innenstadt, die normalerweise in den Abendstunden schließen, länger öffnen. Und es sollen am Wochenende und vorübergehend zusätzlich große Müllbehältnisse an neuralgischen Stellen aufgestellt werden. »Das wäre ein Entgegenkommen gegenüber denen, die einfach nur friedlich in der Stadt sitzen und etwas trinken wollen«, meint Stadtrat Michael Schmitt.
Längerfristig haben die Grünen noch weitere Ideen im Blick, die allerdings einer etwas längeren Vorbereitungszeit bedürfen. »Denn für das Nachtleben in der Stadt oder die zunehmende Vermüllung des Stadtbilds brauchen wir auch nach Corona eine gute Strategie«, meint Stadtrat Andreas Eichenseher. Er will deshalb prüfen, ob die Konzepte eines bzw. einer „Nachtbürgermeisters/in“ oder eine „Nachtschicht“, wie sie in anderen Städten funktionieren, auch auf Bamberg übertragbar sind. Diese sind einzeln oder im Team nächtens dort unterwegs, wo Situationen leicht eskalieren, und versuchen, präventiv einzugreifen. Auch einen an das Ordnungsamt angeschlossenen Außendienst – »so etwas wie Stadtkümmerer oder Stadtkümmerinnen« – kann sich Eichenseher vorstellen. Das Müllproblem durch Wegwerfbecher will der ressourcenpolitische Grünen-Sprecher auf längere Sicht direkt an der Wurzel anpacken: »Eine Verpackungsabgabe soll Einwegverpackungen unattraktiv machen und Mehrweg fördern.«
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21.6.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+17 # Bambergerin 2021-06-21 14:59
Den Pfandbetrag dann aber bitte mindestens bei 5 Euro ansetzen, sonst wird das wieder nix.
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+17 # CFRA2 2021-06-21 18:35
Na Glüsi, das ist doch Deine Wählerklientel, die hier beschränkt werden soll! Wenn Du nachts als "Nachtbürgermeister", Deine Wähler ermahnend über die Untere Brücke gehst, wirst Du sie verlieren!
Also: Entweder hart durchgreifen oder nicht mehr gewählt werden!
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+18 # supi 2021-06-21 19:30
* Grüne wollen *, das ist nicht die frage, sondern was sie können und da ist antwort ganz einfach * nichts *
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+4 # Werner 2021-06-25 21:35
Als könnten Sie im Saarland hellsehen :-)
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+21 # Herbert K. 2021-06-21 23:20
Die Grünen wollen mit einem "Nachtbürgermeister" dem Problem Herr werden. Vll. weil man damit wieder einem Sozialpädagogen eine Stelle beschaffen kann? Aber im Ernst: Glauben die Leut/innen ernsthaft, dass nachts um 11 Uhr ein Saftredner Betrunkene in die Schranken weisen kann. Er/sie wird dann wieder die Polizei brauchen. Bis dahin hat sich die Stadt aber kräftig lächerlich gemacht.
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+21 # Clavius1970 2021-06-22 08:58
Mal auf den Punkt gebracht.
Die Grünen sind in Sachen öffentlicher Ordnung doch jahrzehntelang Brandstifter gewesen.
Kaum in der politischen Veranwortung rufen sie nach der Feuerwehr und die Anderen sind schuld.
Einfach eine w... (webzet veränd.), verlogener Haufen :-x
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-3 # GodFather 2021-06-23 10:22
Auch hier deckt Corona Missstände auf die sonst unter dem Teppich (bzw. hier im Club bleiben). Saufen, gesellschaftlich nicht nur toleriert sondern durch Kampagnen gefördert und zur Kultur hochstilisiert.
Sonst seht ihr halt nicht, wie euer Nachwuchs in irgendwelchen Clubs und Kneipen dem Alkohol frönt. Jetzt passiert das in der Öffentlichkeit, mitten im Zentrum. Da regen sich die Alten auf und "trinken ihr gepflegtes Bier" im heimischen Wohnzimmer.
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