SICHERHEIT - ORDNUNG

»Wir bewegen uns am absoluten Limit«

Vielleicht der letzte Versuch mit altem Konzept: Die Sicherheitsbeleuchtung auf der Unteren Brücke wird verlängert, um die Anziehungskraft zu mindern und die Polizeiarbeit zu erleichtern.

Untere Brücke wird von 22 Uhr bis 4 Uhr hell ausgeleuchtet

Eigentlich ein Widerspruch: Einerseits hat der Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, Thomas Schreiber, drastische Formulierungen zur Beschreibung der Situation auf der Unteren Brücke gebraucht. Andererseits hat er in der Sitzung des Konversions- und Sicherheitssenats der Stadt Bamberg am 14.7.21 “ein positives Fazit nach dem ersten Wochenende gezogen, an dem erstmals die Sicherheitsbeleuchtung auf der Unteren Brücke zum Einsatz gekommen ist. In einer Pressemitteilung der Stadt wird er mit den Worten zitiert: „Die Beleuchtung erhöht die Sicherheit und erleichtert den Polizeikräften die Arbeit, sie soll aber auch dazu führen, dass es den Besucherinnen und Besuchern der Unteren Brücke auf die Dauer zu hell ist und sie gehen und möglicherweise ihren Müll auch wieder vermehrt mitnehmen“. In der Sitzung selbst sagte er: Grundsätzlich müsse “das Image geändert werden”, dass die Stadt mittlerweile bei Feierwilligen im weiten Umkreis habe. Zu Ruhestörungen durch “Ghettoblaster” meinte der Polizeichef, dass die Stadt die Höhe des Bußgelds festlege. Wenn solche Geräte sichergestellt würden, dann werden sie am nächsten Tag wieder zurückgegeben.
Christian Hinterstein, der zuständige städt. Referent, räumte ein, dass es zwar einen staatlich festgelegten Bußgeldrahmen gebe, die Stadt aber bei bestimmten Delikten die Höhe des Bußgeldes festlegen könne. Dabei sei etwa der offensichtliche Vorsatz bei der Nutzung von Ghettoblastern ein bestimmendes Kriterium.
Hinterstein erläuterte zum Sachverhalt zwei “Maßnahmenstränge”: Zunächst müsse man die rechtlichen Schritte festlegen, dann den Vollzug durch die Polizei und das Ordnungsamt organisieren. Hinterstein sagte schließlich: Dabei »bewegen wir uns am absoluten Limit«.

Ein “kommunaler Ordnungsdienst” könnte der nächste Schritt sein

Der Pressemitteilung der Stadt ist zu entnehmen, dass der Senat beschlossen hat, die Beleuchtungszeiten auszuweiten. So wird die Untere Brücke bereits ab dem kommenden Wochenende (von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen) von 22 bis 4 Uhr ausgeleuchtet werden. Weiterhin wurden die Stadtwerke Bamberg mit der Beschaffung und Montage stärkerer Leuchten beauftragt. Als Kosten für diese Maßnahme konnte man in der Sitzung hören, dass die Aufstellung der Lichtmasten rd. 5000 € gekostet habe, die Verdoppelung der Leuchtkraft wird mit 2000 € Mehrkosten veranschlagt.
Kurzzeitig angesprochen wurde in der Sitzung die Möglichkeit, einen kommunalen Ordnungsdienst zu etablieren, der (in Bayern) allerdings nicht die gleichen Rechte wie die Polizei habe. Die Überlegung wurde allerdings nicht weiter vertieft.
Laut der Pressemitteilung plant die Polizei an den Wochenenden zunächst verstärkte Kontrollen und kündigt konsequente Verfolgung bei Verstößen an.
In einem allgemeinen Hinweis zum Hintergrund wird in der Pressemitteilung festgestellt, dass es “besonders nach 23 Uhr zu zahlreichen Konflikten käme. Die Stadt Bamberg hat daher eine Allgemeinverfügung mit einem Alkoholkonsumverbot sowie einem Verbot des To-Go-Verkaufs alkoholischer Getränke an Freitagen und Samstagen, jeweils in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, für weite Teile der Innenstadt erlassen, welche in Abstimmung mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gastronomie zunächst bis zum 18. Juli verlängert wurde und das sich nach Einschätzung der Beteiligten sehr bewährt hat.”
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15.7.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+14 # Bergradfahrer 2021-07-15 18:46
Also, wenn das jetzt so richtig hell wird, dass ich eine Sonnenbrille brauche, dann komm ich echt am Wochenende mit meinem Bier und meiner Sonnenbrille hin.
Was kostet das denn so, ein Bier ab zehn auf der Brücke. Oder kann ich bei den Beamten auch mit Karte zahlen? ;-)

In einem anderen Beitrag hat die Webzet das umgangssprachliche Wort für Benzoylecgoninmethylester, das aus den Blättern von Erythroxylum coca gewonnen wird, zensiert. Angesichts der investierten Summen für die "Sicherheitsbeleuchtung" und deren Upgrade muss ich das Vorgehen der Exekutive der Stadt umso mehr in den Kontext dieser oder verwandter Substanzen stellen.
Mal im Ernst, diese Kohle wäre in jeder Schule, jedem Kindergarten oder kulturellen Einrichtung der Stadt hoch willkommen....aber egal. es erscheint ja eine supertolle Idee zu sein, um zu erreichen... Ja, um was genau zu erreichen?
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+15 # Werner 2021-07-15 21:31
Nur schön vom Thema mit anderen Themen ablenken: der Oberbatzi mit seinen Spießgesellen ist noch immer nicht zurückgetreten!
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+8 # Bernd 2021-07-15 22:49
Danke für den Artikel und das der Autor selbst in der Sitzung war. Ich habe die Pressemitteilung gelesen, die von der Stadt verschickt worden ist, Wieder nur Schönrederei.
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+4 # Ostler 2021-07-16 10:39
Zum Donnerwetter:
ist der Staat nicht in der Lage die geltenden Gesetze durchzusetzen? Bei Verletzung der Auflagen die Herrschaften einfach mal zur Kasse bitten - da kommen bestimmt mal schnell 250 € pro Person zusammen,
hat er doch auch bei kleinen Gartenpartys geschafft! Apropo wie schaut es den beim Bürgermeister mit seiner
Eröffnungsparty aus ???
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+3 # Eisenbahner 2021-07-16 15:12
Die Omas ohne Maske allein an einer Bushaltestelle nicht zu vergessen! :-x
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+5 # Bergradfahrer 2021-07-17 11:09
Vorbildlich und ganz furchtbar sinnvoll auch das Bestreifen von Nahverkehrszügen durch die Bundespolizei. Jüngst haben drei junge Polizisten nachgeschaut, ob ich auch wirklich eine Maske im Zug trage. (Ich muss zugeben, bis ich die Herrschaften bemerkt habe, war diese nicht 'ordnongsgemäss* angelegt, Haben sich auch dann zwei Sitzplätze weiter hingesetzt und auf mich aufgepasst. Ich war der einzige Fahrgast im ganzen Zug!
Wenn der Zug voll ist und versiffte, vierschrötige, in Gruppen auftretende Gestalten ihrem kulturellen Sendungsbewusstsein durch lautes Abspielen ihrer "Musik" nachkommen, haben die von der Bundespolizei wohl grad Pause
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+4 # Es Reicht 2021-07-20 12:30
Über Jahre hinweg wurde dieses Problem herangezüchtet und erlebt jetzt "dank" Corona und AEO Publikum seinen wenig ruhmvollen momentanen Höhepunkt.

Jugendliche aus anderen Städten reisen an, um den "Ballermann Bayerns" zu erleben.

Es ist erbärmlich, wie das Ordnungsamt die Bamberger Bürger, die Geschäftsleute aber auch die Touristen behandelt, die NICHT zum Saufen anreisen. Dieser Mangel an Entscheidungsfreude und Durchsetzungsvermögen führt zur Schädigung des Rufs der Welterbestadt Bamberg. Wie sich diese Schädigung finanziell auswirkt, kann wohl im Moment noch nicht beziffert werden.

Feiernde Horden, die ihren Alkohol im Rucksack mitbringen und den Innenstadtbewohnern und Gewerbetreibenden danach vor die Haustür urinieren oder vomitieren schaden nur. Sie müssen also weg - so einfach ist das.

Dass die linksliberalen Teile der Grünen zu einer Fraternisierung mit dem betäubten und versifften, "feiernden" Teil der Bevölkerung neigen ist nicht neu - dass dies unter deren Ägide und nur wenig Gegenstimmen aus den eigenen Reihen im Zentrum einer Welterbestadt stattfinden darf, schon.

Der Polizei wird nebenbei auch noch die Verantwortung dafür untergeschoben - frecher geht es kaum.
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