SICHERHEIT - ORDNUNG

Mut zum Risiko: Freischankfläche auf Unterer Brücke

Der Stadtrat gibt grünes Licht: Die Untere Brücke kann temporär unter strengen Auflagen als Freischankfläche genutzt werden. Bei Misslingen wird der Versuch beendet.

Konkrete Vorgabe von Rahmenbedingungen

Es macht langsam Schule, dass in Stadtratssitzungen Tischvorlagen ausgeteilt werden. Bedeutet: Die Ratsmitglieder - besonders Fraktionen - können sich nicht vorberaten und die Gäste im Saal wissen oft überhaupt nicht worum es geht. Was auch für manchen Pressevertreter gilt - aber die webzet weiß sich zu helfen. Immerhin hat der grüne Stadtrat Christian Hader festgestellt: »Die Tischvorlage hat uns überrascht.« Webzet: Es gab lange Zeiten, da hat die grüne Fraktion stets als erste auf Öffentlichkeit gepocht!!
Zur Sache des Tagesordnungspunktes 3: “Situation in der Innenstadt und im Sandgebiet”. Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller berichtete seitens der Stadtverwaltung über die Möglichkeit auf der Unteren Brücke temporär eine Freischankfläche zuzulassen. Er bezog sich auf die Ergebnisse einer nicht-öffentlichen Sitzung des Ältestenrats. Dieser sei sich einig, dass die grundsätzliche Entscheidung, ob man die Untere Brücke temporär für eine gastronomische Nutzung zur Verfügung stellen will, im Stadtrat erfolgen sollte. Falls der Stadtrat sich eine solche Nutzung grundsätzlich vorstellen kann, sollte dies möglichst mit »einer Definition von klaren Rahmenbedingungen verbunden werden«. Dabei habe man sich auf einen konkreten Vorschlag zur Vorgabe von Rahmenbedingungen für potenzielle Gastronomie-Betreiber auf der Unteren Brücke geeinigt:
a) Die Betriebszeiten sind von Sonntag bis Donnerstag auf max. 22 Uhr und am Freitag und Samstag auf max. 23 Uhr beschränkt.
b) Es wird nur eine Brückenseite für eine gastronomische Nutzung zu Verfügung gestellt, um eine dauerhafte Durchgängigkeit der Brücke weiterhin zu gewährleisten.
c) Bei der gastronomischen Bewirtung ist Bedienungspersonal einzusetzen, Selbstbedienungskonzepte sind ausgeschlossen.
d) Aus Sicherheitsgründen erfolgt eine nächtliche Überwachung der Anlage durch einen Security-Dienst, den der Betreiber stellt.
e) Von einem Betreiber sind zudem alle weiteren erforderlichen sicherheits- und bauordnungsrechtlichen Vorgaben zu erfüllen.

Für ungewöhnliche Modelle werben

Für die Fraktion Grünes Bamberg sprach zunächst Christian Hader. Er benannte die unterschiedlichen Meinungen für und gegen den Freischank-Versuch. Dennoch soll »die Idee eine Chance erhalten und reifen können«. Bei einem Misslingen müsse sie wieder abgeschafft werden. Der Vorsitzende der CSU/BA-Fraktion, Peter Neller betonte, dass die Belange der Anwohner und Feierwilligen zu einem Ausgleich geführt werden müssten. »Die schlimmen Zustände müssten in jedem Fall abgestellt werden.« Neller meinte zudem, »wir müssen zu einem neuen Denken kommen und für ungewöhnliche Modelle auch werben«. Eine entsprechende Anregung gab der CSU/BA-Sprecher gleich selbst: »Warum können wir zu nächtlichen Überprüfungen nicht auch die freiwillige Feuerwehr hinzuziehen?«
Gegen einen Versuch mit einer bewirtschafteten Unteren Brücke wandte sich SPD-Sprecher Klaus Stieringer. »Junge Menschen zieht es überall in die Innenstädte.«
Stadtrat Martin Pöhner (FDP) schloss hingegen einen Probebetrieb nicht aus. Er regte zudem an, eine Arbeitsgruppe zwischen Stadtrat und Verwaltung einzurichten, die sich mit solchen Fragen intern befassen könne.
Die Abstimmung umfasste wesentlich die oben genannte Aufzählung. Nur Punkt b) fand keine Mehrheit.
In einem Facebook-Post schrieb die CSU/BA-Fraktion: »Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag fraktionsübergreifend so viel positive Resonanz gefunden hat. Es ist definitiv einen Versuch wert: um die Anwohner zu entlasten und um dem Weltkulturerbe seine Würde zurückzugeben.«
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29.7.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+20 # Schwalbe 2021-07-29 14:18
Weil die FFW nicht dafür ausgebildet ist und genug andere Aufgaben hat?
Warum können wir zu nächtlichen Überprüfungen nicht auch den Stadtrat hinzuziehen?
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+19 # Iris Fischer 2021-07-29 14:31
Wie blamabel: weil es "der Stadt" nicht gelingt, geltende Verordnungen durchzusetzen, wird aus dem Alkoholverbot ein Alkoholausschank-Geschäft. Da werden die Selbstversorger:innen wohl andere Plätze finden. Und dann?

Und: wird die Untere Brücke nach 22 Uhr bzw. nach 23 Uhr gesperrt, oder ist sie dann wieder für die "Selbstversorger:innen" freigegeben?
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+2 # Eisenbahner 2021-07-29 19:25
Eigentlich 100% Zustimmung, aber fürs Gendern gibts trotzdem einen Daumen runter!
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+10 # Werner 2021-07-29 20:55
Hauptsache es wird geschendert, das ist das wirklich wichtige ! WTF
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-4 # Iris Fischer 2021-07-31 11:36
? - Da haben Sie wohl den Inhalt vor lauter Ärger über -:- nicht gesehen. Oder nicht verstanden? ;-)
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-3 # Iris Fischer 2021-07-31 11:36
Dort sind halt alle möglichen Geschlechter vertreten und mit dieser Sprach- und Schreibweise auch gemeint ;-). Und das in dieser Variante auch noch für Menschen, die eine leichte Sprache benötigen, lesbar :-).
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+23 # supi 2021-07-29 15:41
dem stadtrat sei wegen seiner nicht getroffenen entscheidungen gesagt, es ist einfach erbärmlich und feige, sich weg zu ducken und die verartwortung auf private betreiber und nun gar noch auf die freiwillige feuerwehr zu schieben, werdet endlich mal eueren aufgaben gerecht, dafür wurdet ihr gewählt.
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+18 # Bergradfahrer 2021-07-29 16:29
Chapeau, lieber Stadtrat! Es ist euch der defintive Beweis gelungen, dass Intelligenz NICHT kumulativ ist.
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+2 # Bergradfahrer 2021-07-30 08:33
»Warum können wir zu nächtlichen Überprüfungen nicht auch die freiwillige Feuerwehr hinzuziehen?«
Ist das nicht der ehemalige OB-Kandidat, der einen Tunnel unter dem Obstmarkt hindurch bauen wollte? In dem Fall liegt die Einbeziehung der Freiwilligen Feuerwehr oder vielleicht auch des Bridge-Clubs gar nicht so fern.
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+8 # Eisenbahner 2021-07-30 14:42
Ach, nun gehts plötzlich doch nicht?
Wird denn nicht erst bei den beteiligten Sicherheitsorganen nachgefragt, ob sowas überhaupt umsetzbar ist? ...
(geänd. webzet)
Ich sage es ganz ehrlich, bei den derzeitigen Mehrheitsverhälnissen wundert es mich nicht, wenn diese Stadt eines Tages Klein Berlin genannt wird! :-x
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