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SICHERHEIT - ORDNUNG

Untere Brücke wird zur Hängepartie

Alarm! Mit einer bewirtschafteten Unteren Brücke “will man ganz offensichtlich den Radverkehr blockieren”. Das meinen die beiden Bamberger Radfahrclubs VCD und ADFC.

Für mehr und attraktive Begegnungsmöglichkeiten

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub weisen darauf hin, dass in Bambergs zentraler Innenstadt es für Radfahrende nur eine Brücke gibt, die sie jederzeit mit dem Rad befahren dürfen – die Untere Brücke. Alle anderen Brücken seien entweder dem Fußverkehr vorbehalten oder führen zu unangemessen großen Umwegen. Eine Nutzung mit Tischen durch die Gastronomie bedeutet de facto eine Sperrung für den Radverkehr. Und weiter: Wer die Nutzung der Unteren Brücke in der geplanten Form mit Tischen und Bewirtung vorsieht, “will ganz offensichtlich den Radverkehr blockieren”. Die beiden Clubs räumen in einer gemeinsamen Pressemitteilung zwar ein, dass auch ihnen “die Problematik des Partyhotspots insbesondere für die Anwohnenden bewusst ist”, gleichwohl erscheint ihnen die Maßnahme unangemessen. Weil für ein Problem, “das nur mehrere Stunden pro Tag und Nacht auftritt, die Situation rund um die Uhr systematisch verschlechtert wird”. Der öffentliche Raum sollte viel mehr und attraktive Begegnungsmöglichkeiten bereitstellen.

Die Kritik der beiden Fahrradclubs macht deutlich, dass die Überlegung, die Party-Exzesse auf der Unteren Brücke an den Wochenenden dadurch in den Griff zu kriegen, indem dort offiziell Freischankflächen ausgewiesen werden, für rege Diskussionen sorgt. Die CSU/BA-Stadtratsfraktion hatte nach eigenen Angaben die Idee aus der Bürgerschaft aufgegriffen, dort einem Gastronomen die jahreszeitlich begrenzte Gelegenheit zu geben, auf der Unteren Brücke eine Freischankfläche einzurichten. Damit könnten zumindest heuer die C-Lockdown-bedingten Mindereinnahmen wieder etwas ausgeglichen werden. Dafür muss der Wirt aber gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass es in diesem Bereich künftig keine Probleme mit Lärm, Müll und Gewalt mehr gibt. Also auch zusätzliche Kosten tragen.

Die Zeit läuft davon

So wie es in politischen Gremien mittlerweile fast üblich ist, war die Tatsache, dass die CSU diesen Vorschlag transportiert hat, für andere Parteien und ihren Helfern schon Grund genug, Munition dagegen zu sammeln. Immerhin hat die CSU/BA-Stadtratsfraktion den Gedanken durch den Stadtrat gebracht. Mutmaßlich, weil den anderen nichts Besseres oder gar Blödsinn eingefallen ist (SPD-Stieringer: „Jetzt fehlt nur noch das Karussell!“).
Ernst zu nehmende Bedenken haben in den Tagen nach der Stadtratssitzung Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt, und Straßenverkehrs-Aufsichtsamt vorgebracht. Aus ihrer Sicht ist „eine beidseitige Bewirtschaftung der Unteren Brücke bei Aufrechterhaltung der Durchgängigkeit nicht umsetzbar.“ (> Webzet-Bablo-Bericht v. 30.7.Wunsch-Konzept …
Damit wäre der Stadtratsbeschluss vom 28. Juli nicht umsetzbar, denn dieser sieht vor, dass entlang der Brückenbrüstung beidseitig Tische und Bänke oder Stühle aufgestellt werden sollen. Was nun?

Die gastronomisch fachkundige Seite ist sich darin einig, dass das Ganze nur dann wirtschaftlich sein kann, wenn die Brücke der Länge nach auf beiden Seiten bestuhlt werde und nicht nur auf einer. Der Bereich dazwischen müsse auf einer Breite von dreieinhalb Metern für Fußgänger und schiebende Radfahrer freigehalten werden. Nachts müsse der Wirt die Stühle und Tische in geeigneter Weise abtrennen und durch einen Sicherheitsdienst darauf aufpassen lassen. Für die Ordnung im öffentlichen Streifen in der Brückenmitte wäre nachts weiterhin die Polizei zuständig.
Man wird sich halt nochmal zusammensetzen müssen, denn mittlerweile läuft die Zeit davon.

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