UNTERE  BRÜCKE    

Läuft eigentlich ganz gut

Sechs Wochen nach Eröffnung der umstrittenen Gastronomie auf der Unteren Brücke fällt die Zwischenbilanz überwiegend positiv aus. Nur einer hat wirklich Grund, sich zu beklagen.

Ein Verbot wird auch jetzt nicht beachtet

Die Aufregung war groß - fast so groß wie im vergangenen Jahr die Schelte über das Partychaos. Nach viel Gewürge hatte eine Mehrheit des Stadtrates zugestimmt, auf der Unteren Brücke versuchsweise für diese Jahr einen Biergarten zuzulassen. Die schlimmen Zustände von 2021 sollten sich nicht wiederholen. Wie üblich wurde auch darüber geschimpft, und dazu gab/gibt es auch manchen Anlass. Der Durchgang zu Fuß zwischen den Tischgarnituren ist nach bisheriger Beobachtung reibungslos möglich. Anders sehen das wahrscheinlich die Radfahrer, die offensichtlich nicht bereit sind abzusteigen. Soviel zur Beachtung von Hinweisen und Verboten in Bamberg.
Man wird sehen müssen, wie es mit dem Durchgang klappt, wenn wieder große Touristenscharen durch die Altstadt ziehen.
Wirklichen Grund sich zu beklagen, hätte derzeit noch der Centurione (Mitoraj) in seinem Versteck hinter der Bewirtschaftungshütte. Darüber werden sich die Stadtoberen und andere noch Gedanken machen müssen, wie diese Situation nachhaltig verbessert werden kann

„Man meint, man ist in Italien“

Tatsächlich scheinen aber Lärm und Vermüllung der Vergangenheit anzugehören. Glaubt man diversen Berichten, dann wird das von Polizei und unmittelbaren Nachbarn bestätigt. Gegenüber dem FT (v. 13.5.) soll eine Nachbarin geäußert haben: Die in der Nacht beleuchteten Schirme zaubern aus ihrer Sicht eine fantastische Atmosphäre auf die Brücke: „Man meint, man sei in Italien.“ Die Einsatzzahlen der Polizei scheinen sich normalisiert zu haben.
Besonders Tom Land, der Inhaber des Veranstalters Live Promotions, musste ein Spießrutenlaufen aushalten, weil er tatsächlich ein Experiment wagte, an dem sich kein anderer Gastronom heran traute. Jetzt kann er sich freuen, dass er es ist, der seiner Heimatstadt geholfen hat aus einer schlimmen Situation herauszukommen. Er hat nicht nur für Ruhe gesorgt, sondern auch geschafft, dass die Brücke frühmorgens ohne Dreck und Scherben begehbar ist. Jetzt sollte man zumindest in gleicher Ruhe den Versuchszeitraum abwarten und dann wieder zu einer sachlichen Diskussion übergehen.

Geschrieben: mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto);  Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE

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Kommentare   
+7 # Bergradfahrer 2022-05-25 10:25
"seiner Heimatstadt geholfen hat aus einer schlimmen Situation herauszukommen"
Der Verdienstorden der Stadt Bamberg ist allen Beteiligten sicher. Monatelang konnten wir alle vor Sorge nicht schlafen. Danke, Danke, Danke!
Mit nicht rückzuerstattenden Bonuszahlungen sieht es derzeit schwierig aus.

Und die bösen Radfahrer, die sich nicht zu Fußgängern konvertieren lassen wollen, die muss man "mit aller Härte des Gesetzes" (das liebt man in diesem Lande ja derzeit) zur Raison bringen. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder meint, er könne so machen, wie er denkt. Es ist so zu denken und zu machen, wie die Obrigkeit denkt...oder meint zu denken.
Es ist auch zu beachten, dass ab sofort das Gerutsch an Buden und Kindergartenbiergarnituren "italienisch" und "die Atmosphäre phantastisch" zu finden ist.
Aber ich will es mal nicht alles negieren mit meinem reaktionären, rigiden Ästhetikempfinden, ja, ich kenne auch hässliche Ecken in Italien. Insoweit ist "italienisch" auch akzeptabel. Und wenn wir "phantastisch" in "dystopisch" umwandeln, dann bin ich voll dabei.
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+10 # Clavius1970 2022-05-26 11:11
Oh Mann, ich vermisse hier die fachliche Expertise vom ehemaligen Mitforisten "Ferenc". Die verkehrsrechtliche Lage ist etwas schwammig.
Meiner Meinung nach, gelten auf der Unteren Brücke die Verkehrsregeln eines gemeinsamen Rad- und Fußweges. Da dürfen leider Fußgänger fast Alles.
Der Radfahrer hat höhere Sorgfaltspflichten als der Fußgänger und muss selbst unachtsames Verhalten einplanen. Diese Pflichten können also notfalls auch zur Schrittgeschwindigkeit oder zum Schieben zwingen.
Allerdings müssen Fußgänger die Radfahrer, z.B. nach Klingelzeichen, auch ungehindert passieren lassen.
Klingelzeichen kann man natürlich dezent oder aggressiv geben. ;-). Fast alle Radfahrer setzten die Fahrradklingel sehr dosiert zur Kontaktaufnahme ein, um Kollisionen zu verhindern. Ein "Dankeschön", an zur Seite tretende Fußgänger, gehört für mich selbstverständlich zum Abschluss des Vorbeifahrens. Leider setzen einige wenige Kampfradler ihre Fahrradklingel ein, um Ihrer Aggressivität freien Lauf zu lassen.
Auf der unteren Brücke würde ich als Radfahrer nicht das Risiko auf mich nehmen, einen Fußgänger zu verletzen. Die Rechtslage ist da, auch entgegen meines Rechtsverständnisses, leider ziemlich eindeutig.
Ich hatte in meinem Bekanntenkreis schon einige Fälle. Der Fußgänger bekam immer recht, selbst wenn er plötzlich vor das Fahrrad sprang.
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+9 # Bergradfahrer 2022-05-26 14:41
Genauso ist es, der Fußgänger, am Ende vielleicht gar noch einer unter 100cm bekommt immer Recht. Zudem stürzt man ja meist selbst, wenn man mit dem Rad etwas "überfährt". Die Mischung Radfahrer und Fußgänger ist im Grunde immer Mist. Um Schrittgeschwindigkeit kommt man an der Stelle eh kaum herum. Dass es mit dem dämlichen Säutrogetablissement unnötigerweise noch hinderlicher gemacht wird, ohne eine Alternative anzubieten, ist ärgerlich.
Das pseudoökologische Gelaber aus dem Rathaus um Radverkehr usw zeigt sich an diesem Punkt als hohl und leer. Hauptsache Lastenräder verkaufen helfen und Straßen manisch bunt malen, aber eine vernünftige Radstrecke kriegt man nicht hin. Alles unter 2 km in der Stadt laufe ich, weil da bin ich schneller und mit weniger Ärger. Zum einen wegen bekloppter Weggestaltung, zum anderen weil es für etwas teurere Räder nur wenige freie Stellen gibt, um sie anständig festzumachen.
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-24 # Baba Yaga 2022-05-25 15:28
Speisekarte und Aufmachung sind ein bisschen altbacken. Mir fehlen wohltemperierte, farbintensiv funkelnde Weine, Ceviche und Burrata. Kartenzahlungsmöglichkeit wäre auch nicht schlecht.
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+5 # zerberus 2022-05-25 16:39
Nein, ich werde auch weiterhin nicht bereit sein, von meinem Drahtesel abzusteigen. Aus der vorhandenen Beschilderung (etwas uneinheitlich: "verkehrsberuhigter Bereich" vom Kranen her kommend, Durchfahrverbot für Kfz/Motorräder sowie Sackgasse mit Durchfahr-/-gangsmöglichkeit für Radler und Fußgänger von der Dominikanerstraße aus) ist dafür jedenfalls weder ein "Gebot" noch ein "Hinweis" ableitbar.
Ich werde also weiterhin mit meinem Rad über die Untere Brücke fahren, langsam und vorsichtig, wenn das geboten ist. Aber mir auch die Freiheit nehmen, meine Klingel einzusetzen, wenn das notwendig ist.
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+16 # FranzKe 2022-05-25 16:57
Kein Wunder, daß bei uns im Land sich immer mehr Frust und Wut entwickelt, wenn jeder meint, er kann Recht und Gesetz ("Gebot und Hinweis") nach eigenem Gusto ignorieren und machen, was er will.
Mir passt auch manche Vorschrift nicht, aber ich halte mich daran, weil nur so ein Rechtsstaat funktionieren kann.
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+15 # zerberus 2022-05-25 17:56
Ich habe die verkehrsrechtliche Lage ausführlich geschildert: Es gibt derzeit KEINERLEI Vorschrift, auf der unteren Brücke nicht Radfahren zu dürfen. ICH halte mich also an die geltenden Regeln.
"Frust und Wut" über Radler dort sind deshalb völlig überflüssig und unangebracht. Manchmal ist die Ignoranz, die einem hier entgegenschlägt, wirklich nur noch unerträglich.
:sad: :-x
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0 # supi 2022-05-25 17:59
löbliche sichtweise, bloss leider nicht weit verbreitet, zu viele einsam kreisende planten schwirren herum, welche sich noch für den mittelpunkt der welt halten.
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+19 # Michl 2022-05-25 22:25
Wir hier in Bamberg haben doch ein leuchtendes Beispiel dafür dass jeder machen kann was er will ganz oben an der Stadtspitze!
"Ich hab da eine andere Rechtsauffassung...!"
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+15 # mireille 2022-05-25 19:17
Da sieht man ja wieder das Radfahrer sich offensichtlich für bessere Menschen halten.
Autofahrer sind böse, Innenstadt muss autofrei werden, mehr Radwege etc fordern......aber dann nicht mal soviel Hirn an den Tag legen, um die 30 Meter zu schieben. Ich habe mehr als einmal beobachten können, wie die Unbelehrbaren die Bedienung oder kleine Kinder fast umgemäht haben. Ihr fahrt auch durch die "Fußgängerzone" einfach durch. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht der selbsternannten "Umweltschützer" Und wie patzig das hier rum kommt.
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+2 # cityman 2022-05-26 19:37
Ja mireille, kann ich nur bestätigen. Gerade auch in der Fussgängerzone innerhalb der Verbotszeit sind viele hirnlose und freche Radler unterwegs und sagt man was als Fussi, dann erntet man den Stinkefinger. Und an die Schrittgeschwindigkeit hält sich auch keiner. Naja, kein Nummernschild und keine polizeiliche Überwachung, wie angekündigt. Alles Sch....e.
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0 # Bamberger 2022-05-30 08:53
Während sich in Sutte/Matern natrülich alle an die 10kmh halten. Und in den Fahrradstraßen Bambergs alle an Schrittgeschwindigkeit?
Jaja, die bösen Fahrradfahrer....
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+15 # Werner 2022-05-26 15:08
So mancher Haderlumpen geht je mit einem Beispiel voran, was nicht unbedingt ein gutes solches wäre, wie es sein sollte.
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